Shirley Horn

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Shirley Horn

Shirley Valerie Horn (* 1. Mai 1934[1] in Washington D.C.; † 20. Oktober 2005 in Cheverly, Maryland[2]) war eine US-amerikanische Jazzpianistin und Sängerin.

Leben[Bearbeiten]

Shirley Horn wuchs in Washington auf. Sie interessierte sich schon als Kind mehr fürs Klavierspiel als für alterstypische Spiele.[3] Mit Hartnäckigkeit setzte sie durch, schließlich Unterricht zu erhalten. An der Junior School of Music der Howard University, wo sie klassisches Klavier studierte, gründete sie Mitte der 1950er Jahre ein Jazz-Trio. 1960 erschien ihr erstes Album „Embers and Ashes“ (Stereo-Craft). Ursprünglich verfolgte sie eine Karriere als Jazzpianistin (mit Vorbildern wie Ahmad Jamal und Oscar Peterson). Ihr Debüt-Album verschaffte ihr aber große Aufmerksamkeit als Sängerin. Miles Davis holte sie nach dem Hören nach New York und ließ sie in seinem Vorprogramm im Village Vanguard auftreten. Sie nahm in den 1960ern u. a. mehrere von Quincy Jones produzierte Platten auf (darunter den Oscar-nominierten Song For Love of Ivy), tourte in Europa und veröffentlichte einige Platten, um sich dann 10 Jahre lang hauptsächlich ihrer Familie in Washington zu widmen. Gelegentlich trat sie dabei in der Umgebung Washingtons auf. In den 1980er Jahren startete sie ein Comeback u.a. mit einem Auftritt beim North Sea Jazz Festival 1981. Sie nahm neue Platten auf ("Violets for your Furs" 1981, Steeplechase) und tourte mit einem eigenen Trio. 1987 begann ihre Zusammenarbeit mit "Verve Records". Horn wurde während ihrer Karriere für neun Grammy Awards nominiert. 1992 war ihr Here´s to Life die bestverkaufte Jazzplatte (Johnny Mandel erhielt als Arrangeur dafür einen Grammy).

1998 gewann sie mit "I Remember Miles" (Verve) den Grammy-Preis für die „Beste Jazz-Gesangsdarbietung“. Das Album erinnert an Miles Davis, der sie 1960 zuerst entdeckte. Davis sagte über sie: „Shirley Horn ist die Einzige, die es schafft, mich mit ihrem Klavierspiel und Gesang zum Weinen zu bringen.“ Ihr musikalisches Markenzeichen waren die gekonnte Langsamkeit, das Timing ihrer Pausen und ihre rauchige Stimme. Sie arbeitete neben den Genannten u.a. mit Kenny Burrell, Hank Jones, Wynton Marsalis, Branford Marsalis, Roy Hargrove und Toots Thielemans zusammen.

Shirley Horns trat zum letzten Mal auf beim San Sebastian Jazz Festival im Jahr 2004. Sie litt seit Jahren an Diabetes und erlag in einem Krankenhaus in Cheverly, unweit von Washington D.C., den Folgen eines Schlaganfalles.

2005 erhielt sie die NEA Jazz Masters Fellowship.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1965 "Travelin' Light" (Wiederauflage 2012[4])
  • 1978 "A Lazy Afternoon"
  • 1981 "All Night Long"
  • 1981 "Violets for Your Furs"
  • 1984 "Garden of the Blues"
  • 1987 "Softly"
  • 1987 "Live At The Village Vanguard" (aufgenommen 1961)
  • 1989 "Close Enough for Love"
  • 1991 "Loads of Love/Shirley Horn with Horns"
  • 1991 "You Won't Forget Me" mit Miles Davis
  • 1992 "Here's to Life" (wiederveröffentlicht 2009[5])
  • 1993 "Light out of Darkness"
  • 1994 "I Love You, Paris"
  • 1996 "The Main Ingredient"
  • 1997 "Loving You"
  • 1998 "I Remember Miles"
  • 1999 "Quiet Now: Come a Little Closer"
  • 1999 "Ultimate Shirley Horn"
  • 2001 "You're My Thrill "
  • 2003 "May the Music never end"
  • 2009 The Swingin' Shirley Horn (verve) [6]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. nach New Grove Dictionary of Jazz. Kunzler Jazzlexikon 2002 gibt den 1. Mai 1937 an.
  2. Nachruf in the New York Times
  3. Shirley Horn: You're My Thrill (Jazzecho 16. März 2001)
  4. Hörprobe 'Jazzplus'
  5. Hörproben
  6. Hörprobe