Sibylle von Acerra

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Sibylle von Acerra (italienisch: Sibilla di Medania oder Sibilla di Acerra, 1153–1205) war Königin von Sizilien.

Sibylle war Tochter des Grafen Roger von Acerra. Ihr Bruder war Richard von Acerra. In ihrer Ehe mit Tankred von Lecce bekam sie zwei Söhne, Roger und Wilhelm, und mehrere Töchter. Nach Tankreds Thronbesteigung wurde sie Königin von Sizilien. 1193 starb ihr Sohn Roger und im Februar des folgenden Jahres Tankred. Daraufhin wurde sie Vormund ihres Sohnes Wilhelm, den sie zum König krönen ließ. Ihre Anhänger waren Richard von Aiello und dessen Bruder Nikolaus von Salerno. Im Verlauf des Jahres 1194 gelang es Kaiser Heinrich VI. Süditalien zu erobern und nach Sizilien überzusetzen. Sibylle brachte Wilhelm in Caltabellotta in Sicherheit. Eine Verteidigung Palermos war ihr nicht möglich, da dessen Bürger Heinrich die Übergabe der Stadt anboten. Von Heinrich VI. erhielten sie und Wilhelm in Verhandlungen das Fürstentum Tarent und die Grafschaft Lecce als Lehen. Bald wurde sie jedoch der Beteiligung an einer Verschwörung normannischer Adeliger bezichtigt. Sibylle und ihre Töchter wurden im elsässischen Kloster Hohenburg inhaftiert, wo sie vier Jahre trotz Fürsprache Papst Innozenz III. lebte. Erst um 1200 flüchteten sie und ihre Töchter nach Frankreich.

Literatur[Bearbeiten]

Peter Csendes: Heinrich VI., Primus Verlag Darmstadt 1993. ISBN 3-89678-023-9