Siegburg

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Siegburg in Nordrhein-Westfalen, zu anderen Bedeutungen siehe Siegburg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Siegburg
Siegburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Siegburg hervorgehoben
50.8013888888897.204444444444460Koordinaten: 50° 48′ N, 7° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 23,46 km²
Einwohner: 39.103 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1667 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53721
Vorwahlen: 02241, 02242
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 060
Stadtgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Nogenter Platz 10
53721 Siegburg
Webpräsenz: www.siegburg.de
Bürgermeister: Franz Huhn (CDU)
Lage der Stadt Siegburg im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild

Siegburg ist Kreisstadt und Verwaltungssitz des Rhein-Sieg-Kreises und gehört zum Regierungsbezirk Köln. Sie liegt im Süden Nordrhein-Westfalens und gehört zur Metropolregion Rhein-Ruhr.

Geographie[Bearbeiten]

Marktplatz (2007)
Luftbild (2006)

Siegburg liegt etwa 8 km östlich des Rheins an der Mündung der Agger in die Sieg im südöstlichen Winkel der Kölner Bucht, begrenzt im Osten von den Höhen des Bergischen Landes und des Siebengebirges. Längere Grenzen hat Siegburg zu den Nachbarstädten Troisdorf, Lohmar und Hennef. Die nahen Großstädte Köln und Bonn sind durch gute Verkehrsverbindungen schnell zu erreichen.

Gewässer[Bearbeiten]

Der Namensgeber der Stadt ist die Sieg, die westlich von Siegburg in den Rhein mündet. Der Nebenfluss, die Agger, bildet die Trennlinie zur Nachbarstadt Troisdorf. Von der Sieg zweigt der Siegburger Mühlengraben in der Höhe des Siegwehrs ab, fließt durch das Stadtgebiet und vereinigt sich schließlich wieder mit der Sieg. Des Weiteren fließt der Wahnbach aus der Wahnbachtalsperre durch das Gebiet des Siegburger Stadtteils Seligenthal. Der Rothenbach, der in Lohmar-Heide entspringt, speist zahlreiche Fischteiche des großen Waldgebietes (Staatsforst Siegburg) zwischen den Städten Siegburg und Lohmar.

Geologie[Bearbeiten]

Siegburg hat Anteil an der Niederrheinischen Bucht, die ein tertiäresgeologisches Senkungsgebiet am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges darstellt. Im Oberoligozän reichte das Meer bis in den Bonner Raum hinein. Die Tonablagerungen, die später die Grundlage des Siegburger Keramikhandwerks wurden, bildeten sich während des Oligozäns. Über den Tonen bildeten sich Braunkohleflöze. Nach dem Rückzug des Meeres kam es zur Sedimentation von Sanden. Charakteristisch für dieses Gebiet sind Terrassensysteme des Rheins und seiner Nebenflüsse, der Sieg und der Agger. Siegburg ist bekannt für seine hellgrauen bis dunkelgelben Tone, die der daraus produzierten Keramik eine helle Farbe verleihen. Die Aulgasse hat nach dem Töpferhandwerk ihren Namen.

Bergbau[Bearbeiten]

Auch auf dem relativ kleinen Stadtgebiet von Siegburg wurde Bergbau betrieben. So befand sich unterhalb der Wahnbachtalsperre zwischen Seligenthal und Weingartsgasse das Bergwerk Ziethen. Bereits im 12. Jahrhundert müssen hier Blei- und Kupfererze gefördert worden sein. 1854 wurde das Bergwerk erneut in Betrieb genommen.

Der Abbau erfolgte hier bis in eine Tiefe von 70 Metern. Dabei gestaltete sich die Wasserhaltung im Schacht äußerst schwierig. 1878 wurde der Betrieb eingestellt, da die Mächtigkeit der Erze mit zunehmender Tiefe abnahm. Die Grube wurde von 1923 bis 1927 erneut untersucht, es fand aber kein Abbau mehr statt. Vor Ort findet man heute noch eine große überwachsene Halde sowie einige Eisenstangen, die aus der Erde ragen.

Östlich von Schneffelrath befanden sich die Erzgruben Plinius und Franz. Der Abbau im Erzvorkommen von Plinius erfolgte wohl nur kurzfristig um 1860.

