Siebengebirge

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Siebengebirge
Karte des Siebengebirges mit den 13 höchsten Gipfeln

Karte des Siebengebirges mit den 13 höchsten Gipfeln

Siebengebirge 1900

Siebengebirge 1900

Höchster Gipfel Großer Ölberg (460,1 m ü. NHN)
Lage Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen
Teil von Unteres Mittelrheingebiet, Rheinisches Schiefergebirge
Einteilung nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Koordinaten 50° 40′ N, 7° 15′ O50.6635611111117.2455361111111460.1Koordinaten: 50° 40′ N, 7° 15′ O
Typ Mittelgebirge
Gestein Trachyt, Latit, Basalt
Siebengebirge aus nordwestlicher Ansicht. 1: Oelberg. 2: Lohrberg. 3: Löwenburg. 4: Nonnenstromberg. 5: Petersberg. 6: Wolkenburg 7: Drachenfels

Das Siebengebirge ist ein rechtsrheinisches, südöstlich von Bonn, im östlichen Stadtgebiet der Städte Königswinter und Bad Honnef gelegenes Mittelgebirge, das aus mehr als 50 Bergen und Anhöhen besteht. Es ist vulkanischen Ursprungs und vor etwa 25,5 Millionen Jahren im Oligozän entstanden. Die letzte vulkanische Aktivität ereignete sich im Miozän und führte zur Entstehung des Petersberges. Das Siebengebirge gehört komplett zum Naturpark Siebengebirge, einem der ältesten Naturparks Deutschlands. Der Schutz ist in einem spezifischen Regelwerk geregelt. Das Naturschutzgebiet Siebengebirge mit noch stärkeren Schutzvorschriften ist etwas enger gefasst, enthält gleichwohl, neben dem nördlich angrenzenden Westteil des Ennert und der sich im Süden ans Gebirge anschließenden Nordhälfte des Rheinwesterwälder Vulkanrückens, das komplette Siebengebirge. Es ist das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens. Das Siebengebirge wurde 2006 in die Liste der 77 ausgezeichneten Nationalen Geotope aufgenommen.[1]

Das Siebengebirge grenzt südöstlich zwar unmittelbar an den (naturräumlichen) Westerwald, wird jedoch bereits zum Mittelrheingebiet (Unteres Mittelrheingebiet) gezählt. Während die Grenze im Süden durch das Schmelztal und im Osten durch das Logebachtal markiert wird, ist sie im Westen (Rheintal) und Norden (Ennert) weniger eindeutig ausgeprägt.

Das Siebengebirge aus südöstlicher Richtung (Luftaufnahme)

Die Berge des Siebengebirges[Bearbeiten]

Folgende, nachfolgend nach Höhe geordneten Erhebungen sind von Bedeutung (Höhe und Lage je in Klammern, die „großen 7 Berge des Siebengebirges“ sind fettgedruckt):

Blick auf das Siebengebirge aus südlicher Richtung

Herkunft der Bezeichnung „Siebengebirge“[Bearbeiten]

Luftbild des Siebengebirges mit den Bonner Rheinauen
Blick vom Ölberg über die Gipfel des Siebengebirges

Die Entstehung der Bezeichnung „Siebengebirge“ ist nicht eindeutig geklärt. Es existieren verschiedene Erklärungen:[2]

