Sidekick

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Sidekick in der Unterhaltungsbranche. Für das gleichnamige von T-Mobile vertriebene Gerät siehe Hiptop, für die PC-Software SideKick siehe SideKick (Software).

Der Begriff Sidekick (englisch für Handlanger, Kumpan) bezeichnet in der Literatur und in der darstellenden Kunst sowie im Film eine spezielle Art von Nebenrolle, meistens den Begleiter der Hauptfigur.

Sinn und Zweck[Bearbeiten]

Oft hat der Sidekick die dramaturgische Aufgabe, sich vom Helden dessen Gedanken und Pläne mitteilen zu lassen, so dass der Leser oder Zuschauer auch ohne allwissenden Erzähler oder inneren Monolog von ihnen erfährt. Eine der bekanntesten literarischen Figuren ist Dr. Watson, dem Sherlock Holmes erklärt, wie er die Fälle gelöst hat.

Der Sidekick erfüllt aber auch den Zweck, die überlegenen Fähigkeiten des Helden herauszustellen. Neben Sherlock Holmes und Dr. Watson gilt als Beispiel das Gespann Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar.

Diejenigen Nebenfiguren, die nicht dem Helden, sondern dem Schurken zur Seite stehen, werden weniger als Sidekick, sondern eher als Schergen, Handlanger oder Lakaien bezeichnet. Das englische Äquivalent zum Schergen oder Lakaien ist der Henchman (z. B. Crabbe und Goyle als Henchmen von Draco Malfoy in der Harry-Potter-Reihe).

Da der Sidekick häufig als deutlich weniger talentiert als der Protagonist dargestellt wird, nennt man ihn in der Literatur auch den „idiot friend“.[1]

In Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Im Film werden jene Nebendarsteller als Sidekick bezeichnet, deren Charaktere darauf angelegt sind, dem Zuschauer zu gefallen. Zumeist sind diese Nebendarsteller im Film auch für die Komik verantwortlich. Der Sidekick ist außerdem dafür prädestiniert, während des Films effektvoll zu sterben, vor allem im klassischen Western. In den 1930er Jahren erhielten die Abenteuerfilme von Errol Flynn durch dessen Sidekick Alan Hale ihre komische Note.

Im Fernsehen bezeichnet Sidekick einen Ansprechpartner oder Gehilfen des Moderators, der aktiv in den Ablauf eingebunden ist und mit dem sich das Publikum persönlich identifizieren soll, z. B. die Assistentin Maren Gilzer in Glücksrad, Heinz Eckner in Rudi Carrells Show Am laufenden Band, Reno Nonsens in Heinz Schenks Blauem Bock, Hias in Karl Moiks Musikantenstadl, Herbert Feuerstein in Schmidteinander, Manuel Andrack in der Harald Schmidt Show, Harald Schmidt in Olympia mit Waldi & Harry, Karl Dall bei Verstehen Sie Spaß? oder „Showpraktikant“ Elton in Stefan Raabs TV total.

Einige TV-Serien nennen (oft sogar innerhalb der fiktiven Welt) den Sidekick des Helden „Anhängsel“.

In anderen Medien[Bearbeiten]

Im Comic bezieht sich der Ausdruck auf einen dem Superhelden zur Seite gestellten Helfer (z. B. Batman und Robin oder Captain America und Bucky).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der „idiot friend“ bei Agatha Christie aufgerufen am 13. Oktober 2011