Shirley Williams, Baroness Williams of Crosby

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Shirley Williams, Baroness Williams of Crosby in Birmingham (2010)

Shirley Williams, Baroness Williams of Crosby, PC (* 27. Juli 1930 in London) ist eine britische Politikerin (Liberal Democrats) und Dozentin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Shirley Vivien Teresa Brittain Catlin ist die Tochter des Politikwissenschaftlers und Philosophen Sir George Catlin (1896–1979) und seiner Ehefrau, der Schriftstellerin und Journalistin Vera Mary Brittain (1893–1970).

Im Jahr 1955 heiratete sie den englischen Philosophen Bernard Williams, der Professuren an verschiedenen Universitäten in Großbritannien und den USA innehatte und 1999 In den Ritterstand erhoben wurde. Sie hatten eine Tochter (Rebecca). Die Ehe wurde 1974 geschieden. 1987 heiratete sie den Harvard-Professor Richard E. Neustadt († 2003). 2009 wurde ihre Autobiografie "Climbing the Bookshelves" veröffentlicht.

Williams gehörte dem House of Commons an, von 1964 bis 1974 für Hitchin und 1974 bis 1979 für Hertford and Stevenage für die Labour Party, von 1981 bis 1983 für Crosby für die Social Democratic Party. Vom 28. Februar 1974 bis zum 8. April 1976 war sie Ministerin für Preise und Verbraucherschutz (Secretary of State for Prices and Consumer Protection). Vom 10. September 1976 bis 4. Mai 1979 war sie dann Ministerin für Erziehung und Wissenschaften (Secretary of State for Education and Science). Gleichzeitig hatte sie das Amt des Generalzahlmeisterin (Paymaster General) inne.

1981 gründete sie als Teil der damals sogenannten Gang of Four (weitere Mitglieder; Roy Jenkins, David Owen und Bill Rodgers) die Social Democratic Party, weil sie mit dem Einfluss des linken Flügels auf Labour mehr und mehr unzufrieden war und auch ihr Unterhausmandat durch die Labourniederlage von 1979 verloren hatte. Für die SDP zog sie noch 1981 in einer Nachwahl als erstes über diese Partei gewählte Mitglied erneut ins britische Parlament ein.

1983 verlor sie, obwohl Mitglied des SDP-Vorstands, erneut ihrem Parlamentssitz und konnte auch bei den Wahlen 1987 aufgrund des britischen Mehrheitswahlrechts keinen erringen. Sie befürwortete daraufhin maßgeblich die 1988 durchgeführte Fusion der SDP mit der Liberal Party zu den Liberal Democrats. Dennoch zog sie 1988 in die Vereinigten Staaten und war auch am Entwurf der Verfassung von Russland beteiligt. 1993 kehrte sie nach England zurück und wurde im gleichen Jahr in den Adelsstand erhoben. Dadurch bekam sie einen Sitz im britischen Oberhaus (House of Lords) und wurde dort als Nachfolgerin von Bill Rodgers, nunmehr Baron Rodgers of Quarry Bank, im Juni 2001 Fraktionsvorsitzende der Liberal Democrats. Im Juni 2004 folgte ihr in diesem Amt Tom McNally, Baron McNally.

Partei[Bearbeiten]

Williams war 1964 bis 1981 Labour-Mitglied, wechselte dann zur Social Democratic Party (SDP). Diese schloss sich 1988 mehrheitlich mit den Liberalen zu den Liberal Democrats zusammen. Von 1982 bis 1987 war Williams die erste Präsidentin der SDP gewesen.

Werke[Bearbeiten]

  • 1981: Politics is for People
  • 1985: A Job to Live
  • 1988: New Party-New Technology
  • 2003: God and Caesar: Personal Reflections on Politics and Religion
  • 2009: Climbing the Bookshelves

Quellen[Bearbeiten]