Siavonga

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-16.51805555555628.741666666667Koordinaten: 16° 31′ S, 28° 45′ O

Karte: Sambia
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Siavonga
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Sambia

Siavonga, auch Chapvonga, ist ein Ort am Fluss Lusitu mit 18.000 Einwohnern (Schätzung 2006) und ein Distrikt am Stausee der Kariba-Talsperre mit 72.000 Einwohnern (IRINnews 2006) in Sambia unmittelbar an der Grenze zu Simbabwe, nur wenige Kilometer westlich von Chirundu. Siavonga liegt 528 Meter über dem Meeresspiegel. Bis Lusaka sind es 180 Kilometer.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Siavonga, doch vom Stausee überflutet, liegt die archäologische Fundstätte Ingombe Ilede, wo Siedlungen aus dem 7. Jahrhundert und später gefunden wurden, die dem Munhumutapareich zugeordnet werden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Siavonga ist zunächst ein Touristen- und Safariort neueren Datums. Sein ältestes Haus wurde 1960, also nach Fertigstellung der Talsperre errichtet. Seine Bebauung besteht überwiegend aus Lodges aller Kategorien – meist mit Swimmingpool, da im See zahlreiche Krokodile leben. Der Ort zieht sich vom See den Abhang hinauf. In der Umgebung findet sich Miombowald mit sehr dünner Erdkrume, steilen Abhängen und sehr vielen Felsen. Die touristischen Attraktionen sind die Talsperre, der Sambesi und der Stausee, wo Angeln, Rafting und Paddeln möglich sind. Sieben Kilometer östlich liegt das simbabwische Kariba, einst der eigentliche Touristenort.

Die informellen Siedlungen im Umland von Siavonga wie Kanyelele, die aus Häusern und Hütten bestehen, wie sie überall in Sambia zu finden sind und wo die Menschen vor allem vom Fischen und dem Sammeln von Masau (Ziziphus mauritiana), einer kleinen, sehr gut verkäuflichen, sauren, grünen Beere leben, einem von Elefanten bevorzugten Leckerbissen, was oft Todesopfer fordert. Doch diese aride und sehr erodierte Gegend erlaubt kaum mehr. Die fruchtbaren Äcker im Talboden sind vom Stausee überflutet, die Menschen umgesiedelt. Hier oben erzeugen sie sieben Tonnen Hirse im Jahr, die Stadt verbraucht aber 16 Tonnen. Gleiches gilt für Mais. So ist Hunger ein ständiges Thema. Es fehlt an Bewässerungsausrüstung, Kunstdünger und Lagermöglichkeiten. Die Böden sind arm, zudem zertrampeln Elefanten viele Felder.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Siavonga hat eine ungeteerte, 1.000 Meter lange Flugpiste, Kariba hat eine asphaltierte und insgesamt wesentlich besser ausgebaute Piste. Es gibt ein Distriktshospital und Grund- und Sekundarschulen.

Soziales[Bearbeiten]

Die dominierende Ethnie in Distrikt und Ort ist Tonga.

Siehe auch[Bearbeiten]