Short Mayo Composite

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Short Mayo Composite

Die Short Mayo Composite war eine Kombination aus einem viermotorigen Flugboot und einem viermotorigen Schwimmerflugzeug auf seinem Rücken. Sie sollte zur transatlantischen Luftpostbeförderung genutzt werden.

Es gab in den frühen 1930er Jahren kein britisches Flugzeug, das einen sicheren und zuverlässigen Lufttransport über den Atlantik geschafft hätte. Aber man wusste, dass ein Flugzeug mit mehr Last fliegen als es starten kann. Also wurde der Flugzeughersteller Short Brothers beauftragt, zwei entsprechende Flugzeuge zu bauen. Zu ihrem Betrieb gründete 1935 der technische Direktor der Imperial Airways, Major R. H. Mayo die Mayo Composite Aircraft Company Ltd.

Als Trägerflugzeug diente die Short S. 21 Maia, ein Flugboot mit vier 920-PS-Bristol-Pegasus XC-Neunzylinder-Sternmotoren, es entsprach in der Auslegung einem Short S. 23 Empire. Der Erstflug der S. 21 fand am 27. Juli 1937 statt[1]. Außer für die Huckepackerprobung diente es auch als Navigationstrainer.

Die obere Hälfte der Kombination bildete die Short S. 20 Mercury. Sie war ein Schulterdecker-Schwimmerflugzeug mit vier Motoren, zunächst Napier Rapier V, später Rapier VI H-Motoren mit 374 PS Leistung. Am 26. August 1937 kam sie das erste Mal in die Luft, die Mercury erreichte eine Reisegeschwindigkeit von 290 km/h. Das Startgewicht von 7.030 kg konnte durch das Mutterflugzeug um 2.268 kg erhöht werden.

Der erste Huckepack-Start fand am 21. Januar 1938 statt, und am 6. Februar konnte die erste erfolgreiche Trennung durchgeführt werden[2]. Nach einer Reihe von Tests und Erprobungen fand am 21. Juli 1938 der erste kommerzielle Flug statt. Dabei konnten nach der Trennung über der irischen Küste 272 kg Fracht und Post nach Montreal in Kanada befördert werden[3]. Die 4.600 km lange Strecke konnte in 20 Stunden und 30 Minuten zurückgelegt werden; das entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 285 km/h. Auf dem Rückflug konnten nach 7,5 Stunden die Azoren erreicht werden.

Am 6. Oktober 1938 konnte die Mercury nach der Trennung über Dundee, Schottland in 42 Stunden auf dem Fluss Oranje in Südafrika landen. Die Maschine war ohne Fracht voll betankt und sollte eigentlich Kapstadt anfliegen, aber der Kraftstoffvorrat reichte nicht, jedoch bedeutete der Flug über nonstop 9.726 km einen neuen Weltrekord[4]. Die letzten Huckepack-Flüge fanden im November 1938 und Januar 1939 auf der Strecke Southampton-Alexandria statt. Die drohende Kriegsgefahr verhinderte danach den weiteren gemeinsamen Einsatz.

Die „Maia“ wurde anschließend zum Passagiertransport umgebaut und im Luftverkehr eingesetzt, bis sie am 11. Mai 1942 im Hafen von Poole bei einem Luftangriff zerstört wurde[5]. Bei Kriegsausbruch beschlagnahmte die Royal Air Force (No. 320 Squadron RAF) die „Mercury“ und nutzte sie zur Ausbildung. Doch schon im August 1941 kam sie zu Short zurück und wurde verschrottet.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße S. 20 Mercury[6]
Spannweite 22,20 m
Tragflügelfläche 56,80 m²
Länge 15,50 m
Höhe 6,17 m
Leergewicht 4.614 kg
Max. Startgewicht 7.030 kg
Nutzlast 454 kg
Triebwerke 4 Napier Rapier VI mit je 365 PS
Höchstgeschwindigkeit 341 km/h
Reisegeschwindigkeit 313 km/h
Reichweite 6280 km
Kenngröße S. 21 Maia[6]
Spannweite 43,89 m
Tragflügelfläche 162,58 m²
Länge 25,88 m
Höhe 9,94 m
Leergewicht 11.229 kg
Triebwerke 4 Bristol Pegasus XC mit je 919 PS
Höchstgeschwindigkeit 322 km/h
Reichweite 1370 km
Gipfelhöhe ca. 9000 m

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Short Mayo Composite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Short S.20/S.21. Abgerufen am 16. September 2012.
  2. Flying Forever - Shorts S.20 and S.21. Abgerufen am 16. September 2012.
  3. Short Mayo Composite. Abgerufen am 16. September 2012.
  4. Short Mayo. Abgerufen am 16. September 2012.
  5. Short S.21 Mayo. 31. Oktober 2007, abgerufen am 16. September 2012.
  6. a b Short Transcontinental Mail Composite Aircraft. 4. Mai 2012, abgerufen am 16. September 2012.