Siegfried Lauffer

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Siegfried Lauffer (* 4. August 1911 in Stuttgart; † 2. April 1986 in München) war ein deutscher Althistoriker.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur am evangelisch-theologischen Seminar Schöntal-Urach begann Lauffer in Tübingen ein Studium der Geschichte, Klassischen Philologie und Germanistik. Er wechselte nach Berlin, Wien, wiederum Tübingen und Wien, wo er 1934 bei Adolf Wilhelm mit einer Dissertation über Die platonische Agrarwirtschaft promoviert wurde. Nach Staatsexamen in Tübingen 1935 war er von 1936 bis 1946 als Lehrer in Württemberg tätig, unterbrochen allerdings von längeren Beurlaubungen für Forschungsarbeiten. Mehrmals reiste er nach Griechenland und führte insbesondere in Boiotien landeskundliche Forschungen durch, auch noch zu Beginn der deutschen Besetzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg. Von April 1942 bis zum Kriegsende war Lauffer Sanitätssoldat und konnte sich in dieser Zeit an der Berliner Universität, gefördert von Wilhelm Weber, über Imperium habilitieren.

1945 entkam Lauffer aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft und kehrte nach Tübingen zurück, wo er bis 1946 wieder als Lehrer tätig war, danach als Lektor und Lehrbeauftragter an der Universität. 1949 habilitierte er sich von Berlin nach München um und wurde am dortigen Seminar für Alte Geschichte Privatdozent und (ab Januar 1950) wissenschaftlicher Assistent. In der 1951 gegründeten Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik wurde er Vertreter der Nicht-Ordinarien. 1955 wurde Lauffer in München außerplanmäßiger Professor und 1963, nachdem er einen Ruf an die Universität Bonn abgelehnt hatte, planmäßiger außerordentlicher Professor für „Alte Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte“. Nach der Ablehnung weiterer Rufe nach Salzburg und Wien wurde Lauffer 1967 ordentlicher Professor. Er wurde 1979 emeritiert, hielt aber bis kurz vor seinem Tod 1986 noch regelmäßig Vorlesungen.

Leistungen[Bearbeiten]

Die wichtigsten Themen in Lauffers Forschungstätigkeit waren die Landeskunde des antiken Boiotien, insbesondere der Kopais-Region, und die antike Wirtschaftsgeschichte (so die grundlegende Monographie über Die Bergwerkssklaven von Laureion, die Edition des Preisedikt Diokletians und ein Projekt zur Sammlung von Daten über Preise und Löhne in der Antike).

Er verfasste auch einen wiederholt aufgelegten Abriss der antiken Geschichte, eine Kurze Geschichte der antiken Welt und eine Biographie Alexanders des Großen, ferner Schulwandkarten zur Antike. Auch in Fernsehsendungen in den 1960er Jahren und als Reiseleiter vermittelte er in populärer Form Kenntnisse über die Antike.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hartmut Beister: Siegfried Lauffer. In: Jakob Seibert (Hrsg.): 100 Jahre Alte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (1901–2001). Duncker und Humblot, Berlin 2002, S. 137–159, ISBN 3-428-10875-2.
  • Hans Kloft: Lauffer, Siegfried. In: Der Neue Pauly (DNP). Supplementband 6: Geschichte der Altertumswissenschaften. Metzler, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-476-02033-8, Sp. 705–707.

Weblinks[Bearbeiten]