Siófok

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Siófok
Wappen von Siófok
Siófok (Ungarn)
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Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Südtransdanubien
Komitat: Somogy
Kleingebiet bis 31.12.2012: Siófok
Koordinaten: 46° 54′ N, 18° 3′ O46.90518.055555555556124Koordinaten: 46° 54′ 18″ N, 18° 3′ 20″ O
Höhe: 124 m
Einwohner: 24.347 (1. Jan. 2011)
Telefonvorwahl: (+36) 84
Postleitzahl: 8600
KSH kódja: 17631
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Árpád Balázs
Postanschrift: Fő tér 1
8600 Siófok
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Siófok [ˈʃioːfok] (deutsch historisch: Fock) ist eine Stadt in Ungarn am östlichen Südufer des Balaton im Komitat Somogy, etwa 120 Kilometer südwestlich von Budapest. Die Stadt ist mit knapp 25.000 Einwohnern die größte Gemeinde am See. Sie liegt auf einer Höhe von 124 m am Sió-Kanal, dem Ausfluss des Sees.

Der Name setzt sich aus den Namen des Flusses Sió und eines früheren Dorfes Fok zusammen.

Schleuse[Bearbeiten]

Schleuse und Sió-Kanal

Die Sió-Schleuse verbindet über den Sió-Kanal den Balaton mit der Donau. Die erste Schleuse wurde bereits im Jahre 1863 gebaut, da sich aufgrund des Baus der südlichen Eisenbahnlinie das Wasserniveau des Sees gesenkt hatte. Die aus den 1940er Jahren stammenden Haupteinrichtungen des Hafens sind die Wasserablaßeinrichtung und Schiffschleuse. Noch heute erinnert dort eine Erinnerungstafel daran, dass dies die erste Schleuse war, welche die Regelung des Wasserstandes des Balaton ermöglichte und auch immer noch in Betrieb ist.

Verkehr[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Siófok in der Gründungsurkunde des Klosters Tihany aus dem Jahre 1055.

Die Türken eroberten die Stadt 1552. Sie erbauten eine Festung und einen Hafen. Am Ende des 17. Jahrhunderts wurde Siófok königliche Freistadt.

Nach dem Bau der südlichen Eisenbahntrasse am Balaton (1861 - Südbahn) veränderte sich die Siedlung langsam. Zunächst wurde Siófok nur zum Umsteigen auf Schiffe genutzt, nach der Veränderung des Pegels 1863 um ca. 1 bis 1,5 m wurde ein Hafen errichtet. Vorher fand der Umstieg in Szántód statt.

Erst später wurde der hier sehr flache und sandige Strand des Sees beliebt. Seit dieser Zeit entwickelte sich Siófok sprunghaft. Ende des 19. Jahrhunderts wurden der zentrale Badestrand angelegt, das heutige Badeviertel erbaut und das Ufer befestigt.

1950 wurde nach einer Bereinigung der Komitatsgrenzen der Ferienort Balatonújhely an Siófok angeschlossen. Siófok wurde Kreisstadt.

Heute ist die Stadt ein bekannter Badeort am Balaton. Im direkt angrenzenden Zamardi findet seit 2007 im Juli das jährliche Festival Heineken Balaton Sound statt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Emmerich Kálmán, Operettenkomponist; sein als Museum eingerichtetes Haus neben dem Bahnhof ist zu besichtigen
  • Imre Varga (* 1923), der Bildhauer, Maler, Designer und Grafiker gilt als der bedeutendste lebende Künstler seines Landes; in Budapest-Óbuda zeigt das „Imre-Varga-Museum“ in einer Dauerausstellung das Lebenswerk des Künstlers
  • Géza Révész (1878–1955), Psychologe

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der als Wahrzeichen geltende alte Wasserturm im Zentrum von Siófok

Die moderne Evangelische Kirche in der Form eines umgestülpten Holzschiffes plante Imre Makovecz. Das Holz für diese durchgehend zimmermännische Konstruktion spendierte die finnische Partnerstadt Oulu. Die „Kirche ist ein besonderes Schmuckstück von Siófok“, schreibt der Bürgermeister auf der Website der Stadt.

Als weiteres Wahrzeichen der Stadt gilt der historische Wasserturm, auf dem Freiheitsplatz im Zentrum der Stadt, mit einer Höhe von 45 m das höchste Bauwerk der Stadt, welcher im Jahr 2012 nach einer umfassenden Rekonstruktion des Turmes und des umliegenden Areals, wieder eröffnet wurde.

Neben dem Turm wurde eine moderne Metall-Skulptur zu Ehren des Grafen Imre Széchenyi, des großen Förderers der Region, errichtet.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siófok – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien