Siegfried Matthus
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Siegfried Matthus (* 13. April 1934 in Mallenuppen (Sadarosche) Kreis Darkehmen/Ostpreußen) ist ein deutscher Komponist. Er lebt in Berlin.
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[Bearbeiten] Leben
Die Eltern von Siegfried Matthus waren Landwirte mit einem Gehöft. Die Mutter verdiente mit Schneidern etwas dazu, der Vater spielte in der Schenke zum Tanz auf, am Wochenende auch über Land. Mit neun Jahren wurde Siegfried Matthus zum Klavierunterricht geschickt Am 22. Oktober 1944 floh er mit seiner Familie [1] vor den heranrückenden Truppen der Roten Armee gen Westen. [2] Nach einer schweren Übergangszeit wurden die Eltern Neubauern in Läsikow, Kreis Neuruppin. Der Vater lehrte ihn Geigen- und Trompetenspiel soweit, dass er eine Nacht mit dem üblichen Repertoire Musik machen und dabei auch improvisieren konnte. Er besuchte die Oberschule in Rheinsberg, auf der er in der zwölften Klasse die Leitung des Schulchors übernahm, für den er auch komponierte.
In den Jahren 1952 bis 1958 studierte Matthus an der Musikhochschule Berlin Chor- und Ensembleleitung, seit 1956 auch Komposition bei Rudolf Wagner-Régeny. Von 1958 bis 1960 war er Meisterschüler von Hanns Eisler und bis 1964 freischaffender Komponist. Walter Felsenstein holte ihn 1964 an die Berliner Komische Oper, wo Matthus bis in die Gegenwart als Dramaturg und Komponist wirkt. 1972 übernahm er eine Meisterklasse an der Akademie der Künste der DDR. Mit der Reihe Kammermusik im Gespräch wurde er von 1966 bis 1988 zum Pionier der Modernen Klassischen Musik in der DDR.
1991 wurde er künstlerischer Leiter der Kammeroper Schloss Rheinsberg mit Opernwerkstatt und Aufführungen.
[Bearbeiten] Werke
Matthus komponierte etwa 600 Musikwerke, die ihn zum bekanntesten Komponisten der DDR machten. Er befasste sich mit Dodekaphonie, Serieller Musik und historischen Kompositionsverfahren von Bach bis Strauss, fühlt sich aber inzwischen einer freien Atonalität verpflichtet und arbeitet mit sieben- bis elf-tönigen Reihen. Er erfreut sich hoher Aufführungszahlen und wird auch vom Publikum akzeptiert.
[Bearbeiten] Opern
- 1960-63: Lazarillo von Tormes
- 1966/67: Der letzte Schuss
- 1971: Noch einen Löffel Gift, Liebling? (Komische Kriminaloper von Peter Hacks nach der Komödie Risky Marriage von Saul O'Hara)
- 1972-74: Omphale (von Peter Hacks)
- 1983/84: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke (nach Rainer Maria Rilke)
- 1982-84: Judith (nach Friedrich Hebbel)
- 1987/88: Graf Mirabeau
- 1990/91: Desdemona und ihre Schwestern (nach Christine Brückner)
- 1998: Farinelli oder die Macht des Gesanges
- 1998/99: Kronprinz Friedrich (Libretto von Thomas Höft)
- 2004: Die unendliche Geschichte (nach Michael Ende im Auftrag des Kultusministeriums von Rheinland-Pfalz, Libretto von Anton Perrey)
- 2007: Cosima (Rekonstruktion eines Opernfragments von Friedrich Nietzsche)
- in Arbeit: Friedrich und Katte
[Bearbeiten] Sonstige Kompositionen
- zahlreiche Lieder, Ouvertüren, Hörspiel- und Fernsehmusiken
- 1963: Kleines Orchesterkonzert
- 1968: Violinkonzert
- 1970: Klavierkonzert
- 1975: Cellokonzert
- 1977: Orchesterkonzert Responso
- 1984: Der Wald, Paukenkonzert
- 1985: Konzert für Trompete und Pauke (zur 100-Jahr-Feier der Berliner Philharmoniker)
- 1985: Divertimento für Orchester (für die Salzburger Festspiele)
- 1985: Die Windsbraut (für die Münchener Philharmoniker)
- 1989: Der See Harfenkonzert
- 1994: Manhattan Concerto (für die Manhattan School in New York)
- 2002: Concerto for Two für Trompete und Posaune
- 2005: De vacuo spatio (Musikalische Metaphern nach Texten von Otto von Guericke zur 1200-Jahr-Feier der Stadt Magdeburg )
- 2005: Phantastische Zauberträume – ein saxofonisches Märchen (für Kieler Philharmoniker)
- 2005: Te Deum (zur Weihe der wieder aufgebauten Dresdner Frauenkirche)
- 2007: Lamento (Auftragswerk der Münchner Philharmoniker)
- 2008: Konzert für Fünf für Bläserquintett und Orchester (Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker; uraufgeführt am 28.Mai 2009 in Berlin).
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1997 Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen für Musik
- 1998 Deutscher Kritikerpreis
- 2006 Verdienstorden des Landes Brandenburg
[Bearbeiten] Anmerkungen / Einzelnachweise
- ↑ Siegfried Matthus: Bericht über eine Reise nach Mallenuppen (Gembern) und Darkehmen (Angerapp), Berlin/Stolzenhagen im November 1988 [1]
- ↑ Frank Schneider: Siegfried Matthus, a. a. O., Seite 125
[Bearbeiten] Literatur
Frank Schneider: Siegfried Matthus, in: Ders.: Momentaufnahme, Notate zu Musikern in der DDR, Reihe Kunstwissenschaften, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 19769, Seite 123 - 142
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Siegfried Matthus im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Einträge zu Siegfried Matthus im Katalog des Deutschen Musikarchivs
- Homepage von Siegfried Matthus
- Siegfried Matthus Breitkopf & Härtel
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Matthus, Siegfried |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Komponist |
| GEBURTSDATUM | 13. April 1934 |
| GEBURTSORT | Mallenuppen, Ostpreußen |