Natur[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

  • Feuchtgebiet im Hufwald, ein unterhalb von Siegburg-Kaldauen zwischen den Siegaltarmen und dem Haus zur Mühlen liegendes Sumpfgebiet.
  • Siegaltarme oberhalb des Siegwehres zwischen den Wolsbergen und der Autobahnbrücke der A 3.
  • Trerichsweiher, ein im 16. Jahrhundert angelegter Weiher. Bis Ende 1970 wurde hier Fischzucht betrieben. Teile des Weihers wurden durch den Bau der Umgehungsstraße (B 56) zugeschüttet.
  • Wahner Heide und Teile der Aggerau im Rhein-Sieg-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten]

Siegburg auf einem Merianstich
Siegburg Anfang des 19. Jahrhunderts
Siegburger Töpferware
Siegburg zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 13. April 1945

Vorzeit, Frühzeit und Mittelalter[Bearbeiten]

  • 1000 – 500 v. Chr. entstanden Siedlungen am Rande des heutigen Stadtgebietes, auf dem Brückberg und dem Seidenberg, die durch Funde belegt sind.
  • 500 n. Chr. erreichte die Fränkische Landnahme den Siegburger Raum.
  • Seit ca. 1000 gilt Siegburg als Töpferstadt. Die Entwicklung des Töpferhandwerks setzte somit wesentlich früher ein als in der ebenso bekannten rheinischen „Töpferstadt“ Frechen. Die Töpfereien befanden sich in der Vorstadt Aulgasse.
  • 1060 fand die Vertreibung des Pfalzgrafen Heinrich I. von Lothringen durch Erzbischof Anno II. von Köln statt und infolgedessen 1064 die Gründung der Abtei Michaelsberg durch den Erzbischof.
  • 1069 erhielt Siegburg die Markt-, Zoll- und Münzrechte von König Heinrich IV. und vor 1182 das Stadtrecht.[3]
  • Ab circa 1300 erlebte Siegburg eine Blüte der Töpferei. Die Töpfer stellen gesintertes Siegburger Steinzeug her.
  • 1403 versprach der Siegburger Abt Pilgram vom Drachenfels dem Johann II. von Loen die Übernahme der Siegburger Schirmvogtei. Hierdurch kam es zu einem Krieg zwischen Abtei und den Bürgern der Stadt, die mit dem späteren Herzog Adolf von Berg, dem Sohn des bisherigen Stadtvogtes, die Abtei belagerten. Die Abtei wurde erheblich beschädigt, aber nicht genommen; die Stadt wurde in Brand geschossen. Stadt und Abtei einigten sich dann, die Vogtrechte weiter den Herren von Berg zu lassen.

Beginn der Neuzeit[Bearbeiten]

Zeit der Industrialisierung[Bearbeiten]

Siegburg in der NS-Zeit und im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

  • 1933: Beim Versuch eines SS-Trupps, das Volkshaus zu stürmen, wurde in der Nacht zum 15. Februar ein SS-Mann erschossen. Trotz Mangel an Beweisen wurden später sechs Männer zu 8 bis 12 Jahren Haft verurteilt. Im März/April wurden aus Siegburg und Umgebung zahlreiche politische Gegner (Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter u. a.) zur Schutzhaft ins Zuchthaus Siegburg überführt. Im Zuge des Novemberpogroms wurde die Synagoge zerstört.
  • 1937 wurde Siegburg an eine der ersten deutschen Autobahnen, die A3 angeschlossen. Die Teilstrecke zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Mülheim und Siegburg mit 30 km Länge wurde am 17. Dezember 1937 nach rund drei Jahren Bauzeit dem Verkehr übergeben. Ein Jahr später, am 15. Dezember 1938, folgte der 12 km lange Abschnitt bis zur Anschlussstelle Siebengebirge und am 20. September 1939 weitere 30 km bis Dierdorf.
  • Ab 1939 wurden bis Kriegsende mehrere Tausend ausländische Zwangsarbeiter in Siegburger Groß- und Kleinbetrieben eingesetzt. Mehr als 400 von ihnen kamen zu Tode.
  • 1942 wurde die Autobahnraststätte Siegburg-West eingeweiht.[4]
  • 1944: Am 28. Dezember wurden bei einem Bombenangriff 1500 Bomben auf Siegburg abgeworfen und 66 Menschen getötet sowie Hunderte verletzt. Die Abtei Michaelsberg wurde dabei fast vollständig zerstört.[5]
  • 1945: Am 3. März wurden bei einem Bomberangriff 3000 Bomben über Siegburg abgeworfen, wodurch 35 Einwohner getötet wurden und etwa 1000 Gebäude beschädigt wurden. Am 9. und 10. März 1945 erfolgen Bombenangriffe auf Wolsdorf, die über 100 Tote fordern.

