Siegfried Günter

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Siegfried Günter (* 8. Dezember 1899 in Keula, Thüringen; † 19. Juni 1969 in Berlin) war ein deutscher Flugzeugkonstrukteur.

Die Zwillingsbrüder Walter und Siegfried Günter wurden 1899 im thüringischen Keula geboren. 1920 begannen sie gemeinsam ein Maschinenbaustudium in Hannover. In den 1920er Jahren entwickelten die Brüder in Hamburg den Motorsegler „Roter Vogel“ und den Sporteindecker „Sausewind“.

Siegfried Günter und sein Zwillingsbruder Walter, der 1937 bei einem Autounfall tödlich verunglückte, sowie Karl Schwärzler und Ernst Heinkel bildeten bei den Heinkel Flugzeugwerften in Rostock ein schöpferisches Team. Die als „vierblättriges Kleeblatt“ bezeichnete Gruppe arbeitete in der legendären Halle 3 und bildete in den 1930er Jahren wohl das erfolgreichste Team des deutschen Flugzeugbaus. Sie wurden seinerzeit von keiner anderen Gruppe an Einfallsreichtum übertroffen. So waren Sie unter anderem für die Konstruktion der Heinkel He 70 und Heinkel He 111 verantwortlich.

Heinkel beschrieb die beiden Zwillingsbrüder Siegfried und Walter Günter mit den Worten: „Sie ergänzten sich in einer für meine Absichten geradezu idealen Art und Weise. Siegfried war ein rechnender Techniker. Walter war mehr der Künstler, der ein unerhörtes Gefühl für die ästhetisch schöne und damit schnelle Form des Flugzeugs besaß. Sie konnten das aerodynamische Gesicht schaffen, nach dem ich suchte.“

Siegfried Günter entwickelte 1944 unter „brennendem Himmel“, wie er später sagte, die Heinkel He 162 mit Düsenantrieb und Karl Schwärzler konstruierte sie. Entwicklung, Konstruktion, Vorserienbau, Erprobung und Produktion liefen nahezu gleichzeitig und so konnte die erste He 162 schon nach nur drei Monaten ihren ersten Jungfernflug absolvieren.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, von 1946 bis 1954, wurde Siegfried Günter als Spezialist in der Sowjetunion zwangsverpflichtet. Er folgte Ernst Heinkel nach der Rückkehr in dessen schwäbische Heimat, ebenso, wie viele andere Ingenieure aus der Entwurfsabteilung der Firma Heinkel, wie Karl Schwärzler, Ernst Kleinemeyer und Jupp Köhler. Nach Freigabe des deutschen Luftraums waren die beiden Heinkel-Ingenieure Günter und Schwärzler in München am Bau des ersten Senkrechtstarters VJ 101 C beteiligt.

Siegfried Günter achtete beim Entwurf seiner Flugzeuge immer besonders auf Aerodynamik. So ist es nicht verwunderlich, dass auch einer seiner Schüler, Xaver Hafer, der ab 1939 mit ihm zusammenarbeitete und später an der TU Darmstadt den Lehrstuhl für Flugtechnik innehatte, einen Forschungsschwerpunkt auf Aerodynamik setzte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Koos: Ernst Heinkel Flugzeugwerke 1933–1945, Typenbücher deutsche Luftfahrt. Heel, 2003, ISBN 3-89880-217-5
  • Nachruf auf Dr.Ing.e.h. Siegfried Günter; Flug Revue, August 1969, S. 86