  1. Die älteste Namensnennung (Moller, 1590) lautet Sieben Berge (septem montes). Je nach Blickrichtung rheinauf- oder abwärts erkennt man tatsächlich etwa sieben Berge, obwohl sie nicht immer dieselben und auch nicht die höchsten sind. Diese Erklärung ist die landläufig meistgenannte, wenn auch in der nicht ganz richtigen Form, dass die Bezeichnung „Siebengebirge“ genau auf die sieben Hauptgipfel hinweist. Vielmehr steht die Zahl sieben häufig symbolisch für Gesamtheit, z. B. „Siebensachen“ oder auch „Siebenbürgen“.
  2. Außerdem erscheint die auch als magisch betrachtete Zahl sieben naheliegend für ein Gebirge, das bis zum beginnenden 19. Jahrhundert als abweisend, schwer durchdringlich, unheimlich und als Schauplatz von Sagen und Spukgeschichten galt. Z. B. staute sich einer Legende nach der Rhein an dieser Stelle, weil sich dort eine Hügelkette befand. Hinter dieser Kette lag eine Stadt, die darunter litt, dass sie kein Wasser bekam. Also beschlossen die Bürger, sieben Riesen damit zu beauftragen, den Rhein zu befreien. Nach getaner Arbeit reinigten die Riesen ihre Spaten, und so entstanden die Berge. Eine andere Version, rheinaufwärts angesiedelt, lautet: Sieben Riesen wurden aus Holland gerufen, um das Binger Loch zu graben, damit der Rhein abfließen konnte. Nach getaner Arbeit rasteten sie auf dem Heimweg nach Holland bei Königswinter und stießen ihre Spaten in die Erde. Als sie weiterzogen, blieben die Erdbrocken von den Spaten als sieben Berge zurück.
  3. Sieben könnte durch Volksetymologie aus dem ripuarischen Wort Siefen entstanden sein, das ein feuchtes Bachtal bezeichnet, oder aus Sieden, wegen der Seifensieder, die in den Tälern tätig waren; da das Seifensieden mit Geruchsbelästigung verbunden ist, sei dieser Berufszweig aus den umliegenden Ortschaften in die abgelegenen Täler verlagert worden. Für diese volksetymologischen Erklärungen gibt es jedoch keine Belege: Bereits die älteste historisch nachgewiesene Bezeichnung lautet, wie oben erwähnt, nach der Zahl sieben.

Geringere lokale Verbreitung hat der Name „Siebenhaargebirge“. Zur Bedeutung von „Haar“ als (bewaldeter) Höhenzug siehe Hardt (Toponym) und vgl. Haard, Haarstrang, Hardthöhe, Rothaargebirge, usw.

Blick vom Naturschutzgebiet Rodderberg auf das Siebengebirge

Entstehung des Siebengebirges[Bearbeiten]

Vor circa 400 bis 350 Millionen Jahren lagerten sich in der Zeit des Unterdevons durch das Devonmeer und die darin mündenden Flüsse das Grundgestein Grauwacke, Tonschiefer und Sandstein ab. Vor etwa 350 bis 280 Millionen Jahren wurde dieses Gestein durch Druck aufgepresst und zusammengefaltet. Es bildete sich das Variszische Gebirge, dessen Gebiet sich von der Bretagne bis nach Polen hinzog. Vor etwa 67 bis 58 Millionen Jahren wurde das Variszische Gebirge durch Einflüsse der Umwelt, z. B. Wind und Wasser zu einem Rumpfgebirge mit welliger Oberfläche abgetragen.

Vor etwa 37 Millionen Jahren verlagerte sich infolge dieser Absenkung die Nordsee bis in die Gegend des heutigen Bonns und zog sich vor etwa 25 Millionen Jahren wieder in Richtung Norden zurück. Ab ca. 28 Millionen Jahren vor Heute kam es im Siebengebirgsraum zu vulkanischen Aktivitäten, wodurch große Mengen trachytischer Asche ausgestoßen wurden und zu einer ursprünglich einige hundert Meter mächtigen Tuffablagerung führten. In die Tuffdecke drangen Trachyte, Latite und Alkalibasalte in Form von Quellkuppen, Schlotfüllungen und Gängen ein. Die stärkste Aktivität endete vor ca. 22 Millionen Jahren, nur die Förderung basaltischer Gesteine hielt länger an, sie endete vor höchstens 15 Millionen Jahren (Walter, 1995).

Erneut wurden durch Einflüsse von Wind und Wasser die Schichten (vor allem Asche) abgetragen, die nicht resistent waren. Vor etwa 450.000 Jahren begann sich der Rhein durch das sich hebende Rheinische Schiefergebirge einzuschneiden. Die zahlreichen Kurven und Knicke im Verlauf zwischen Bingen und Bonn sind als freie Mäander (Flussschlinge) in einem flachen Tal entstanden und wurden bei der Hebung als Zwangsmäander eingeschnitten. Das Siebengebirge wird als „Kern des Mittelrheinischen Vulkangebiets“ charakterisiert, das in Nordwest-Südost-Richtung eine Länge von 35 km und in Südwest-Nordost-Richtung eine Länge von 30 km aufweist. Vom Rest dieses Vulkangebiets unterscheidet es sich durch eine größere Anzahl und Dichte vulkanischer Gesteinsarten.[3]

Innerhalb von Millionen von Jahren bildete sich so die Vulkanregion Siebengebirge.

Panoramabild des Rheintales von der Godesburg aus

Frühere Nutzung des Siebengebirges[Bearbeiten]

Steinbrüche[Bearbeiten]

Oberkasseler Steinbrüche

Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. entstanden im Siebengebirge die ersten römischen Steinbrüche. Die Römer eröffneten drei Steinbrüche am Drachenfels, dem Rüdenet und am Großvaterstuhl. Dort wurde Trachyt abgebaut, das mit Schiffen auf dem Rhein abtransportiert wurde. Vermutlich diente das harte Gestein dem Bau von repräsentativen Gebäuden.

Nach dem Zerfall des römischen Reiches kam es erst im 11. Jahrhundert zur Wiedereröffnung zahlreicher Steinbrüche. Die nun abgebauten Gesteine wurden zum Bau zahlreicher rheinischer Kirchen genutzt. Der Bau des Kölner Doms wurde bereits im Jahr 1248 mit Steinen des Siebengebirges angefangen, der Abbau dafür hielt 312 Jahre bis in das Jahr 1560 an.

Weitere Steinbrüche wurden von der Zisterzienserabtei Heisterbach (dem heutigen Kloster Heisterbach) betrieben und zur Errichtung des Klostergebäudes und der Abteikirche mit Latitgestein genutzt.

Im Jahr 1827 erwarb die Königswinterer Steinhauergewerkschaft den Bergkegel des Drachenfelses und eröffnete im oberen Berghang mehrere Steinbrüche. Ein von der Burgruine ins Tal gestürztes Mauerstück führte zur Einstellung der Steinbrucharbeiten durch die königliche Regierung am 4. Mai 1828 in Köln. Der preußische Fiskus erwarb in den folgenden Jahren den Bergkegel des Drachenfelses für 10.000 Taler und konnte so die Burgruine Drachenfels erhalten. Der Abbau in zahlreichen weiteren Steinbrüchen im Siebengebirge (Stenzelberg, Wolkenburg, Ennert, Dollendorfer Hardt) war von dieser Rettungsmaßnahme allerdings nicht betroffen.

Bergbau[Bearbeiten]

Die in der Devonzeit entstandenen Erzgänge der Buntmetalle Kupfer, Blei und Zink wurden spätestens seit römischer Zeit abgebaut. Im Jahre 1857 wurde in den Bonner Jahrbüchern des Rheinischen Landesmuseums der Fund einer römischen Silbermünze vermerkt, die auf dem Virneberg „in einer Tiefe von 18 Fuß gefunden wurde“. 1905 wurde in einem alten Stollen ein römisches Gefäß mit Bronzegegenständen entdeckt.

Bei Rheinbreitbach war der wichtigste St. Josefsgangzug, in dem im Wesentlichen Kupfererz abgebaut wurde. Im Schmelztal und im Einsiedlertal wurden Blei- und Zinkerz gehauen. Zahlreiche Bergwerke gab es in den Aegidienberger Ortsteilen Neichen und Brüngsberg und im nahegelegenen Quirrenbach. Die nördlichsten Vorkommen des Abbaugebietes lagen bei Bennerscheid.

Mit dem Verfall der Buntmetallpreise kam der Bergbau im Siebengebirge ab 1875 zum Erliegen.

Schutz des Siebengebirges[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Weilberg – Europäisches Diplom