Am 10. April 1945 wurde Siegburg von Teilen der 97. Infanteriedivision der US-Armee nach wochenlangem Kampf besetzt. Als Bürgermeister wurde von den Amerikanern der Deutschamerikaner Eugen Vogel aus Siegburg eingesetzt.

Neuere Entwicklung[Bearbeiten]

  • 1957: Das Wachbataillon beim Bundesverteidigungsministerium und das Stabsmusikkorps der Bundeswehr wurden in der Brückberg-Kaserne in Siegburg stationiert.
  • 1967 hatte das Stadtgebiet eine Größe von 2.206 ha. Von den mehr als 34.000 Einwohnern waren 195 in der Land- und Forstwirtschaft, 8.814 im produzierenden Gewerbe und 6.296 im Dienstleistungsbereich beschäftigt. 5.439 Auspendlern standen 6.769 Einpendler gegenüber. In 28 Industriebetrieben waren 9.090 Menschen tätig. An öffentlichen Einrichtungen waren 1967 vorhanden: 12 Volksschulen, eine Sonderschule, eine Realschule und 2 Gymnasien, ein Freibad, 5 Sportplätze, 5 Turnhallen, 10 Kindergärten, 8 Büchereien, ein Krankenhaus.[6]
  • Am 1. August 1969 wurde Siegburg die Kreisstadt des neuen Rhein-Sieg-Kreises. Teile der Gemeinden Buisdorf, Hennef (Sieg) und Lauthausen wurden eingegliedert.[7] Von 1974 bis 1978 entstand für den Rhein-Sieg-Kreis in Siegburg ein neues Kreishaus.
  • 2003 erfolgte die Anbindung von Siegburg an die ICE-Strecke Köln–Frankfurt.

Demographie[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1816: 01.557
  • 1843: 02.877
  • 1871: 04.748
  • 1905: 16.190
  • 1961: 33.974

 Einwohnerzahlen von 1905 zusammen mit Wolsdorf und 1961 zusammen mit Wolsdorf und Braschoß.[8]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Nach dem Stand vom 9. Juli 2012 hat Siegburg 42.968 Einwohner. Davon sind 4662 ausländische Mitbürger, darunter

  • 1510 Türken,
  • 0443 Griechen,
  • 0248 Polen,
  • 0169 Italiener,
  • 0159 Serben/Montenegriner,
  • 0147 Portugiesen,
  • 0142 Mazedonier,
  • 0114 Russen u.v.a.

Die Frauenquote beträgt 21.954 (51,1 %) gegenüber 21.014 Männern (48,9 %).

17.832 Bewohner sind katholisch und 8.930 evangelisch. 15.826 Bewohner rechnen zu den „Sonstigen“, d.h. sie gehören anderen oder auch gar keiner Religionsgemeinschaft an. Etwa 2.000 Bewohner sind Moslems. Die Zahlen werden vom Statistischen Amt regelmäßig aktualisiert.[9]

Religion[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[10]
Wahlbeteiligung: 54,2 % (2004: 58,5 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,9 %
18,8 %
13,7 %
9,1 %
3,3 %
2,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,3 %p
-3,9 %p
+2,4 %p
+3,5 %p
+3,3 %p
-1,0 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 30. August 2009 verteilen sich die 44 Sitze im Stadtrat folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Stadtdirektoren / Bürgermeister[Bearbeiten]

Stadtdirektoren Ehrenamtliche Bürgermeister Bürgermeister
  • 1968–1980: Norbert Jakobs (CDU)
  • 1980–1995: Konrad Machens (CDU)
  • 1964–1989: Adolf Herkenrath (CDU)
  • 1989–1995: Rolf Krieger (CDU)
  • 1995–2004: Rolf Krieger (CDU)
  • seit 2004: Franz Huhn (CDU)
Bügermeister Franz Huhn

Wappen[Bearbeiten]

