Siebenbürgische Schule

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Die Siebenbürgische Schule (rum. Școala Ardeleană) war eine kulturelle Bewegung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und im 19. Jahrhundert in Siebenbürgen. Sie nahm ihre Anfänge, nachdem um 1700 die Griechisch-Orthodoxe Kirche in Siebenbürgen ihre Unterordnung zum Phanar aufgab und sich mit Rom unierte und somit zur Rumänischen griechisch-katholischen Kirche wurde. Die neuen Kontakte mit Rom brachten den Rumänen in Transsylvanien die Ideen des Zeitalters der Aufklärung. Größere Zentren der Bewegung befanden sich in Blaj, Oradea, Lugoj und Beiuș.

Ihre Mitglieder waren die ersten Rumänen, die die Rumänische Ethnogenese von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachteten. Sie brachten historische und philologische Argumente für die Theorie einer direkten Abstammung der heutigen Rumänen von der ehemaligen römischen Bevölkerung Dakiens (die so genannte Dako-romanische Kontinuitätstheorie).

Eine der ersten Unternehmungen dieser Bewegung war die Verfassung des en:Supplex Libellus Valachorum.

Die Siebenbürgische Schule hatte beträchtliche Auswirkungen auf das Selbstverständnis der Rumänen im Karpatenbecken und auch auf jene jenseits der Berge und führte zum Nationalen Erwachen der rumänischen Bevölkerung. Die Verse der heutige Hymne Rumäniens (Deșteaptă-te, române!) entstanden in dieser Zeit und bildeten zuallererst die siebenbürgische Hymne.

Die Schule entwickelte auch das gegenwärtige, auf dem Latenischem Alphabet basierende, Rumänische Alphabet, welches 1860 das bis dahin benutzte Alphabet auf kyrillischer Basis ablöste. Die Aussprachregeln wurden vom Italienischen und Französischen abgeleitet.

Durch Lautwandel wurde aus den Vokalen i, a und u teilweise der Vokal ɨ. Philologen schlugen nun eine etymologische Schreibung vor, nach der das Alphabet für ein und denselben Laut ɨ sowohl einen Buchstaben î als auch die Buchstaben â und û enthalten solle, um Wörter lateinischen Ursprungs dementsprechend schreiben zu können. So sollte beispielsweise rum. în mit î geschrieben werden, da es von lat. in abstammt, rum. sûnt mit û, da es von lat. sum abstammt und român mit â, da es auf lat. romanus zurückzuführen ist.

Ein anderer spürbarer Beitrag der Schule betrifft den ersten Sprachgebrauch von französischen und italienischen Neologismen.

Bekannte Vertreter der Bewegung[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]