Sibylle Berg

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Sibylle Berg (2011)

Sibylle Berg (* 2. Juni 1962 in Weimar) ist eine deutsch-schweizerische Schriftstellerin und Dramatikerin. Sie schreibt Romane, Essays, Kurzprosa und Theaterstücke.

Leben[Bearbeiten]

Sibylle Berg wurde 1962 als Tochter einer Bibliothekarin in Weimar geboren und machte eine Ausbildung als Puppenspielerin. 1984 konnte sie nach einem Ausreiseantrag in die Bundesrepublik Deutschland übersiedeln. Anschließend arbeitete sie in verschiedenen Berufen und fing an zu schreiben.[1]

Ihre ersten beiden Bücher erfüllten nicht ihre eigenen Ansprüche, und so versuchte sie gar nicht erst, die Texte zu veröffentlichen. Erst den Roman Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot bot sie Verlagen an. Nach rund 50 Ablehnungen erschien er 1997 im Reclam-Verlag Leipzig und verkaufte sich über hunderttausendmal. Berg gestaltete ihn zu einem ersten Bühnenwerk um und wurde damit zum Theaterfestival Stücke 2000 eingeladen. Als Romanautorin hat sie bisher dreimal den Verlag gewechselt, zuletzt zu Hanser, wo 2009 ihr Roman Der Mann schläft und 2012 Vielen Dank für das Leben erschienen. Seit ihrem erfolgreichen Erstling ist Berg eine gefragte Autorin für Zeitungen und Zeitschriften wie das Schweizer Magazin, die Zeit[2] oder die Neue Zürcher Zeitung.

Ihre Figuren werden beschrieben als „prall gefüllt mit unerfüllbaren Sehnsüchten, in gruseligen Beziehungen lebend und mit unzulänglichen Körpern ausgestattet“, die sie „durch das Fitnessstudio des real existierenden Neoliberalismus jagte und erbarmungslos scheitern ließ“.[1]

Seit Januar 2011 schreibt sie für Spiegel Online die Kolumne S.P.O.N. – Fragen Sie Frau Sibylle.[3]

2012 schrieb sie einen Artikel in Die Presse, in dem sie sich für die Frauenquote aussprach, die sie als einen notwendigen Schritt zur Gleichberechtigung sieht.[4]

Berg ist verheiratet und lebt seit 1996 in Zürich.[1] Im August 2012 wurde bekannt, dass sie die Schweizer Staatsbürgerschaft angenommen hat.[5]

Ende 2012 begab sich Berg für ihr Buch Vielen Dank für das Leben auf Lesetour durch Deutschland und die Schweiz, bei der sie von den Schauspielern Katja Riemann und Matthias Brandt sowie der Musikerin und Künstlerin Mariya Ocher begleitet wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten]

  • Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot. Roman. Reclam, Leipzig 1997; Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-021577-7
  • Sex II. Roman. Reclam, Leipzig 1998; Reclam, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-021665-1
    • Hörbuch: Sex II. Sibylle Berg liest aus ihrem Roman. Dazu Musik von Rammstein, Element of Crime, u. a. Reclam, Leipzig 1999
  • Amerika. Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg 1999; Goldmann, München 2001, ISBN 3-442-44848-4
    • Gekürzte Hörbuchfassung, gelesen von Sibylle Berg, Hoffmann und Campe, Hamburg 1999
  • Gold. Hoffmann und Campe, Hamburg 2000; erw. Taschenbuchausgabe: Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, ISBN 3-462-03098-1
    • Hörbuch, gelesen von Sibylle Berg, Hoffmann und Campe, Hamburg 2000
  • Das Unerfreuliche zuerst. Herrengeschichten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2001, ISBN 3-462-03037-X
  • Ende gut. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004; Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-23858-6
  • Habe ich dir eigentlich schon erzählt… – Ein Märchen für alle. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2006, ISBN 3-462-03735-8
  • Die Fahrt. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007; Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-24775-0
  • Der Mann schläft. Roman. Hanser, München 2009; DTV, München 2011, ISBN 978-3-423-14002-7
  • Vielen Dank für das Leben. Roman. Hanser, München 2012, ISBN 978-3-446-23970-8
    • in gekürzter Fassung als Hörbuch: Gelesen von Gustav Peter Wöhler, Hörbuch Hamburg, Hamburg 2012. 5 CD, 397 Minuten.
  • Wie halte ich das nur alles aus? Fragen Sie Frau Sibylle. Hanser, München 2013, ISBN 978-3-446-24322-4

Als Herausgeberin[Bearbeiten]

Theaterstücke, Hörspiele[Bearbeiten]

  • Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot. UA: Theater Rampe in Stuttgart, 1999
    • Als Hörspiel (Audio-CD): Der Hörverlag, München 2003
  • Helges Leben. UA: Bochum, 2000
  • Hund, Frau, Mann. UA: Theater Rampe, 2001
  • Herr Mautz. UA: Oberhausen, 9. März 2002, Regie: Klaus Weise, für Hauptdarsteller Rolf Mautz geschrieben
  • Schau da geht die Sonne unter. UA: Bochum, Frühjahr 2003
  • Das wird schon. Nie mehr Lieben! UA: Bochum, Herbst 2004
    • Hörspielfassung bearbeitet von Wolfgang Stahl, NDR 2006: Erstausstrahlung am 5. Juli 2006 im NDR
  • Wünsch dir was. Ein Musical. UA: Schauspielhaus Zürich, 2006
    • Buchausgabe in: Vier Stücke (mit Helges Leben, Schau da geht die Sonne unter und Das wird schon). Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-020168-8
  • Hongkong Airport 23.45. Hörspiel, WDR 2007, 73 Min. Regie: Claudia Johanna Leist
  • Von denen, die überleben. UA: Schauspielhaus Zürich, 2008
  • Die goldenen letzten Jahre. UA: Theater Bonn, 2009
  • Nur Nachts. UA: Wiener Akademietheater, 26. Februar 2010, Regie: Niklaus Helbling
  • Hauptsache Arbeit! UA: Staatstheater Stuttgart, März 2010
  • Missionen der Schönheit. UA: Staatstheater Stuttgart, 30. September 2010, Regie: Hasko Weber
  • Lasst euch überraschen! Ein Weihnachtsstück. UA: Theater Bonn, 3. Dezember 2010
  • Der Mann schläft. Hörspiel. Bearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann, Erstausstrahlung am 12. Mai 2010 im NDR
  • Die Damen warten. UA: Theater Bonn, 15. Dezember 2012, Regie: Klaus Weise
  • Angst reist mit. UA: Staatstheater Stuttgart, 23. März 2013, Regie: Hasko Weber, Sibylle Berg
  • Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen. UA: Maxim-Gorki-Theater, 23. November 2013, Regie: Sebastian Nübling. [6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Daniel Schreiber: Mit dem Leben davongekommen. Porträt in: Cicero, Juli 2012, S. 100–103 (online)
  2. Artikel von Sibylle Berg. In: Zeit Online, abgerufen am 9. Juni 2014.
  3. S.P.O.N. – Fragen Sie Frau Sibylle. Spiegel Online, abgerufen am 9. Juni 2014.
  4. Sibylle Berg: Zu viele Weiber hocken da, das kann nichts werden. In: Die Presse, 11. Februar 2012.
  5. Sibylle Berg auf Twitter. Tweet vom 10. August 2012.
  6. Keine Haltung, dafür aber Unterhaltung in FAZ vom 27. November 2013, Seite 29