Die zahlreichen Steinbrüche zwischen dem 1. Jahrhundert n. Chr. und dem 19. Jahrhunderten führten zu einer sukzessiven Zerstörung der Landschaft. Die Steinbrüche drohten das Siebengebirge völlig zu verwüsten. Um den markantesten Berg und seine Burgruine vor dem Steinbruchbetrieb und damit vor der endgültigen Veränderung zu retten, enteignete der preußische König, ohne eine Rechtsbefugnis dafür zu haben, die Besitzer des Drachenfelses. Im Jahre 1836 erwarb die preußische Regierung den Drachenfels samt Burgruine zum Schutze der Natur für 10.000 Taler. Zum Schutz des Siebengebirges wurde 1869 der VVS (Verschönerungsverein für das Siebengebirge) gegründet, dem zahlreiche wohlhabende Bürger aus Bonn angehörten. Nachdem im Jahre 1920 der Begriff des Naturschutzes erstmals gesetzlich verankert wurde, ist das Siebengebirge am 7. Juni 1922 durch den preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung sowie für Landwirtschaft und Forsten (zusammen mit der Lüneburger Heide) zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Es ist somit eins der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands. Ein Jahr später wurden durch eine Verordnung der Kahlschlag von Wäldern verboten sowie zahlreiche Pflanzen und Tierarten unter Schutz gestellt. Durch eine weitere Verordnung im Jahre 1930 wurde jede auf Gewinnung von Bodenschätzen gerichtete Tätigkeit untersagt. Es kam zur Einstellung aller Steinbruchaktivitäten.

Es ist kein Zufall, dass der Anstoß zur Errichtung von Naturparks in Deutschland durch den Naturschützer und Mäzen Alfred Toepfer in einer Rede am 6. Juni 1956 in Bonn erfolgte. Bereits 1956 erfolgte die Einrichtung von Naturparks in Deutschland, und das Siebengebirge gehörte zu den ersten Parks.

1971 wurde durch den Ministerrat des Europäischen Rates der Naturpark Siebengebirge erstmals mit dem Europäischen Diplom (heute: Europäisches Diplom für geschützte Gebiete) ausgezeichnet.

Projekt Nationalpark[Bearbeiten]

Zwischen 2007 und 2009 wurde die Einrichtung des 15. deutschen und zweiten nordrhein-westfälische Nationalparks, des Bürgernationalparks Siebengebirge diskutiert und vom Land, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis betrieben. Geplant war die Aufwertung des staatlichen Anteils der 4800 Hektar Naturschutzgebiets im Naturpark Siebengebirge zum Nationalpark. Ein Nationalparkzentrum sollte für fünf Millionen Euro aus Landesmitteln in Rhöndorf errichtet werden.[4] In Bad Honnef wurde der Nationalpark durch weite Teile der Bevölkerung abgelehnt; durch den ersten Bürgerentscheid der Stadtgeschichte gleichzeitig mit der Bundestagswahl 2009 wurde im September 2009 der Gemeinde schließlich verboten, die städtischen Anteile des Naturparks an das Land zu verpachten; damit scheiterte der Nationalpark.[5]

Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS)[Bearbeiten]

Der VVS ist Träger des Naturparks. Er wurde am 4. Dezember 1869 in Bonn gegründet. Erster Präsident des VVS war Ernst Heinrich von Dechen. Hauptziel ist der Schutz des Siebengebirges. Der Waldbestand am Drachenfels und an der Löwenburg sowie einige verpachtete Immobilien befinden sich im Besitz des VVS. Forstwirtschaft, der Erhalt und Bau von Wegen sind einige Teilaufgaben. Zurzeit hat der Verein ca. 1.500 Mitglieder. Heute hat der Verein seinen Sitz im „Naturparkhaus“ auf der Margarethenhöhe, wo auch eine Informationsstelle für das Siebengebirge untergebracht ist.[6]

Das heutige Siebengebirge[Bearbeiten]

Ansicht von Aegidienberg
v. l. n. r.: Löwenburg, Lohrberg und Großer Ölberg
Blick von Bonn über den Rhein auf das Siebengebirge. Im Vordergrund: Post Tower und „Langer Eugen
Streuobstwiese am Wintermühlenhof im Siebengebirge bei Königswinter, mit Schafbeweidung

Das Siebengebirge ist eine bewaldete Hügellandschaft. Der Naturpark Siebengebirge umfasst davon ein Areal von 4800 ha und ca. 200 km ausgeschilderte Wanderwege. Die Eigentümer des Siebengebirges sind die Städte Bad Honnef und Bonn, der Verschönerungs-Verein Siebengebirge, die Bundesrepublik Deutschland, die ehemalige Mannesmann AG (nicht endgültig geklärte Besitznachfolge) sowie zahlreiche kleinere Waldbesitzer. Der Naturpark Siebengebirge dient heute als Erholungsgebiet und wird bis auf die Teile des Naturschutzgebietes land- und forstwirtschaftlich (geregelte Abholzung, Anbau von Wein, Getreide etc.) genutzt.

