Sideman

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Sidemen (oder Gastmusiker) sind in der Öffentlichkeit bekannte Instrumentalisten oder Vokalisten, die von anderen Interpreten oder Musikproduzenten gegen Honorar angeheuert werden, um bei Tonaufnahmen in Tonstudios oder bei Konzerten mitzuwirken.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Sie sind nicht anonym wie Sessionmusiker, sondern in der Musiköffentlichkeit durchaus als eigenständige Interpreten bekannt. Der Ausdruck entstand etwa 1936 durch den Einsatz von Gastmusikern im Jazz, wo eine mehr oder weniger formelle Jazzband sich durch Sidemen ergänzen ließ. Dort ist der Sideman weder der Leader der Jazzband noch ein Solist,[1] [2] sondern beispielsweise Satzbläser.[3] Die Sidemen ergänzten die Jazzband musikalisch und verbesserten ihre Darbietung. Später kamen Sidemen auch in der Bluesmusik zum Einsatz, als sich Blueslegenden wie Muddy Waters oder Howlin’ Wolf durch Sidemen wie Otis Spann, Willie Dixon oder Hubert Sumlin begleiten ließen. Den meisten Sidemen gelang es, aus dem Schatten ihrer Funktion herauszutreten und eigenständige Karrieren zu organisieren. Verlieren Sessionmusiker ihre Anonymität und treten selbst auf, werden sie zu Sidemen, sofern sie weiterhin auch andere Künstler begleiten. Beispiel hierfür ist der britische Gitarrist Jimmy Page, der als Mitglied der Yardbirds bekannt war und zudem zahlreiche britische Popmusiker bei Tonaufnahmen begleitete.

Trivia[Bearbeiten]

Nach dem Sideman wurde die erste kommerziell genutzte elektronische Rhythmusmaschine von Wurlitzer benannt, die 1957 als Beistellgerät zur Wurlitzer-Orgel bis 1965 hergestellt wurde.

Namhafte Gastmusiker[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jürgen Wölfer, Lexikon des Jazz, 1993, S. 464
  2. The American Heritage Dictionary of the English Language, Fourth Edition 2009, über Sideman
  3. Wieland Ziegenrücker/Peter Wicke, Sachlexikon Popmusik, 1985, S. 357