Shoalhaven-System

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Shoalhaven-System ist ein System von drei Stauseen und zwei Wasserkraftwerken im Osten des australischen Bundesstaates New South Wales. Es dient sowohl der Sammlung von Trinkwasser für den Großraum Sydney als auch der Gewinnung elektrischer Energie aus Wasserkraft. Es entstand als gemeinsames Projekt der Electricity Commission of New South Wales und dem New South Wales Metropolitan Water, Sewerage an Drainage Board. Der Betrieb der Anlagen wurde nach Fertigstellung in die Verantwortung von Eraring Energy und der Sydney Catchment Authority übergeben.

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Das Wasser des Systems wird in drei Stauseen gesammelt. Dem Lake Yarrunga, dem Fitzroy Reservoir und dem Wingecarribee Reservoir.

Lake Yarrunga[Bearbeiten]

Hauptartikel: Lake Yarrunga

Mit 75 Mio. m³ Stauraum[1] ist der Lake Yarrunga der größte Stausee des Systems. Er entstand 1976 in den Tälern des Shoalhaven River und des Kangaroo River durch den Bau der ‚’Tallowa-Talsperre’’. Bei Erreichen des Stauziels liegt sein Spiegel auf 176 m.

Fitzroy Falls Reservoir[Bearbeiten]

Hauptartikel: Fitzroy Falls Reservoir

Das Fitzroy Falls Reservoir mit 9,95 m³ Stauraum[2] wurde bereits 1974 fertiggestellt. Es wird vom ‚’Yarrunga Creek’’ gespeist und ist durch Röhren, Kanäle und Tunnel sowohl mit dem Wingecarribee Reservoir als auch mit dem Lake Yarrunga verbunden. Bei Erreichen des Stauziels liegt sein Spiegel auf 668 m.

Wingecarribee Reservoir[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wingecarribee Reservoir

Das 24,13 Mio. m³ große[3] Wingecarribee Reservoir wurde ebenfalls 1974 fertiggestellt und wird vom Wingecarribee Swamp gespeist, an dessen Rand es liegt. Unterhalb seiner Staumauer bildet sich der Wingecarribee River. Bei Erreichen des Stauziels liegt der Spiegel des Wingecarribee Reservoirs ebenfalls auf 668 m.

Erzeugung von Elektrischer Energie[Bearbeiten]

Das Shoalhaven-System besitzt zwei Pumpspeicherkraftwerke in Kangaroo Valley (oberhalb des Lake Yarrunga am Kangaroo River) und Bendeela (am Nordufer des Lake Yarrunga). Über die Bendeela Pondage pumpt Letzteres Wasser aus dem Lake Yarrunga in das Fitzroy Falls Reservoir. Von dort kann das Wasser wieder über die Turbinen in den Lake Yarrunga zurückgeleitet werden. Das System bringt es auf ein Maximalleistung von 240 MW.

Auswirkungen auf die Umwelt[Bearbeiten]

Der Shoalhaven River und sein wichtigster Nebenfluss, der Kangaroo River, waren einst als gute Fischwässer für den australischen Barsch bekannt. Leider stellt die Tallowa-Talsperre eine fast unüberwindliche Barriere für Wanderfische dar und verwehrt so dem Barsch den Zugang zu über 80 % seines früheren Lebensraums. Auch das Einsetzen von Barschbrut in den Lake Yarrunga brachte kaum eine Verbesserung der Situation. Eine Fischtreppe an der Tallowa-Talsperre wurde 20 Jahre lang diskutiert, aber bis heute nicht ausgeführt. Seit August 2009 funktioniert ein Fischlift an der Talsperre. Der Lake Yarrunga litt auch unter der verbotenen Einsetzung von sehr schädlichen, exotischen Karpfen, die es heute in großer Zahl im See gibt.

Galeriebilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Water Storage: Tallowa. Bureau of Meteorology. Australian Government
  2. Water Storage: Fitzroy Falls. Bureau of Meteorology. Australian Government
  3. Water Storage: Wingecarribee. Bureau of Meteorology. Australian Government