Sieglar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur deutschen Fernsehmoderatorin siehe Jennifer Sieglar.

50.8000222222227.125577777777858Koordinaten: 50° 48′ 0″ N, 7° 7′ 32″ O

Sieglar
Stadt Troisdorf
Höhe: 58 m
Fläche: (ehemalige Gemeinde:) 43,16 km²dep1
Einwohner: 8868 (30. Jun. 2011)
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53844
Vorwahl: 02241
Marktplatz mit Schule um 1915

Sieglar ist eine der zwölf Ortschaften von Troisdorf im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten urkundlich erwähnten Siedlungen im heutigen Troisdorfer Stadtgebiet sind Eschmar und Sieglar, die bereits 832 in einem Güterverzeichnis des Cassius-Stiftes genannt werden, Sieglar als marca Lareriorum vel in Fluvia Segen[1]. 1555 war Sieglar Kirchspielort und Gerichtssitz im Amt Löwenburg. Ende des 18. Jahrhunderts lagen in Sieglar zwei Getreidemühlen und 1820 zwei Gerbereien.[2] Seit 1816 gibt es eine Glockengießerei in Sieglar.

1806 kam das Amt Löwenburg, und damit auch Sieglar, an das napoleonische Großherzogtum Berg und Sieglar bildete seit dem 8. März 1809 eine Mairie im Kanton Siegburg.[3]

Bis 1927 gehörte die Gemeinde Sieglar zur Bürgermeisterei Sieglar. Sie hatte eine Fläche von 2.377 ha. 665 davon waren Ackerland und 1004 Holzungen. Zur Gemeinde gehörten bis 1918 außer Sieglar selber die Orte Oberlar mit damals 75 Häusern und über 400 Einwohnern und Forsthaus Telegraph mit vier Einwohnern.[4]

Die Gemeinde Sieglar hatte 1885 insgesamt 395 Wohnplätze (einschließlich unbewohnter) mit 425 Haushaltungen (einschließlich Anstalten). Von den 2.071 Einwohnern waren 1.080 Männer und 991 Frauen.[4]

1885 gab es in der Gemeinde 2.026 Katholiken, drei Bürger evangelischen Glaubens und zwölf Juden. Es gab eine eigene katholische Gemeinde im Ort, die Evangeliken wurden von der Kirchengemeinde Siegburg mitbetreut.[4]

Im Zuge der kommunalen Neugliederung des Raums Bonn wurden am 1. August 1969 die Ortschaften Bergheim, Eschmar, Kriegsdorf, Müllekoven, Oberlar, Sieglar und Spich der Gemeinde Sieglar in die Stadt Troisdorf eingegliedert.[5] In Sieglar war von 1990 bis 2000 die Botschaft der Mongolei in der Bundesrepublik Deutschland am Regierungssitz Bonn ansässig[6] (→ Eintrag in Botschaftsliste).

Im August 2007 feierte Sieglar auf dem Marktplatz seinen 1175. Geburtstag.

Einwohnerentwicklung[7][Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1816 928
1843 1.292
1871 1.718
1905 3.277
1939 12.711

Einwohnerzahl von 1939 zusammen mit den damaligen Gemeindeteilen Bergheim, Müllekoven, Eschmar, Kriegsdorf und Spich.

Gemeindeleben[Bearbeiten]

Haus am Marktplatz, Sieglar

Auch heute sehen sich die Bewohner eher als „Sieglarer“, weniger als „Troisdorfer“. Von Spielplätzen über Kindergärten bis hin zu mehreren Schulen sind alle Einrichtungen für Kinder und Jugendliche dort angesiedelt, es gibt ein Krankenhaus, zwei Kirchen, Seniorentreffs und ein Pflegeheim, die zentrale Feuerwache der Stadt, eine Außenstelle der Stadtbibliothek und ein Bürgerhaus, in dem nicht nur gefeiert werden kann, sondern das auch oft für kulturelle Inszenierungen genutzt wird. Im Ortskern findet man den historischen Marktplatz vor. Obwohl in den letzten Jahrzehnten viel gebaut wurde, findet man immer wieder historische Gebäude Fachwerkhäuser.

Bildung[Bearbeiten]

Die Hauptschule Geschwister-Scholl-Schule, die Korczak-Realschule und das Heinrich-Böll-Gymnasium bilden das Sekundarstufenzentrum in Sieglar und werden in Ganztagsform betrieben.

Im Georg Kerschensteiner Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Troisdorf (BKT), das sich ebenfalls im Schulzentrum Sieglar befindet, werden Berufsschüler verschiedener Ausbildungszweige unterrichtet. Hier finden sich Fachoberschulen und höhere Berufsfachschulen sowohl technischer als auch sozialer Fachrichtungen. An den Fachschulen werden neben Sozialpädagogen und Heilerziehungspfleger auch Techniker der Fachrichtung Maschinenbau sowie Kunststoff- und Kautschuk-Technologie in Voll- und Teilzeitform ausgebildet. Am beruflichen Gymnasium Erzieher/in (AHR) kann man in 3 Jahren die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung erwerben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heimat- u. Geschichtsverein Troisdorf: Troisdorfer Geschichtsinformationen in Kurzform
  2. Der Rhein-Sieg-Kreis. Herausgeber: Paul Kieras. Stuttgart 1983, S. 297.
  3. Matthias Dederichs: Sieglarer Geschichte von den Anfängen bis 1906. Schriftenreihe des Archivs der Stadt Troisdorf, Nr. 22, Troisdorf 2007, S. 99.
  4. a b c Gemeindelexikon für das Königreich Preußen von 1885
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 85.
  6. Kerstin Englert, Jürgen Tietz, Alfred Englert (Hrsg.): Botschaften in Berlin, Verlag Mann 2003, S. 286.
  7. Volkszählungsergebnisse von 1816 bis 1970 der Städte und Gemeinden. Beiträge zur Statistik des Rhein-Sieg-Kreises, Bd. 17/ Siegburg 1980, S. 166-167.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Dederichs: Sieglarer Geschichte von den Anfängen bis 1906. Vogtei - Kirchspiel - Bürgermeisterei, Schriftenreihe des Archivs der Stadt Troisdorf Nr. 22, Troisdorf 2007, ISBN 978-3-00-023079-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sieglar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien