Shona (Volk)

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Schamane der Shona in traditioneller Kleidung, nahe Great Zimbabwe


Die Shona bzw. Schona, Eigenbezeichnung (im Plural) Mashona sind ein Volk von neun bis elf Millionen Menschen im südlichen Afrika. Ihre Sprache wird ebenfalls Shona genannt, als Eigenbezeichnung ChiShona.

„Shona“ war im 19. Jahrhundert ursprünglich eine abwertende Bezeichnung für alle, die nicht dem Ndebele-Volk angehörten, das zu der Zeit einen Staat beherrschte, dessen Fläche sich weitgehend mit der des heutigen Simbabwe deckte.

Sieglungsgebiet und Gliederung[Bearbeiten]

Shona-Gehöfte in Simbabwe

Die meisten Shona[1] leben im Staat Simbabwe[2], wo sie etwa 70 % der Bevölkerung bilden. Dort wohnen sie vor allem im Norden und Osten dieses Landes. Ein beträchtliche Gruppe lebt auch als Einwanderer in Südafrika. Die Shona gliedern sich in die fünf Hauptgruppen, die vier Hauptdialekte sprechen. Der Karanga-Dialekt wird außer von den Karanga von den Rozvi gesprochen, beides zusammen 4,5 Mio. Menschen. Die weiteren Gruppen sind die 3,2 Mio. Zezuru, die 1,7 Mio. Korekore und die 1,3 Mio. Shona im engeren Sinne. Diese Hauptgruppen gliedern sich in zahlreiche Unterstämme.

Nahe Verwandte[Bearbeiten]

Die Sprache der Kalanga[3] oder West-Shona, 700.000 im Südwesten Simbabwes und 150.000 in Botswana, ist zwar mit dem Shona wechselseitig verständlich, aber anscheinend definieren sie sich als eigenständige Ethnie. Eng mit dem Shona verwandt aber nur bedingt wechselseitig verständlich sind die Sprachen der über 1 Mio. Manyika[4] entlang der zimbabwisch-mosambikanischen Grenze und der überwiegend in Mosambik beheimateten über zwei Millionen Ndau[5] Das gleiche gilt für das Nambya[6] der etwa hunderttausend Banyai, die großenteils in Simbabwe leben.

Religion[Bearbeiten]

Etwa 80 % der Shona sind heute Christen.

Daneben spielen aber Vorstellungen aus der früheren Shona-Religion eine beachtliche Rolle, insbesondere Ahnenkult und Totemismus.

Oberster Gott der traditionellen Shona-Religion ist der in den Himmel entrückte Mwari. Um mit ihm in Kontakt zu treten, werden die Ahnen als Vermittler im Bira-Ritual aufgerufen.

Eine der grundlegenden Prinzipien der Shona-Religion ist die für real gehaltene Verständigung mit der jenseitigen Welt durch Geister, die von einem Medium beherbergt werden, das ihre „Stimme“ weitergeben kann. Es gibt zahlreiche Geister, denen bestimmte Aufgaben zugeordnet werden. Einige bringen Regen; die Ahnengeister Vadzimu bieten Schutz für den Einzelnen und den Clan und verlangen, dass traditionelle Werte strikt beachtet werden.[7] Eine weitere Kategorie sind die von längst verstorbenen Fremden stammenden Mashawe-Geister, die ruhelos umherstreifen, bis sie sich in einem Menschen niederlassen, der daraufhin erkrankt. Dagegen muss der Betreffende gelegentlich mit Hilfe eines Heilers (Nganga) ein ebenfalls Mashawe genanntes Besessenheitsritual durchführen.

Kunst[Bearbeiten]

Bildende Kunst[Bearbeiten]

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die Shona-Skulpturen wegen ihrer bildhauerischen Qualität berühmt und gehören zu einem wichtigen Teil der zeitgenössischen afrikanischen Kunst.

Performance[Bearbeiten]

Der Mbende-Jerusarema-Tanz des Volkes der Zezuru-Shona, eine polyrhythmische Musik mit akrobatischem Tanz, wurde im Jahr 2005 in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen und steht seit 2008 auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Shona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ethnologue.com: Shona
  2. ethnologue.com: Languages of Zimbabwe
  3. ethologue.com: Kalanga
  4. ethnologue.com: Manyika
  5. ethnologue.com: Ndau
  6. ethnologue.com: Nambya
  7. Vgl. Paul F. Berliner The Soul of Mbira: Music and Traditions of the Shona People of Zimbabwe. The University of Chicago Press, 1978