Das blaue Wappenschild enthält den gold nimbierten Erzengel Michael, Flügel in Silber, einen roten Mantel, in den Händen ein goldenes Zepter und einen blauen Reichsapfel mit goldenem Kreuz. Michael steht auf einem Berg als wachsende Gestalt und weist auf den Ursprung und Lage der Stadt, das Kloster auf dem Michaelsberg hin. Die Abbildung auf dem Berg stellt einen schreitenden, roten, blau bewehrten Löwen dar und stellt damit den sonst stehenden Bergischen Löwen dar und weist auf die frühere politische Zugehörigkeit von Siegburg zum Herzogtum Berg hin. Die Grafen von Berg waren Vögte der Abtei Michaelsberg.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Siegburg unterhält fünf Städtepartnerschaften:[11]

  • Nogent sur Marne bei Paris, seit 1964
  • Guarda, höchstgelegene Bischofsstadt im Nordosten Portugals an der Gebirgsgrenze zu Spanien,
  • Bunzlau (Boleslawiec) im heute zu Polen gehörigen Niederschlesien, seit 1992
  • Selçuk, Ort südöstlich von Izmir an der kleinasiatischen/türkischen Westküste, seit 1993
  • Orestiada in Thrakien/Griechenland, seit 1994

Seit 2002 sind auch die beiden Siegburger Partnerstädte Stadt Nogent-sur-Marne und Bolesławiec partnerschaftlich miteinander verbunden.

Patenschaften[Bearbeiten]

Eine Besonderheit sind die beiden Patenschaften der Stadt Siegburg:[12]

  • Wachbataillon und Musikcorps der Bundeswehr

Seit 1957 sind das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung und das Musikcorps der Bundeswehr in Siegburg stationiert. Um die enge Verbundenheit zu den durch den protokollarischen Ehrendienst beim Bundespräsidenten und bei den Staatsbesuchen und -empfängen bekannten Soldaten zum Ausdruck zu bringen, übernahm die Garnisonsstadt 1988 eine Patenschaft mit den beiden Einheiten. Die herzliche Verbundenheit zwischen Stadt und Wachbataillon bzw. Musikcorps hat weiterhin Bestand, auch wenn die Soldaten des Wachbataillons jetzt überwiegend in Berlin Dienst tun.

  • Minensuchboot „Wega“

Auf Initiative der „Marinekameradschaft Siegburg 1913“ übernahm die Stadt 1965 die Patenschaft über das schnelle Minensuchboot „Wega“. Nachdem die „Wega“ 1988 außer Dienst gestellt wurde, erhielt das Nachfolgeboot den Namen „Siegburg“. Mannschaften und Offiziere der „Siegburg“ kommen ebenso regelmäßig nach Siegburg wie Bürgerfahrten zum Boot in dessen Heimathafen Olpenitz stattfinden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siegessäule am oberen Markt

In Siegburg befinden sich die Studiobühne Siegburg, das Volkstheater Rhein-Sieg sowie die im September 2006 eröffnete Rhein-Sieg-Halle, ein Multifunktionskomplex, in den bis zu 2.000 Zuschauer passen. An Museen gibt es das Siegburger Stadtmuseum, das Siegwerk-Museum im Torhaus sowie das Abteimuseum in der Abtei Michaelsberg.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Servatius und die Abtei St. Michael
St. Servatius und Haus zum Winter
Kirche St. Anno
Ehemaliges Zeughaus
  • Benediktinerabtei St. Michael: Die um 800 auf dem damals sogenannten Sigeberg errichtete Burganlage diente zunächst als Sitz des jeweiligen Grafen, der gerade das Auelgau beherrschte. Um 1060 erstritt der Kölner Erzbischof Anno II. die Burg von Pfalzgraf Heinrich und gründete 1064 eine Benediktinerabtei. 1803 wurde die Abtei säkularisiert. Die heutige Abtei ist eine Barockanlage aus dem 17./18. Jahrhundert. In der Abteikirche befindet sich das Grab Annos II. († 1075) und der Annoschrein aus dem Jahre 1183.
  • Die Pfarrkirche St. Servatius wurde bereits vor der Abteigründung errichtet und im 12./13. Jahrhundert zu einer zweischiffigen Emporen-Basilika erweitert. Sie beherbergt eine Schatzkammer mit dem spätromanisch-gotischen Siegburger Kirchenschatz, der besichtigt werden kann. Bekannt ist die St.-Servatius-Kirche auch durch die große Orgel der Orgelmanufaktur Klais und den dort stattfindenden Internationalen Siegburger Orgelzyklus.
  • Das Haus zum Winter, das frühere Pfarrhaus der Servatiuskirche, wurde zwischen 1220 und 1230 erbaut und ist das älteste, zumindest teilweise erhaltene Wohnhaus Siegburgs. Es befindet sich am oberen Markt (Griesgasse 2).
  • Das Zeughaus (Zeughausstraße): Das einstige königlich-preußische Zeughaus erlangte Bedeutung, als Freischärler 1849 versuchten, das Zeughaus zu erstürmen. Unter ihnen waren die Revolutionäre Carl Schurz und Gottfried Kinkel. Sie machten sich von Bonn aus auf den Weg nach Siegburg, wurden aber bereits in Hangelar gestoppt. Im heute unter Denkmalschutz stehenden Zeughaus ist die Musikwerkstatt Engelbert Humperdinck untergebracht.
  • Klosterkirche Seligenthal (Sankt Antonius)
  • Siegessäule am oberen Markt

