Shirley (Maine)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Shirley
Shirley (Maine)
Shirley
Shirley
Lage in Maine
Basisdaten
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Maine
County:

Piscataquis County

Koordinaten: 45° 21′ N, 69° 38′ W45.3475-69.631111319Koordinaten: 45° 21′ N, 69° 38′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 233 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 1,7 Einwohner je km²
Fläche: 180,7 km² (ca. 70 mi²)
davon 140,2 km² (ca. 54 mi²) Land
Höhe: 319 m

Shirley ist ein Ort im US-Bundesstaat Maine. Er liegt im Südwesten des Piscataquis County. Nach der Bevölkerungszählung des Jahres 2010 hatte er 233 Einwohner.[1] Hier entspringt der Hauptarm des Piscataquis River. Daneben bestehen zwei weitere Flüsse, der Wilson und der Bog Stream.

Geschichte[Bearbeiten]

1825 kam Captain C. Cushman als erster Siedler nach Shirley, ebenso Joseph Mitchell, Ehen und David Marble. Cushman siedelte sich im Norden an und beschaffte Holzbohlen aus Monson mit Hilfe eines Handschlittens. 1829 erwarben Shaw und Jabez True das westliche Gebiet des heutigen Ortes, das zugleich dessen Ausgangspunkt bildete. Jabez True errichtete Gebäude für zukünftige Siedler und eine erste Sägemühle (Shirley Mills). 1834 hatte der Ort genügend Einwohner, um eine incorporation zu beantragen. Dabei sollte der Ort zunächst Somerset heißen, doch entschied man sich für den heutigen Namen, wohl nach Gouverneur William Shirley, der das Amt von 1740 bis 1749 und von 1753 bis 1756 innehatte.[2] Nach anderer Auffassung geht der Name auf den Geburtsort J. Kelseys zurück, dem Abgeordneten im Parlament. In der ersten Versammlung wurden der Elder Orrin Strout zum Stadtangestellten bestimmt und Charles Loring einer der select-men.

1835 verkaufte die Town Holzeinschlagrechte an Urwäldern (old growth), die ihr 2800 Dollar zum Bau einer Schule einbrachten. Mit nur 271 Einwohnern besaß Shirley einen Kindergarten und eine Schule, die bis zum 5th grade führte. 1848 wurde der Nachbarort Wilson eingemeindet, der heute den östlichen Teil der Gemeinde bildet. Damit kam auch Shirley Corner am little Wilson Stream mit einem weiteren Mühlenrecht, einem Hotel und dem späteren Shirley-Postamt hinzu.

Das heutige Postamt

1850 wurde hier der Journalist Edgar Wilson Nye und ab 1881 Herausgeber des Boomerang[3] geboren, wohl die in den USA bekannteste Persönlichkeit aus Shirley. 1850 besaß ein Clark Carter Land im Wert von 2000 Dollar im Gebiet von Shirley, womit er unter den Grundbesitzern im Nordosten einen mittleren Rang einnahm. Mit seinen erheblichen Mitteln unterstützte er seine Tochter Sarah, die sich als Hutmacherin selbstständig zu machen versuchte. Dazu siedelte sie sich in verschiedenen Orten in Maine an, kehrte jedoch zu ausgedehnten Besuchen immer wieder nach Shirley zurück.[4] Für eine Existenz dieser Art bot Shirley, insbesondere für Frauen, wohl keine Grundlage.

Neben dem Holzeinschlag führten Bewohner des Ortes in der zweiten Jahrhunderthälfte auch Jagdgesellschaften durch die zu dieser Zeit noch ausgedehnten Wälder. Als erster dieser Guides, die die Möglichkeiten des beginnenden Tourismus' zu ergreifen versuchten, gilt ein gewisser Bowley, wie Thomas Sedgwick Steele 1880 berichtet.[5] 1876 hatte Shirley 206 Einwohner, 1880 waren es bereits 253.

Am 22. August 1917 traf ein verheerendes Feuer die Shirley Lumber Company, das einen Schaden von 30.000 Dollar verursachte.[6] 1933 musste die Shirley (Maine) Lumber Co. ihren Betrieb einstellen, womit praktisch alle Beschäftigten des 200-Seelen-Ortes ihre Arbeit verloren.[7]

Die Town Hall

Bis zur Weltwirtschaftskrise, die den Ort 1929 traf, basierte die Wirtschaft des Ortes auf dem Holz der Umgebung. Doch nun verschwanden die Arbeitsplätze an den örtlichen Sägemühlen und im Straßenbau. In völlig aussichtsloser Situation fanden sich 30 Familien zusammen, die sich auf Stricken spezialisierten und dazu die Korporation Shirley Industries gründeten. Robert T. Moore, der sich als Sommergast häufig in Shirley aufgehalten hatte, bot jeder Familie, die sich beteiligte, eine entsprechende Strickmaschine an. Die Produktion lief so gut an, dass die Arbeiter 1934 ein Gehalt zwischen 18 und 32 Dollar pro Woche erhielten. Der Verkauf der Waren wurde ab 1937 über Dennison Brothers in New York abgewickelt.[8] In ihrem Stolz auf das Erreichte und die Tatsache, dass sie auf keinerlei staatliche Hilfe angewiesen waren, übersandten die Bewohner an Präsident Roosevelt sechs Paar ihrer im Ort produzierten Socken.

Zwar wurde die Korporation in den 1950er Jahren aufgelöst, doch viele der Gebäude besehen noch. Im Jahr 2000 zählte man 183 Einwohner, zehn Jahre später wieder 233.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. American FactFinder, „Shirley town, Piscataquis County, Maine“.
  2. Ava Harriet Chadbourne: Maine Place Names and the Peopling of its Towns, Wheelwright, 1955, S. 169.
  3. Boomerang. Laramie's Voice since 1881
  4. Wendy Gamber: The Female Economy. The Millinery and Dressmaking Trades, 1860-1930, University of Illinois Press, 1997, S. 11f. und 42.
  5. Thomas Sedgwick Steele: Canoe and Camera. A Two Hundred Mile Tour through the Maine Forests, Orange Judd Company, New York 1880, S. 35.
  6. Hardwood Company: Hardwood Record, 1918.
  7. George Derby, James Terry White (Hrsg.): The National Cyclopædia of American Biography, 1949, S. 319.
  8. Report of the State Commissioner of Education of the State of Maine, Department of Education, Augusta 1940, S. 57.