Sick-Building-Syndrom
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| J68 | Erkrankungen der Atmungsorgane durch Einatmen von chemischen Substanzen, Gasen, Rauch und Dämpfen | |
| L25 | Allergische Kontaktdermatitis | |
| R51 | Kopfschmerz und Gesichtsschmerz ohne nähere Angabe | |
| G44 | Sonstige Kopfschmerzsyndrome | |
| R53 | Unwohlsein und Ermüdung | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2013) | ||
Der Begriff Sick-building-Syndrom (Sick building Syndrome, SBS) wird verwendet, um eine Situation zu beschreiben, in denen Bewohner eines Gebäudes Symptome von Krankheiten, die mit zu viel Zeit in einem Gebäude verbunden zu sein scheinen, aufweisen - aber keine spezifischen Ursachen identifiziert werden können.
Inhaltsverzeichnis |
Ursachen [Bearbeiten]
Ursachen des Sick-Building-Syndromes können nicht mit absoluter Sicherheit bestimmt werden. Mögliche Ursachen können Schadstoffe sein, die in der Innenraumluft vorkommen. Dazu zählen zum Beispiel giftige Ausdünstungen, sogenannte flüchtige organische Verbindungen, die durch bestimme Quellen freigesetzt werden, zum Beispiel aus neu angebrachten Materialien, wie etwa Boden- und Teppichkleber und Gifte aus Möbeln (Lacke, Farben und Anstriche), sowie Mineralstoffe aus Dämmmaterialien, Materialien zur Schädlingsbekämpfung, und Reinigungsmittel. Auch können durch nicht oder schlecht gewartete Klimaanlagen oder bei Umluftschaltungen ggf. Schadstoffe, Gerüche, Pollen, Pilzsporen und Keime in die Raumluft gelangen. Außerdem spielt der Tabakrauch eine wichtige Rolle. Einige dieser Stoffe werden auch als krebserregend eingestuft.
Symptome und Beschwerden [Bearbeiten]
Die Symptome können ganz unterschiedlich sein. Unwohlsein, Mattigkeit und Schlaflosigkeit sind eher leichte Beschwerden. Allergien, Kopfschmerzen, Schädigung des Immunsystems, Reizungen der Augen und Atemwege sowie Störungen der Nieren und Leberfunktion bedeuten aber teilweise erhebliche Einschränkungen im alltäglichen Leben und vermindern die Lebensqualität. Sogar Depressionen können dadurch ausgelöst werden. Da einige Stoffe als krebserregend eingestuft sind, kann eine Schadstoffbelastung der Innenraumluft nicht nur zu einem SBS, sondern in schweren Fällen sogar zu einer Krebserkrankung führen.
Gesetzliche Richtlinien zur Prävention [Bearbeiten]
Für etwa 20.000 verschiedene Materialien und Produkte Europaweit ist die Europäische Bauproduktenrichtlinie und das deutsche Bauproduktgesetz die rechtliche Grundlage. Die CE-Kennzeichnung (Conformité Européenne, europäische Konformität) ist der Nachweis für den Europäischen Binnenmarkt. Für „Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz“ gelten nationale Regelungen. Mit der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller die Konformität des Produktes mit den zutreffenden EG-Richtlinien und die Einhaltung der darin festgelegten „wesentlichen Anforderungen“ dürfen. Darunter befindet sich – gleich an erster Stelle – die Freisetzung giftiger Gase. In Deutschland wurde 1997 der Ausschuss für die gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten gegründet, kurz AgBB. Der AgBB entwickelte das Bewertungsschema zur gesundheitlichen Bewertung der Emission flüchtiger organischer Verbindungen aus Bauprodukten, die in Innenräumen Verwendung finden.
Maßnahmen zu Verbesserung der Luftqualität [Bearbeiten]
Um diesem Problem besser beizukommen, ist es notwendig, dass wirklich regelmäßig das Fenster geöffnet wird. Am besten ist Stoßlüften, alle paar Stunden für rund zehn Minuten.
Natürliche Luftfilter: Pflanzen verbessern das Raumklima immens und tragen zu mehr Wohlbefinden bei. Sie wirken in der Wohnung als natürliche Luftfilter und nehmen unter bestimmten Voraussetzungen Giftstoffe auf und neutralisieren so schädliche Dämpfe im Innenraum.
Die amerikanische Weltraumbehörde NASA beschäftigt sich seit über 20 Jahren innerhalb eines Raumfahrtteilprojektes damit, Umweltgifte aus geschlossenen Räumen zu eliminieren. Hierbei fanden Wissenschaftler heraus, dass es einige wenige Pflanzen gibt, die Gifte aus der Luft absorbieren können.[1]
Technische Maßnahmen: VOCs lassen sich durch den Einbau von Geräten mit Ionisationsröhren in die jeweilige Lüftungstechnik von Gebäuden sicher beseitigen.
Verwandte Themen [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Burge PS. Sick building syndrome. Occup Environ Med. 2004 Feb;61(2):185–90. Review. PMID 14739390
- Hodgson M. Indoor environmental exposures and symptoms. Environ Health Perspect. 2002 Aug;110 Suppl 4:663-7. Review. PMID 12194903
- Appleby PH. ABC of work related disorders. Building related illnesses. BMJ. 1996 Sep 14;313(7058):674-7. Review. PMID 8811763
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Interior Landscape Plants for Indoor Air Pollution Abatement (PDF-Datei; 1,16 MB) Abschlussbericht aus dem Jahre 1989
Weblinks [Bearbeiten]
- Innenraumluftqualität – Sick Building Syndrom (Übersichtsartikel des FLUGS-Fachinformationsdienstes am GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (PDF-Datei; 252 kB)
- Ärztekammer, Luftschadstoffe – Auswirkungen auf den Menschen (PDF-Datei; 710 kB)
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