Siegessäule (Zeitschrift)

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Siegessäule
Logo der Siegessäule
Beschreibung Lesbisch-schwules Stadtmagazin (Berlin)
Verlag Special Media SDL GmbH
Erstausgabe März 1984
Erscheinungsweise monatlich
Verbreitete Auflage (IVW Q2/2014) 55.124 Exemplare
Chefredakteur Jan Noll & Christina Reinthal
Weblink www.siegessaeule.de
Artikelarchiv Hefte als PDF ab November 2008
ZDB 88070-x

Die Siegessäule ist eine seit April 1984 erscheinende Zeitschrift aus Berlin. Die Siegessäule erschien in den ersten Jahren nur in West-Berlin und führte anfänglich den Untertitel Berlins Monatsblatt für Schwule.

Gründung[Bearbeiten]

Die Gründung eines Lesbisch-schwulen Stadtmagazins wurde im Rahmen des Treffens Berliner Schwulengruppen im Februar 1984 von der AHA angeregt.[1] Die Siegessäule wurde wenig später in den Räumlichkeiten des Buchladens Prinz Eisenherz in der Bülowstraße ins Leben gerufen,[1] das Gründungstreffen der Zeitschrift fand kurze Zeit später in den Räumen des SchwuZ in der Kulmer Straße statt. Die Erstausgabe sollte in einer Auflage von 500 Stück erscheinen und kostete 1 DM.[2] Sie wurde vom Verein Freunde der Siegessäule e.V. herausgegeben. Die Publikation hat sich besonders um die frühe Information über die damals neue Krankheit AIDS verdient gemacht.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Redaktionsmitglieder und Mitarbeiter kamen in den 1980er Jahren aus unterschiedlichen schwulen Zusammenhängen: Hausbesetzer des Tuntenhauses (Bülowstr. 55), schwule Studenten, Politiker, Lebenskünstler, Buchhändler und Hobby-Eisenbahner teilen sich Redaktionsarbeit, Druck und Vertrieb. Das Periodikum stand im Zentrum einer zu dieser Zeit aufblühenden schwulen Infrastruktur West-Berlins und erschien bis 1989, als ein Großteil der Autoren unter privat zusammengebrachter finanzieller Grundausstattung zusammen mit dem Rosa Flieder aus Nürnberg das nur kurzfristig erscheinende bundesweite Magazin magnus gründeten.

Unter gleichem Namen Siegessäule aber völlig anderer Konzeption wurde kurze Zeit später ein Terminblatt gegründet, welches im Unterschied zu seinem namensgleichen Vorgängerpublikation kostenlos verteilt wurde und bis heute monatlich wird. Anfangs ein reines Werbeblatt, entwickelte sich die zweite Siegessäule in den 1990er Jahren immer mehr zum ernstzunehmenden journalistischen Medium, wurde erst zum Sprachrohr der schwullesbischen Szene und ist heute Berlins queeres Stadtmagazin und die auflagenstärkste Publikation ihrer Art in Europa.

Lolek und Bolek[Bearbeiten]

In der Mai-Ausgabe 2006 mobilisierte die Siegessäule zur Parada Równości in Warschau und zeigte dabei die Zeichentrickfiguren Lolek und Bolek in adaptierter Form: als Aktivisten für Homosexualität auf ihrem Cover mit dem Slogan „Polen jetzt – Teraz Polska“, der von einer Marketingkampagne der polnischen Wirtschaft übernommen wurde. In Polen erregte das Cover großes Aufsehen. Neben mehreren Organisationen ergriffen unter anderem die Bürgerinitiative zur Verteidigung des Abbilds von Bolek und Lolek und die Inhaber der Verwertungsrechte von Lolek und Bolek Initiativen gegen die Abbildung.[3]

Publigayte[Bearbeiten]

Die Siegessäule bildete von Juli 2007 bis Mai 2013 zusammen mit den schwul-lesbischen Magazinen EXIT (Ruhrgebiet und Münster), gab (Frankfurt und Rhein-Main/Neckar), hinnerk (Hamburg), Leo (München) und rik (Köln) den bundesweiten Zeitungsverbund Publigayte.

Gegenwart[Bearbeiten]

Die Siegessäule erschien bis 2012 im Berliner Jackwerth Verlag, seither bei Special Media SDL und verfügt über einen umfangreichen schwul-lesbischen Veranstaltungskalender, sowie eine Onlineausgabe.

Seit 2000 erscheint halbjährlich auch das kostenlose schwul-lesbische Branchenverzeichnis Siegessäule Kompass in dem szeneinterne und szenenahe Anbieter aufgeführt werden. Der Umfang des Kompass weitete sich während der ersten 11 Ausgaben von 84 auf 160 Seiten aus.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Protokoll des TBS vom 10. Februar 1984, Top 12 Gemeinsames TBS-Monatsinfo. Archiv des Schwulen Museums
  2. Protokoll des TBS vom 9. März 1984, Top 6 Schwules Monatsinfo „Siegessäule“. Archiv des Schwulen Museums
  3. Carsten Lißmann: Schwule Helden in Die Zeit, 10. Juni 2006. (Abgerufen am 21. Mai 2010)