Notbeleuchtung

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Die Notbeleuchtung ist eine Beleuchtung, die bei Störung der Stromversorgung der allgemeinen elektrischen Beleuchtung wirksam wird oder bleibt.

Allgemein[Bearbeiten]

Gebäude können groß und unübersichtlich sein. Bei Stromausfall ist die Orientierung häufig stark erschwert, wenn nicht gar unmöglich. Ein komplett vom normalen Stromnetz unabhängiges, zweites Beleuchtungssystem mit eigener Stromversorgung ermöglicht das sichere und rasche Verlassen des Gebäudes und erleichtert den Einsatz von Rettungskräften.

Bei der Notbeleuchtung wird unterschieden zwischen Sicherheitsbeleuchtung und Ersatzbeleuchtung. Bei der Sicherheitsbeleuchtung kann unterschieden werden zwischen Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege, Antipanikbeleuchtung und Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung.

Sicherheitsbeleuchtung[Bearbeiten]

Piktogramm auf Sicherheitsbeleuchtungen
Sicherheitsbeleuchtung im Euerwangtunnel (Längsabstand der Lampen: 18 m)

Die Sicherheitsbeleuchtung ermöglicht es Personen, einen Raum oder ein Gebäude im Gefahrenfall sicher zu verlassen, zum Beispiel einen Notausgang zu finden, oder einen gefährlichen Arbeitsablauf zu beenden.

Teil der Sicherheitsbeleuchtung sind beleuchtete Schilder mit den kleinen, laufenden Männchen auf grünem Grund. Dies sind auch Sicherheitsleitsysteme. Zudem ermöglicht die Sicherheitsbeleuchtung auch Rettungskräften, wie der Feuerwehr, die Orientierung während der Rettung von Personen im Gebäude. Eine Besonderheit gibt es in Eisenbahn-, Straßenbahn-, und U-Bahntunneln: Dort werden die Notausgänge statt mit grünen mit blauen, beleuchteten Rettungszeichen gekennzeichnet, um eine Verwechslung mit Eisenbahnsignalen auszuschließen.

Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege[Bearbeiten]

Die Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege hilft dabei, einen Ort gefahrlos zu verlassen (Evakuierung). Sie ermöglicht es, Brandbekämpfungs- und Sicherheitseinrichtungen zu finden.

Antipanikbeleuchtung[Bearbeiten]

Die Antipanikbeleuchtung soll eine Panik im Dunkeln vermeiden. Die Antipanikbeleuchtung muss gleichmäßig verteilt werden, höchstens darf das Verhältnis der größten zur kleinsten Beleuchtungsstärke 40:1 betragen. Nach fünf Sekunden müssen 50 % der geforderten Beleuchtungsstärke vorhanden sein, nach einer Minute 100 % (DIN EN 1838).

Ersatzbeleuchtung[Bearbeiten]

Die Ersatzbeleuchtung stellt sicher, dass bei einem Netzausfall die Arbeiten noch eine gewisse Zeit weitergeführt werden können. Ersatzbeleuchtungen kommen zum Beispiel bei Überwachungsanlagen, Kommandoräumen der Sicherheitsorgane oder von Industrieanlagen oder in Operationsräumen von Krankenhäusern zum Einsatz.

Stromversorgung[Bearbeiten]

Die Stromversorgung erfolgt aus einer Ersatzstromquelle. Dies kann ein Notstromgenerator oder batterie-gestützt sein. Die Notbeleuchtung kann in Dauerschaltung (ständiger Leuchtbetrieb) oder in Bereitschaftsschaltung (Einschaltung der Leuchten bei Stromausfall) betrieben werden. Es gibt auch die Möglichkeit des Ein- und Ausschaltens von Notleuchten. Hierbei sind die Leuchten dann mit elektronischen Modulen ausgestattet, die entweder über eine Ansteuerung mittels örtlichen Tastern oder über einen Datenbus angesteuert werden. Bei Stromausfall der Normalnetzversorgung sorgen die elektronischen Module für eine zwangsweise Einschaltung der Notleuchten (versorgt über die Ersatzstromquelle).

Berufsgenossenschaftliche Regeln[Bearbeiten]

Hinweise zur Gestaltung von Sicherheitsleitsystemen und Sicherheitsbeleuchtungen in Arbeitsstätten sind enthalten in der Berufsgenossenschaftlichen Regel für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit:

  • BGR 216 Optische Sicherheitsleitsysteme (einschließlich Sicherheitsbeleuchtung)

Deutsche Normen[Bearbeiten]

Die Notbeleuchtung ist stark durch Normen geregelt. Beispiele für relevante Normen in Deutschland sind:

  • DIN EN 1838:2013-10 Angewandte Lichttechnik - Notbeleuchtung
  • DIN EN 50172 (VDE 0108-100):2005-01 Sicherheitsbeleuchtungsanlagen
  • DIN V VDE V 0108-100 (VDE V 0108-100):2010-08 Sicherheitsbeleuchtungsanlagen
  • DIN EN 50171 (VDE 0558-508):2001-11 Zentrale Stromversorgungssysteme + Entwurf von 2013-07
  • DIN EN 60598-2-22 (VDE 0711-2-22): Leuchten – Besondere Anforderungen – Leuchten für Notbeleuchtung
  • DIN 4844-1:2012-06 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 1: Erkennungsweiten und farb- und photometrische Anforderungen
  • DIN 4844-2:2012-12 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 2: Registrierte Sicherheitszeichen
  • DIN ISO 3864-1:2012-06 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 1: Gestaltungsgrundlagen für Sicherheitszeichen und Sicherheitsmarkierungen
  • DIN ISO 3864-2:2012-11 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 2: Gestaltungsgrundlagen für Sicherheitszeichen und Sicherheitsmarkierungen
  • DIN ISO 3864-3:2008-07 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 3: Gestaltungsgrundlagen für graphische Symbole zur Anwendung in Sicherheitszeichen
  • DIN EN ISO 7010:2012-10 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Registrierte Sicherheitszeichen (ISO 7010:2011); Deutsche Fassung EN ISO 7010:2012
  • Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.4/3 Sicherheitsbeleuchtung, optische Sicherheitsleitsysteme

Zurückgezogenen Normen:

  • DIN VDE 0108 Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in baulichen Anlagen für Menschenansammlungen
    • DIN VDE 0108-2 für Versammlungsstätten
    • DIN VDE 0108-3 für Geschäftshäuser und Ausstellungsstätten
    • DIN VDE 0108-4 für Hochhäuser
    • DIN VDE 0108-5 für Gaststätten und Hotels
    • DIN VDE 0108-6 für Geschlossene Großgaragen
    • DIN VDE 0108-7 für Arbeitsstätten
    • DIN VDE 0108-8 für Fliegende Bauten als Versammlungsstätten, ...

Die Normenreihe DIN VDE 0108 Teile 1 bis 8 wurde am 1. Oktober 2005 ersetzt durch DIN VDE 0100-718 in Verbindung mit DIN VDE 0100-560 und DIN EN 50172 (VDE 0108-100), durfte aber noch bis zum 1. März 2007 angewendet werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans R. Ris: Beleuchtungstechnik für Praktiker. 2. Auflage. VDE-Verlag, Berlin/Offenbach 1997, ISBN 3-8007-2163-5.
  • Reinald Skiba: Taschenbuch Betriebliche Sicherheitstechnik. 3. Auflage. Erich Schmidt Verlag, Regensburg/Münster 1991, ISBN 3-503-02943-5.

Weblinks[Bearbeiten]