Shredding

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Shredding (deutsch: zerschnipseln) bezeichnet bestimmte schnelle musikalische Elemente eines Gitarren-Solospiels. Der Begriff wird vor allem in der Rockmusik verwendet. Geprägt wurde der Begriff in den 1980er Jahren, in denen viele Gitarristen Spielweisen in ihr Repertoire aufnahmen, die sich durch hohe Geschwindigkeit auszeichnen (z. B. Yngwie Malmsteen, Eddie Van Halen, Randy Rhoads, Steve Vai), auch wenn es bereits vorher einige Gitarristen gab, die sich durch virtuoses Solospiel hervortaten, und die später oft auch als Shredder bezeichnet wurden, so z. B. Al Di Meola oder Steve Morse, die beide eher in Jazz bzw. Fusion zu Hause sind.

Beim Shredding kommen in erster Linie Spieltechniken zum Einsatz, die eine schnelle Folge von Tönen erlauben, also Sweep bzw. Economy Picking, Alternate Picking, Tapping, aber auch Legato-Techniken. Welche dieser Techniken eingesetzt werden, ist von Musiker zu Musiker verschieden. Es gibt Gitarristen, die ein breites Spektrum unterschiedlicher Techniken beherrschen, während andere sich auf eine kleinere Auswahl beschränken.

Berühmte Shred-Gitarristen[Bearbeiten]

Michael Angelo Batio[Bearbeiten]

Michael Angelo Batio wurde im Jahr 2003 von der Musikzeitschrift 'Guitar One' zum schnellsten Shredder aller Zeiten gewählt.[1] Insbesondere durch sein perfektioniertes beidhändiges Gitarrenspiel, welches er an einer doppelhalsigen Gitarre (Rechts- und Linkshändergitarre in einem) zelebriert, hat er sich in der Musikwelt einen Namen gemacht. Als sein Magnum Opus wird häufig sein Song "No Boundaries" genannt, in dem es ihm zweifellos gelingt Schnelligkeit, Präzision und Melodiosität unter einen Hut zu bringen.

Yngwie Malmsteen[Bearbeiten]

Der gebürtige Schwede Yngwie Malmsteen prägte die Welt der Rockmusik in den 1980er Jahren genauso wie Edward Van Halen. Kaum ein anderer berühmter Rock-Gitarrist ist so stark von der Klassik beeinflusst wie Malmsteen, dessen Markenzeichen neben seiner Legato-Technik vor allem seine oft rasend schnell gespielten Klassik-Läufe sind.

Jason Becker[Bearbeiten]

Jason Becker zeigte schon in jungen Jahren sein Talent auf der Gitarre. Ähnlich wie Yngwie Malmsteen beschäftigte er sich intensiv mit klassischen Elementen der Musik und integrierte viele davon in seine Soli. Insbesondere seine Adaptation von Niccolò Paganinis 5. Caprice für E-Gitarre wird auch heute noch von vielen Gitarristen als Beleg für seine außergewöhnlichen Fähigkeiten herangezogen. Becker erkrankte im Alter von 20 Jahren an amyotropher Lateralsklerose (ALS), was dazu führte, dass er nahezu fast alle motorischen Fähigkeiten verlor und nur noch kompositorisch tätig sein konnte.

Paul Gilbert[Bearbeiten]

Paul Gilbert, Gitarrist der Bands Racer X und Mr. Big, machte schon in frühen Jahren durch seine Soli auf sich aufmerksam. Der auch als Solokünstler erfolgreiche Gilbert, der sein Handwerk u. a. am Guitar Institute of Technology lernte, benutzt während seiner Soloparts neben diversen anderen Techniken auch das sog. String Skipping. Dies ermöglicht ihm ähnlich wie beim Tapping den Einbau größerer Intervalle in sein Spiel.

Marty Friedman[Bearbeiten]

Marty Friedman machte sich gemeinsam mit Jason Becker bereits in der Band Cacophony einen Namen. Er stieg Anfang der 1990er Jahre bei "Megadeth" ein und setzte sich mit dem Album "Rust in Peace" (1990) selbst ein Denkmal. Sein Gitarrenspiel ist eher akkord- als skalenorientiert zu beschreiben, wobei er zunehmend von asiatisch und orientalischen Tonmaterial gebrauch macht. 1999 verließ er Megadeth nach fünf erfolgreichen Alben und konzentrierte sich auf seine Solokarriere und sein Leben in Japan. Marty Friedmans Soli in "Tornado of Souls" oder "Lucretia" sind vielleicht die besten Hörtipps, um sein Gitarrenspiel verinnerlichen zu können.

