Siedlisko

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Dieser Artikel beschreibt das niederschlesische Dorf Carolath. Das posensche Dorf Stieglitz, das auf polnisch ebenfalls Siedlisko heißt, finden Sie unter Landgemeinde Trzcianka, das ostpreußische Scheelhof (poln. gleichfalls Siedlisko) unter Gołdap.
Siedlisko
Wappen von Siedlisko
Siedlisko (Polen)
Siedlisko
Siedlisko
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Nowa Sól
Geographische Lage: 51° 46′ N, 15° 49′ O51.76666666666715.816666666667Koordinaten: 51° 46′ 0″ N, 15° 49′ 0″ O
Einwohner: 1781 (2004)
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FNW
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 5 Schulzenämter
Fläche: 92,19 km²
Einwohner: 3654
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0804082
Verwaltung (Stand: 2009)
Gemeindevorsteher: Dariusz Straus
Adresse: pl. Zamkowy 6
67-112 Siedlisko
Webpräsenz: www.ug_siedlisko.webpark.pl

Siedlisko (deutsch Carolath) ist ein Dorf im Powiat Nowosolski in der Woiwodschaft Lebus in Polen. Es ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde.

Geographie[Bearbeiten]

Siedlisko liegt im Norden Niederschlesiens am rechten Ufer der Oder, zwischen den Städten Bytom Odrzański und Nowa Sól. Nachbarorte sind Lipiny im Norden, Borowiec im Nordosten, Różanówka im Osten, Bytom Odrzański im Süden, Kiełcz und Nowe Żabno im Westen und Przyborów im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde Sedlischo[2] im Jahre 1298, als es der Glogauer Herzog Heinrich III. von der Kastellanei Beuthen an der Oder erwarb. Zusammen mit dem Herzogtum Glogau gelangte Carolath 1331 an Böhmen. Die deutsche Ortsbezeichnung Karlatt ist für das Jahr 1381 belegt, als es vom böhmischen König Wenzel als ein Lehen an Nikolaus von Rechenberg vergeben wurde. Bei dessen Nachkommen verblieb es bis 1561 und gelangte anschließend an Fabian von Schoenaich, der durch weitere Erwerbungen zu einem der größten Großgrundbesitzer Schlesiens wurde. Nach dessen Tod 1591 erbte die hinterlassenen Besitzungen sein Neffe Georg von Schönaich, dem sie 1595 durch Kaiser Rudolf II. bestätigt wurden. Georg von Schönaich errichtete zwischen 1597 und 1618 das Schloss Carolath und stiftete 1610 das Majorat Carolath mit den Nebenmajoraten Amtitz und Mellendorf in der Niederlausitz. Im selben Jahr wurde ihm vom Kaiser der Freiherrentitel bestätigt. 1698 wurde der Schönaich'sche Besitz Carolath von Kaiser Leopold I. zur Freien Standesherrschaft und zwei Jahre später der Standesherr Hans Georg Freiherr von Schönaich in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Carolath zusammen mit dem Herzogtum Glogau 1742 an Preußen. Nachfolgend verlieh der preußische König Friedrich II. Hans Carl zu Carolath-Beuthen den Titel eines Fürsten Carolath-Beuthen, bei dessen Nachkommen Ort und Schloss bis 1945 verblieben. Letzter Besitzer war Carl-Erdmann von Carolath-Beuthen.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges fiel Carolath 1945 wie der größte Teil Schlesiens an Polen und in Siedlisko umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben.

Gemeinde (Gmina Siedlisko)[Bearbeiten]

Zur Landgemeinde Siedlisko gehören die Ortschaften (deutsche Namen amtlich bis 1945)[3][4]:

  • Bielawy (Bielawe, 1936–1945 Lindenkranz)
  • Borowiec (Hohenborau)
  • Dębianka (Eichenkranz)
  • Kierzno (Herrmannsdorf)
  • Piękne Kąty (Schönaich)
  • Radocin (Rudolphshof)
  • Różanówka (Rosenthal)
  • Siedlisko (Carolath)
  • Ustronie (Talbendorf)
  • Zwierzyniec (Thiergarten)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Torhaus
  • Ruine Schloss Carolath
  • Das erhaltene Torgebäude des Schlosses wird heute für städtische Zwecke genutzt.
  • Mausoleum von 1912 für Wanda von Schönaich auf dem Schlossplatz, nach Entwurf von Hans Poelzig.
  • Die katholische Mariä-Geburt-Kirche, erbaut um 1610, umgestaltet im 19. Jahrhundert, diente bis 1945 als evangelisches Gotteshaus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Nach Geburtsjahr geordnet

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian David Klopsch: Geschichte des Geschlechts von Schönaich. 4 Bände. Gottschalk, Glogau 1847–1856.
  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, S. 70–71 (Handbuch der historischen Stätten 15), (Kröners Taschenausgabe 316).
  • Bożena Pietrzyk: Kronika Gminy Siedlisko. Zielona Góra Urząd Gminy, Siedlisko 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siedlisko – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 8. Dezember 2014.
  2. Siedlisko bedeutet im Polnischen Wohnsitz.
  3. Niederschlesien
  4. Denkmäler in Niederschlesien