Siebenhirten (Wien)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Siebenhirten | |
|---|---|
| Wappen | Karte |
|
|
|
Siebenhirten ist eine ehemals niederösterreichische Gemeinde, die seit 1938 ein Stadtteil von Wien ist. Heute gehört Siebenhirten zu Liesing, dem 23. Wiener Gemeindebezirk, und ist eine der 89 Wiener Katastralgemeinden.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Die heutige Katastralgemeinde Siebenhirten nimmt eine Fläche von 251,22 Hektar ein.
Der Ort grenzt im Süden an die niederösterreichischen Gemeinden Perchtoldsdorf, Brunn am Gebirge und Vösendorf, im Norden an die Liesinger Bezirksteile Liesing und Erlaa.
Der Süden von Siebenhirten wird zur chronostratigraphischen Stufe des Pannoniums gezählt, der Norden zum Holozän.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Name leitete sich von Subinhirten ab. Die erste urkundliche Erwähnung von Siebenhirten war um 1140/50. Im Jahr 1559 wurde der Ort mit der Herrschaft Rodaun vereinigt. Erst im Jahr 1848 wurde Siebenhirten wieder eine eigenständige Gemeinde. In der damaligen Zeit waren die meisten Einwohner des Ortes mit Getreideanbau beschäftigt. Der Weinbau spielte nur eine kleine Rolle. In den 1780er Jahren wurde der Friedhof Siebenhirten angelegt. Im Jahr 1783 kam es zur Gründung einer eigenen Pfarre, die jedoch bereits 1796 wieder aufgehoben wurde. Ein Jahr später, 1797, wurde die erste Schule in Siebenhirten eröffnet. Im 19. Jahrhundert kam es zur Ansiedlung einiger Fabriken, der Großteil der Bevölkerung arbeitete jedoch weiterhin in der Landwirtschaft.
Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich erfolgte eine rasche Vergrößerung Wiens auf Kosten der Umlandgemeinden. Mit dem Gesetz vom 1. Oktober 1938 wurde Wien von 21 Bezirken auf 26 Bezirke zu Groß-Wien vergrößert. Siebenhirten wurde gemeinsam mit vierzehn weiteren niederösterreichischen Orte kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges zum 25. Bezirk vereint. Dem zweiten Weltkrieg fiel 1944 unter anderem die Siebenhirtner Martinskirche zum Opfer.
Nach der Besetzung Wiens durch die Alliierten wurde das Gesetz von 1938 nicht anerkannt, und Siebenhirten fiel zunächst an Niederösterreich (sowjetische Besatzungszone) als eigenständiger Ort. Schließlich wurde jedoch beschlossen, Siebenhirten als Teil des 23. Bezirkes Liesing an Wien zurückzugeben.
Im Jahr 1951, bei der letzten in der selbstständigen Gemeinde durchgeführten Volkszählung, hatte der Ort 2839 Einwohner. [1] Heute leben rund 8000 Menschen in Siebenhirten. [2]
Noch heute erinnert die U-Bahn-Station Siebenhirten der Linie U6 an den früheren Ort. Eine der ältesten noch erhaltenen Sehenswürdigkeiten ist die alte „Teufelsmühle“, um die sich auch eine alte Sage dreht.
[Bearbeiten] Literatur
- Ferdinand Opll: Liesing: Geschichte des 23. Wiener Gemeindebezirks und seiner alten Orte. Jugend und Volk, Wien 1982, ISBN 3-7141-6217-8
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Ferdinand Opll: Liesing: Geschichte des 23. Wiener Gemeindebezirks und seiner alten Orte. Jugend und Volk, Wien 1982, ISBN 3-7141-6217-8. S. 201
- ↑ Da die Grenzen der Zählsprengel und Zählbezirke von jenen der Katastralgemeinde abweichen, ist keine genaue Einwohnerzahl verfügbar. Der Zählbezirk Siebenhirten hatte laut VZ 2001 7861 Einwohner. – Quelle: Ortverzeichnis 2001 Wien, hrsg. v. Statistik Austria, Wien 2005, S. 101
[Bearbeiten] Weblinks
Atzgersdorf | Erlaa | Inzersdorf | Kalksburg | Liesing | Mauer | Rodaun | Siebenhirten
Koordinaten: 48° 7′ 53″ N, 16° 18′ 48″ O