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude
Stadtbahnlinie 66 am Siegburger Bahnhof
Veranstaltungszentrum Rhein-Sieg-Halle
Die Kredit-Serviceagentur Rheinland, eine Abwicklungstochter der Kreissparkasse Köln, hat ihren Sitz in Siegburg.

Allgemeines[Bearbeiten]

Nach 2000 wurden viele Großprojekte verwirklicht. So wurde das Gebäude der früheren Hauptpost abgerissen. An seiner Stelle entstand ein Büro- und Geschäftshaus der Kreissparkasse Köln, das S-Carré. Die ehemalige Neue Poststraße, ÖPNV-Durchgangsstrecke vom Bahnhof in Richtung westlicher Innenstadt, wurde zum Erweiterungsbereich der Fußgängerzone. Die frühere Straße An der Stadtmauer ist völlig verschwunden; dort verläuft inzwischen ein Fußweg. Nach einer sich erheblich länger als geplant hinziehenden Bauzeit ist auch der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn an der Strecke Köln–Frankfurt 2004 fertiggestellt worden.

2011 hatte Siegburg eine Pro-Kopf-Verschuldung von rund 8.200 Euro. Dies ist die höchste Pro-Kopf-Verschuldung einer Stadt in Nordrhein-Westfalen [15].

Verkehr[Bearbeiten]

Stadtbahn

Die Stadt ist über die Siegburger Bahn (Stadtbahnlinie 66) mit Bonn verbunden, die zu den Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt über die Kennedybrücke und die Konrad-Adenauer-Brücke in Bonn bis nach Bad Honnef führt. Durch die Linie 66 wird Siegburg außerdem mit Sankt Augustin und Königswinter verbunden. Nur an Schultagen verkehrt auch die Linie 67 auf der Strecke, mit dem Unterschied, dass die Linie 67 von Siegburg Hauptbahnhof nach Bonn-Bad Godesberg fährt.[16]

In Siegburg ist im ÖPNV der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) gültig.

Von 2004 bis 2010 verband der „Michel-Express“ die Fußgängerzone (Holzgasse, Markt, Bahnhof) mit der Siegburger Abtei.

Automobil

Siegburg liegt an den Bundesautobahnen 560 (nach Bonn und Hennef) und 3 (Frankfurt–Köln) sowie an den Bundesstraßen 8, 56. In der Stadt sind 21.602 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 18.906 Pkw[17].

Bahn (Fern- und Nahverkehr)

Seit 2003 ist Siegburg an die ICE-Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main angebunden. Eigens dafür erhielt Siegburg ein neues Bahnhofsgebäude mit umliegenden Geschäften. Der Bahnhof erhielt den Namen Siegburg/Bonn, da die ICE-Strecke über die Stadtbahnlinie 66 der Stadtwerke Bonn im Zehn-Minuten-Takt an Bonn anbindet. Weiterhin liegt Siegburg an der Siegstrecke KölnSiegen und wird von Regional-Express-Zügen der Linie RE 9 bedient. Die S-Bahn-Linie 12 (DürenKölnHennef (Sieg)Au) hält ebenfalls in Siegburg.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Zeitungen

Radio und Fernsehen

Bildung[Bearbeiten]

  • Schauspielschule Siegburg (Berufsfachschule für darstellende Bühnenkunst)
  • Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises
  • Volkshochschule Rhein-Sieg
  • Engelbert-Humperdinck-Musikschule