Weitere Gitarristen mit Shred-Elementen[Bearbeiten]

Folgende Gitarristen nutzen in ihren Soli ebenfalls diverse Shred-Elemente:

Joe Satriani[Bearbeiten]

Joe Satriani ist einer der führenden Shred-Gitarristen, und füllt den Großteil seiner Kompositionen oft mit komplexen Legato-Läufen aus. Zudem prägen klare, einprägsame Lead-Passagen seinen Stil. Viele bekannte und erfolgreiche Gitarristen begaben sich als Schüler in seine Obhut, darunter Kirk Hammett und Steve Vai.

Edward Van Halen[Bearbeiten]

Der gebürtige Niederländer Edward Van Halen ist der Gitarrist der Rockband Van Halen, die in den 1980er-Jahren zu den wichtigsten Rock-Acts der Welt gehörten. Er spielt mit Hammer-Ons und Pull-Offs und brachte mit nie da gewesenen Tönen und Effekten die Bedeutung des Vibrato-Hebels auf ein neues Level. Er war mitverantwortlich für die rasante Verbreitung des Tappings, da er dieses in viele seiner Soli integrierte, und dadurch ungeahnte Möglichkeiten des Gitarrenspiels ermöglichte. Neben diesen virtuosen Techniken zeichnet sich sein Spiel durch eine exzellente Rhythmusarbeit aus.

Randy Rhoads[Bearbeiten]

Randy Rhoads gilt neben Edward Van Halen als einer der wohl beeindruckendsten und einflussreichsten Gitarristen seiner Zeit. Bevor er zu Ozzy Osbourne ging, spielte er in der von ihm mitgegründeten Band Quiet Riot. Sein früher Tod 1982 im Alter von nur 25 Jahren verhinderte eine blühende Karriere. Kaum ein anderer Gitarrist wurde mit nur zwei Alben so weltberühmt wie er. Vor allem der Song "Mr. Crowley" vom Album "Blizzard of Ozz" ist ein absolutes Vorzeigestück der Shredkunst.

Dimebag Darrell[Bearbeiten]

Dimebag Darrell (bürgerlich Darrel Lance Abbott) war der einzige Gitarrist des Neo-Thrash-Metal-Quartetts Pantera. Kurz vor seinem Tod (2004) erschien das Debütalbum seiner neuen Band Damageplan. Sein brachial groovender Stil lebte vor allem von Pinched Harmonics, die er mit seinem Floyd Rose-Vibrato in schwindelerregende Höhen trieb, und ohne technische Schwierigkeiten in seine Soli einbaute. Zu diesem Artikel passt daher kein Song besser als The Art of Shredding vom 1990er Album Cowboys from Hell.

Steve Vai[Bearbeiten]

Steve Vai ist einer der anerkanntesten und technisch versiertesten Shred-Gitarristen aus dem Bereich des Rock (primär Instrumental-Rock). Markant für seinen Stil sind äußerst schnelle und komplexe Läufe, zusammengesetzt aus verschiedensten Techniken der modernen Rockgitarre, und sein gefühlvolles Vibrato, mit dem er oftmals singende Lead-Passagen erzeugt. Als Meisterwerk seines Schaffens wird oft seine Komposition For The Love Of God gehandelt.

Eric Johnson[Bearbeiten]

Der Texaner Eric Johnson ist eher für sein stets harmonisches, feinfühliges Spiel und seinen "warmen" Ton bekannt. Er beherrscht sowohl das Spielen mit Plektrum, als auch ohne. Meistens kombiniert er jedoch beides und stützt so seine oft sehr schnellen Läufe auf einen stets harmonischen Background. Erwähnenswert sind auch seine komplexen Chordprogressions. Sein bekanntestes Stück ist das mit einem Grammy ausgezeichnete "Cliffs of Dover".

Zakk Wylde[Bearbeiten]

Zakk Wylde (bürgerlich Jeffrey Phillip Wielandt) wurde von der Welt erstmals 1988 auf dem Ozzy Osbourne-Album "No Rest for the Wicked" wahrgenommen. Zuerst als "Ersatz" für Jake E. Lee gehandelt, verpasste Wylde den nachfolgenden Alben seinen unverwechselbaren eigenen Stempel. Er zeichnet sich vor allem durch seine stilistische Nähe zu Bluegrass und Country aus. Neben seiner fortwährenden Tätigkeit für Ozzy und seinen gelegentlichen Projekten wie z. B. Pride & Glory und diversen Soloalben investierte er viel Zeit in die Groove-Stoner-Rockband "Black Label Society"(BLS), die eine große Fangemeinde entwickelte und heute Kultstatus genießt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Guitar One (Version im Webarchiv WebCite): Die schnellsten Shredder aller Zeiten