Siegfried Lorenz (Bariton)

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Siegfried Lorenz (* 1945 in Berlin) ist ein deutscher Opern-, Oratorien- und Liedsänger.

Leben[Bearbeiten]

Siegfried Lorenz studierte von 1964 bis 1969 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin Gesang und war dort Meisterschüler von Alois Orth. Nach mehreren internationalen Wettbewerbspreisen wurde er 1969 von Walter Felsenstein an die Komischen Oper Berlin verpflichtet. Bis 1973 war er dort als lyrischer Bariton engagiert. 1973 wurde er von Kurt Masur, der extra für Lorenz die Stelle eines „ersten Gesangssolisten“ am Gewandhaus schuf, an das Leipziger Gewandhaus verpflichtet. Lorenz machte sich vor allem auch als Bach-Interpret und Liedersänger einen Namen. Seine Einspielungen der Lieder Franz Schuberts sind mehrfach preisgekrönt. Von 1978 bis 1992 war er als erster lyrischer Bariton an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin engagiert. Dort erzielte er unter anderem mit dem Wolfram aus „Tannhäuser“, dem Grafen aus der „Hochzeit des Figaro“, Posa aus „Don Carlos“ sowie dem Borromeo aus Pfitzners „Palestrina“ große Erfolge. Siegfried Lorenz' Stimme wird für ihre technische Sicherheit und die Schönheit ihres Timbres in Kombination mit einer besonderen Natürlichkeit der Interpretationen gerühmt. Unter seinen CD-Einspielungen besonders empfehlenswert sind Mahlers „Kindertotenlieder“ mit dem Gewandhausorchester unter Kurt Masur, die Schubert-Lieder mit Norman Shetler, die EMI-Einspielung der „Meistersinger von Nürnberg“ (in der Lorenz den Beckmesser singt) mit Ben Heppner, Cheryl Studer und Bernd Weikl unter Wolfgang Sawallisch, die Bach-Solokantate „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“ und „Ich habe genug“ mit dem Collegium Musicum Leipzig unter Max Pommer und Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ unter Günther Herbig sowie „Fünf Lieder nach Friedrich Rückert“ mit der Staatskapelle Berlin unter Otmar Suitner.

Lorenz gastierte mit namhaften Orchestern und Dirigenten in Europa, den USA und Japan. 1976 wurde Lorenz mit dem Kunstpreis und 1983 mit dem Nationalpreis geehrt, zwei der höchsten künstlerischen Auszeichnungen der ehemaligen DDR. 1979 wurde er zum Kammersänger der Deutschen Staatsoper Berlin ernannt und 1982 zum Professor berufen. Von 2001 bis 2003 war er Professor für Gesang an der Musikhochschule Hamburg, seit Oktober 2003 ist er Professor für Gesang an der Universität der Künste Berlin.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1976 Kunstpreis der DDR, „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ für die Einspielung der drei Schubertschen Liederzyklen
  • Kammersängertitel
  • Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur (1983) u.v.m.

Tonträger[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]