Gymnasien

Gesamtschulen

  • Gesamtschule im Schulzentrum Neuenhof
  • Freie Christliche Gesamtschule Rhein Sieg in Siegburg

Realschulen

  • Alexander-von-Humboldt-Realschule im Schulzentrum Neuenhof

Hauptschulen

  • Schulzentrum Neuenhof

Grundschulen

Justiz[Bearbeiten]

Neben der Justizvollzugsanstalt Siegburg befinden sich in Siegburg das

Die Justizvollzugsanstalt Siegburg geriet 2006 bundesweit in die Schlagzeilen, als ein brutaler Misshandlungsfall bekannt wurde, bei dem ein 20-Jähriger von drei Mithäftlingen zu Tode gefoltert wurde.[20]

Sport[Bearbeiten]

  • Größter Sportverein Siegburgs mit einem breiten Sportangebot ist der Siegburger Turnverein
  • Tennis: Der Siegburger Tennis-Club Blau Weiss e.V. unterhält acht Sandplätze
  • Billard: Der Siegburger Billard Club e. V. besteht seit 1950 und spielte bis in die Landesebene hinein.
  • Rudern: Der Siegburger Ruderverein von 1910 e. V. bietet Interessierten Rennruder- und Breitensportangebote.
  • Schach: Der Schachclub 1919 Siegburg e. V. spielt mit seinen vier Mannschaften im Siegburger Kolpinghaus.
  • Boxen: Der Siegburger Box Club 1921 e. V. ist einer der ältesten Box-Clubs Deutschlands
  • Fußball: Der Siegburger Sportverein 1904 e.V ist einer der ältesten und besten Clubs aus Siegburg. Hier begann Wolfgang Overaths Karriere.
  • Tischtennis: Der TTC BW Viktoria Siegburg 1930/39 e.V. bietet für Jung und Alt Tischtennis in vier Mannschaften.
  • Triathlon: Der SV Hellas Siegburg besteht seit 1923 und bietet Schwimmen, Wasserball und Triathlon an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1900: Peter Brühl (Geheimer Sanitätsrat)
  • 1909: Franz vorm Walde (Königlich Gymnasial-Direktor a.D., Geheimer Regierungsrat)
  • 1917: Hubert Bamberg (Pfarrer)
  • 1919: Jean Fußhöller (Stadtratsmitglied)
  • 1946: Kaspar Heppekausen (Ehrendechant)
  • 1952: Paul Hubert Kraemer (Pfarrer)
  • 1955: Ildefons Schulte Strathaus (Abt)
  • 1964: Alfred Keller (Unternehmer)
  • 1975: Eleonore Keller (Unternehmerin)
  • 1975: Ewald Klett (Bürgermeister)
  • 1983: Helena Schmitz (Unternehmerin)
  • 1985: Hans Alfred Keller (Unternehmer)
  • 1998: Placidus Mittler (Altabt)
  • 2002: Veronika Keller (Unternehmerin)
  • 2003: Wolfgang Overath

