Siegmund Haber

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Siegmund Haber

Siegmund Haber (* 11. September 1835 in Neisse; † 27. Februar 1895 in Berlin) war ein deutscher Publizist und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Haber durchlief eine kaufmännische Ausbildung und war mehrere Jahre Geschäftsreisender, dann Handlungsgehilfe und Kontorist in Breslau. 1870 ging er nach Berlin, wo er mit Rudolf Mosse bekannt wurde. 1872 gründete Mosse mit Haber das Berliner Tageblatt, wobei Haber besonders für die humoristische Beilage Ulk verantwortlich war, deren Chefredakteur er bis zu seinem Tode blieb. In diesem politisch-satirischen und lokal-humoristischen Witzblatt führte er sehr populäre Figuren ein, den Eckensteher Nunne, die Confectionsmamsell Paula Erbswurst vom Hausvogteiplatz links und die Frau Rentier Schladeberg aus der Manteuffelstraße, die sich regelmäßig zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen äußerten.[1] Mitarbeiter bei Habers Blatt war längere Zeit Richard Schmidt-Cabanis der 1895 die Chefredaktion übernahm. Haber schrieb für viele Zeitungen, u.a. lieferte er über viele Jahre hin regelmäßig eine „Sonntagsplauderei“ für die National-Zeitung. Neben seiner Zeitungsarbeit veröffentlichte Haber über dreißig Schwänke, Lustspiele und humoristische Sammlungen.[2] Er war Mitglied des jüdischen Schriftstellerverbandes und des Vereins Berliner Presse.

Werke (in Auswahl)[Bearbeiten]

  • Frau Fortuna (Schwank) 1866
  • Der Maskenball (Burleske) 1867
  • Salon pour la coupe des cheveux (Posse mit Gesang) 1867
  • Ein Stündchen im Kontor (Posse mit Gesang) 1872
  • Berlin bei Nacht (Kaiserstädtische Kneipstudien) 1887
  • An der Mosel (Patriotisches Gemälde mit Gesang) 1889
  • Paragraph Elf (Kaiserstädtische Kneipstudien) 1889
  • Ernst bei Seite (Lustige Anspruchslosigkeiten) 1891
  • Reiselustiges (Allerhand über Rumtreiben und Zuhausbleiben) 1894
  • Lustiges und Listiges (Herusgegegeben von Fritz Engel) 1899

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Brümmer, Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten , 6. Aufl. Band 3, S. 28
  2. Deutsches Schriftsteller-Lexikon 1830-1880, Band H bearbeitet von Herbert Jacob, S. 35–38

Literatur[Bearbeiten]