Politische Aufmerksamkeit erfährt das Siebengebirge durch das Bundesgästehaus (offiziell Gästehaus der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland) auf dem Petersberg.

Verkehr[Bearbeiten]

Da die Stadt Königswinter seit Jahren massiv Bauland im Siebengebirge ausweist, sind insbesondere die Landesstraßen L 331 (KönigswinterIttenbach), L 268 (OberdollendorfOberpleis) und L 490 (OberkasselBirlinghoven), die diese Gebiete an die Arbeitsplatzschwerpunkte in Bonn anbinden, im Berufsverkehr überlastet. Deshalb fordern die Stadt Königswinter sowie eine Bürgerinitiative den Ennertaufstieg (auch Siebengebirgsentlastung) als Teil der Südtangente, der die A 562 bis zur A 3 mit einer weitgehend oberirdisch und in einem Teilstück als Tunnel geführten Straße durch den Ennert (nördlicher Ausläufer des Siebengebirges) verbinden würde. Andere Bürgerinitiativen, die Stadt Bonn und zahlreiche Orte der Stadt Königswinter lehnen diese neue Straßenverbindung ab.

Da die Realisierungschancen des Projektes aufgrund der Herausnahme aus dem Bundesverkehrswegeplan gesunken sind, wurde ein Verkehrskonzept für den Siebengebirgsraum erstellt und alternative Entlastungsmöglichkeiten geprüft. Nunmehr werden Maßnahmen wie eine Ortsumgehung von Ittenbach und ein Tunnel durch den Großen Ölberg vorgeschlagen. Eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs wird dagegen von den Verkehrsplanern des Rhein-Sieg-Kreises abgelehnt, die sich weiterhin für die Südtangente einsetzen.

Wanderwege[Bearbeiten]

Der Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden führt über die schönsten Teile des Siebengebirges. In Königswinter-Oberdollendorf ist ein Stück des dortigen 2,2 km langen Weinwanderweges in den Rheinsteig eingebunden.

Bemerkenswerte Wanderwege findet man auch in den unzähligen Tälern am Westhang des Siebengebirges. Beispiele sind das Nachtigallental (von Königswinter ausgehend) und das Annatal/Tretschbachtal (von Rhöndorf ausgehend).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Siebengebirge gibt es neben Wander- und Radwegen durch die vulkanische Bergregion zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten:

Der Park des Schloss Drachenburgs und das Arboretum Park Härle wurden in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Petersberg – Senkrechtaufnahme

Legenden und Sagen über das Siebengebirge[Bearbeiten]

Es gibt viele Sagen über das Siebengebirge; die mittelalterliche Sage über Den fiesen Drachen ist eine der bekanntesten.

Sie handelt von einem Drachen, der von seinem Berg – dem Drachenfels – aus auf Handelsschiffe wartete, die auf dem Rhein entlang fuhren. Sobald ein Schiff nahe genug war, spuckte er Feuer in diese Richtung und sah freudig zu, wie die Besatzung verbrannte oder in den Wogen des Rheines ertrank.

Eines Tages kam wieder einmal ein Schiff am Drachenfels entlang. Es war jedoch randvoll mit Pulver beladen, doch dies bemerkte der Drache nicht. Er wartete in einem sicheren Versteck am Hang des Berges und spie wieder sein Feuer in diese Richtung, als das Schiff nahe genug war. Doch konnte er gerade noch sehen, wie das Schiff Feuer fing – denn im nächsten Moment explodierte das Schiff mit einem Knall, den man bis Köln hören konnte. Die Explosion riss den Drachen weit fort, und er wurde nie mehr gesehen.