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Personen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Bei der Papstwahl 1958 wurden die beiden Siegburger Ärzte Alfred Möhlenbruch und Norbert Zylka während des Konklave im Vatikan mit eingemauert. Sie begleiteten Kardinal Tien Ken-sin, der kurz zuvor bei einem Autounfall auf der B 56 schwer verletzt wurde.[22]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea Korte-Böger: Die Hexenprozesse in Siegburg (1636–1638). Siegburger Blätter, Geschichte und Geschichten aus Siegburg, Nr. 6, April 2005 (mit Lebensbildern der 19 in Siegburg hingerichteten Personen).
  • Andrea Korte-Böger (Hrsg.): Protokolle des Siegburger Schöffengerichtes (Band 1: Gerichtshandlungen von den Jahren 1541 und vollendet 1547 am Montag post Oculi), unter Mitarbeit von Elisabeth Sommer und W. Günter Henseler (Edition), Rheinlandia, Siegburg, ISBN 978-3-935005-10-4.
  • Andrea Korte-Böger (Hrsg.): Protokolle des Siegburger Schöffengerichtes (Band 2: Gerichtshandlungen vom Jahr 1530 und vollendet 1538 am Samstag nach Epiphanie Domini), unter Mitarbeit von Elisabeth Sommer und W. Günter Henseler (Edition), Rheinlandia, Siegburg, ISBN 978-3-935005-61-6.
  • Andrea Korte-Böger (Hrsg.): Protokolle des Siegburger Schöffengerichtes (Band 3: Gerichtshandlungen vom Jahr 1547 bis und vollendet 1554 am 4. Juni), unter Mitarbeit von Manuela Kerlin und W. Günter Henseler (Edition), ISBN 978-3-935005-91-3.
  • Andrea Korte-Böger und W. Günter Henseler (Hrsg.): Protokolle des Siegburger Schöffengerichtes (Band 4: Gerichtshandlungen vom Jahr 1554 bis und vollendet 1561 am 8. Aprillis), Rheinlanda, Siegburg, ISBN 978-3-938535-43-1.
  • Andrea Korte-Böger (Hrsg.) und W. Günter Henseler: Protokolle des Siegburger Schöffengerichtes (Band 5: Gerichtshandlungen vom Jahr 1554 und vollendet 1561–1566), Rheinlandia, Siegburg 2010, ISBN 978-3-938535-62-2.
  • Peter H. Krause: Belagert, erobert, geplündert, Siegburger Kriegszeiten von 1583 bis 1714. Verlag Franz Schmitt, Siegburg 1998, ISBN 3-87710-185-2.
  • Siegburger Blätter (Nr. 34 erschien 2003)
  • Veröffentlichungen des Geschichts- und Altertumsvereins für Siegburg und den Rhein-Sieg-Kreis:
    • Bd. 1 – Wilgrand: Beiträge zur Geschichte der Stadt Siegburg,
    • Bd. 2 – Maria Geimer: Denkschrift zur Eingliederung eines Teiles der Gemeinde Braschoß in die Stadt Siegburg,
    • Bd. 4 – Josef Semmler: Die Klosterreform von Siegburg,
    • Bd. 6 – Mauritius Mittler (OSB): Bericht über die Translation des heiligen Erzbischofs Anno und Annonische Mirakelberichte.
  • Land unter. Die Hochwasserkatastrophe 1909 (Siegburger Blätter Band 24), Siegburg 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siegburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Siegburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Naturdenkmäler im Rhein-Sieg-Kreis
  3. Theodor Joseph Lacomblet: Archiv für die Geschichte des Niederrheins Bd. I, Nr. 483, Düsseldorf 1840
  4. http://www.blattwelt.de/siegburger_blaetter/nr_7_autobahn.pdf
  5. Reiner Burger: Siegburg. Zeichen der Zeit. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. November 2010
  6. Der Rhein-Sieg-Kreis. Herausgeber: Oberkreisdirektor Paul Kieras, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0289-3, S. 291.
  7.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 85.
  8. Volkszählungsergebnisse von 1816 bis 1970 der Städte und Gemeinden. Beiträge zur Statistik des Rhein-Sieg-Kreises, Bd. 17/ Siegburg 1980, S. 148.
  9. Einwohnerstatistik (PDF; 61 kB) nach dem Stand vom 9. Juli 2012.
  10. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c382060kw0900.html
  11. Bericht über die Siegburger Städtepartnerschaften
  12. Siegburger Patenschaften mit der Bundeswehr
  13. Klaus Elsen: Abteilikör bleibt in Siegburg, in general-anzeiger-bonn.de, 21. Juni 2011
  14. Sieburger Abteibrauerei in siegburger-brauhaus.de
  15. Klaus Elsen: Siegburg ist bei der Pro-Kopf-Verschuldung Spitzenreiter. Generalanzeiger Bonn, 30. September 2011, abgerufen am 10. April 2013.
  16. Minifahrplan der Stadtwerke Bonn 2008 zur Linie 67
  17. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010
  18. Susanne Haase-Mühlbauer Die Siegburger Akkordeon-Fabrik Cantulia belieferte einst den Weltmarkt, General-Anzeiger Bonn, 5. November 2013, Siegburg S. 19
  19. http://www.g-ba.de/informationen/aktuell/pressemitteilungen/319/
  20. JVA Siegburg: Folter-Pause nur zur „Sportschau“
  21. http://juergen-schmitz.eu/pages/kuenstler.php
  22. Anna Maria Beekes: Papstwahl 1958: Zwei Ärzte aus Siegburg waren dabei. Generalanzeiger Bonn, 8. März 2013, abgerufen am 10. April 2013.