Liedgut[Bearbeiten]

Das Siebengebirge und das von Königswinter ausgehende Nachtigallental würdigte der bekannte Kölner Liederdichter Willi Ostermann mit dem Lied

„Da, wo die sieben Berge am Rheinesstrande steh’n,
kannst du die blonden Mädel mit blauen Augen seh’n.
Und an die schönen Stunden denkst du dann tausendmal,
wo fröhlich sie marschierten durchs Nachtigallental.“

Siehe auch[Bearbeiten]

Rheinlandschaft mit Insel und Kloster Rolandswerth sowie Blick auf das Siebengebirge, Federzeichnung 1623
Blick auf das Siebengebirge, Gemälde von Albert Flamm

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter: Geologie von Mitteleuropa, 6. Auflage mit 151 Abbildungen und 12 Tabellen, Schweitzerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 1995.
  • Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen Wanderkarte Bonn und das Siebengebirge. ISBN 3-89439-662-8.
  • Frieder Berres, Christian Kiess: Siebengebirge – Naturpark - Orte - Sehenswertes. Rheinlandia Verlag, Siegburg 1994, ISBN 3-93500-579-2.
  • K. Brandt: Das Siebengebirge und seine Geschichte. ISBN 3-98078-270-0.
  • K. P. Hausberg: Rheinische Sagen & Geschichten. ISBN 3-7616-1869-7.
  • Karl Josef Klöhs: Kaiserwetter am Siebengebirge. ISBN 3-00-012113-7.
  • Bruno P. Kremer: Das Siebengebirge – Natur, Landschaft, Kultur. Wienand Verlag, ISBN 3-87909-770-4.
  • Dorothea F. Voigtländer: Geschichte und Geschichten vom Rhein – Vom Drachenfels zum Kaiserberg. 2. Aufl., 2004, ISBN 3-87066-381-2.
  • Wolfgang Wegener: Von der glücklichen Elise bis zur Gotteshilfe. In: Archäologie im Rheinland 1992, Rheinland Verlag Köln 1993,ISBN 3-7927-1384-5, S. 159ff.
  • Guido Berg: Siebengebirge. KOBO Verlag, Remagen 2000, ISBN 3-930884-18-6.
  • Winfried Leischner: Siebengebirge. Das riesige Geotop am Rhein. Eine erdgeschichtliche Dokumentation seiner Entstehung und Überformung sowie seinen Naturbausteinen und Lagerstätten. Rheinlandia Verlag, Siegburg 2006, ISBN 3-938-53516-4.
  • Ansgar S. Klein: Aufstieg und Herrschaft des Nationalsozialismus im Siebengebirge. Essen 2008. ISBN 978-3-89861-915-8.
  • Karl Schumacher: Die Mühlen im Heisterbacher Tal – Wie sie klapperten vom Mittelalter bis zur Neuzeit – Wasserwirtschaft, Historische Entwicklung, Mühlentechnik, Legenden und Gedichte. Hrsg.: Heimatverein Oberdollendorf und Römlinghoven e. V., 2., durchgesehene Aufl., Königswinter 2011. 120 Seiten.
  • Karsten Brandt: Geliebtes Siebengebirge. Wartberg Verlag 2009, ISBN 978-3-8313-2113-1.
  • Alfred Büllesbach, Michael Klein: Siebengebirge - Rheinromantik Drachenfels Naturerlebnis. morisel Verlag, München 2012.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arnold Gawlik, Karl-Heinz Ribbert: Ältestes Naturschutzgebiet Mitteleuropas. In: Ernst-Rüdiger Look, Ludger Feldmann (Hrsg.): Faszination Geologie. Die bedeutende Geotope Deutschlands, E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2006, ISBN 3-510-65219-3, S.46f.
  2. Wanderkarte Naturpark Siebengebirge, Landesvermessungsamt NRW, 7. Auflage 1995
  3. Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.); Gangolf Knapp, Klaus Vieten: Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1:25.000. Erläuterungen zu Blatt 5309 Königswinter. 3., überarbeitete Auflage, Krefeld 1995, S. 20.
  4. Annette Claus, Claudia Sülzen: Antworten auf 15 zentrale Fragen zum Nationalpark. General-Anzeiger vom 23. September 2009 (abgerufen am 30. September 2009).
  5. Claudia Sülzen, Rüdiger Franz: Honnefer verhindern den Nationalpark. General-Anzeiger vom 28. September 2009 (abgerufen am 30. September 2009).
  6. Naturpark Siebengebirge – VVS. Webseite des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge. Abgerufen am 30. Oktober 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siebengebirge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Siebengebirge – Reiseführer