Siegsdorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Siegsdorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Siegsdorf
Siegsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Siegsdorf hervorgehoben
47.82111111111112.641666666667615Koordinaten: 47° 49′ N, 12° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Höhe: 615 m ü. NHN
Fläche: 55,2 km²
Einwohner: 8230 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83313
Vorwahl: 08662
Kfz-Kennzeichen: TS
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 145
Gemeindegliederung: 98 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
83313 Siegsdorf
Webpräsenz: www.siegsdorf.de
Bürgermeister: Thomas Kamm (UW)
Lage der Gemeinde Siegsdorf im Landkreis Traunstein
Chiemsee Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Rosenheim Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf am Inn Waginger See Wonneberg Waging am See Vachendorf Unterwössen Übersee (Chiemgau) Trostberg Traunstein Traunreut Tittmoning Taching am See Tacherting Surberg Staudach-Egerndach Siegsdorf Seeon-Seebruck Schnaitsee Schleching Ruhpolding Reit im Winkl Pittenhart Petting (Gemeinde) Palling Obing Nußdorf (Chiemgau) Marquartstein Kirchanschöring Kienberg (Oberbayern) Inzell Grassau Grabenstätt Fridolfing Engelsberg Chieming Bergen (Chiemgau) Altenmarkt an der Alz Österreich Österreich ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Unabhängige Wählergemeinschaft

Siegsdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein und liegt direkt an der A 8 von München nach Salzburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Siegsdorf (im Dialekt: "Siagsdorf") ist Sitz einer politischen Gemeinde und einer römisch-katholischen Pfarrei (frühere Wallfahrt zum geneigten Haupt). Nächste größere Stadt ist Salzburg, ca. 25 km östlich entfernt. Nahe Siegsdorf vereinigen sich der 'Rote' und der 'Weiße' Arm zur Traun, die weiter über Traunstein und Altenmarkt fließt und in die Alz mündet. Richtung Süden befinden sich die Ausläufer der Voralpen – hier des Hochfelln. Den höchsten Punkt der Gemeinde bildet der Zinnkopf mit 1227 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Siegsdorf hat 98 amtlich benannte Ortsteile:[3]

Vorauf[Bearbeiten]

Vorauf ist eine Feriensiedlung, die Anfang der 1970er-Jahre entstand. Typisch ist die „Vogelhaus“-Architektur vieler Gebäude, von denen die meisten in Südhanglage gebaut wurden.

Das Ferienparkgebiet selbst besteht aus den drei Teilen, nämlich Feichten, Mosen und dem eigentliche Vorauf. Im Ferienpark gibt es die für Urlauber typischen Einrichtungen, wie eine Minigolfanlage, ein Speiserestaurant, ein kleines Hallenbad und eine Sauna. Letztere wird gerade im Winter auch von Bewohnern der Region genutzt. Des Weiteren gibt es ein Gestüt, wo Pferde gemietet werden können. Der alte Reitstall ist am gleichen Tag unter der Last der Schneemassen zusammengebrochen wie die Eissporthalle im 30 km entfernten Bad Reichenhall.

Im Gebiet Vorauf leben nur 200 Leute, aber es gibt bis zu 500 Ferienhäuser unterschiedlicher Größe. Der Haustyp (z.B. „Typ Salzburg“) wird immer nach einer Stadt benannt. Nach Abnahme des Massentourismus in der Region kommt es jedoch in den letzten Jahren vermehrt zu Grundstücks- oder Hausverkäufen, dadurch gibt es nicht mehr dieselbe Palette der Versorgung wie vor 20 Jahren. Beispielsweise existiert der Dorfladen, der über 30 Jahre lang Gäste mit Lebensmitteln versorgt hat, nicht mehr. Stattdessen muss nach Wernleiten, Siegsdorf, Traunstein oder nach Neukirchen a. Teisenberg zum Lebensmitteleinkauf gefahren werden. Zudem leidet der Ferienpark unter der demographischen Entwicklung, weil die erste Generation der Ferienpark-Eigentümer zum Teil nicht mehr lebt und die nachfolgenden Generationen die Häuser oftmals veräußern müssen. Das birgt eine Gefahr, weil Immobilienspekulanten und unterschiedliche Ferienhäuseranbieter um die frei werdenden bzw. frei gewordenen Häuser sowohl um Käufer als auch um Mieter ringen. Das löst eine neue Welle von Problemen aus, die das Miteinander im Ferienpark Vorauf trüben.

Problematisch für den Ferienpark ist auch die ungeklärte Wohnsituation. Manche Leute leben lange Zeit ihres Lebens in dem Ferienpark und sind als „Alteingesessene“ offiziell Einwohner des Ferienparks und damit der Gemeinde. Neu hinzugezogene oder Feriengäste dürfen hingegen die Wohnungen nur zum Zwecke des Urlaubes, nicht aber als Dauerwohnstätte nutzen.

Der Ferienpark wird mehrheitlich von Gästen aus dem (ober)bayerischen Raum genutzt, da viele der Hausbesitzer aus diesem Raum stammen und sie an Freunde, Verwandte oder Touristen vermieten. Ebenfalls kommen Gäste aus den anderen Bundesländern Deutschlands, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.

In den Jahren 2012 und 2013 befragte die Gemeinde Siegsdorf die im Ferienpark gemeldeten Bewohner, wie sie sich die Zukunft des Ferienparks vorstellen, auch für die Gemeinde als Planungssicherheit.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Siegsdorf um 1900

Siegsdorf wird um 1120 erstmals schriftlich genannt. Im Mittelalter spielte Eisenerzbergbau, insbesondere in den heutigen Ortsteilen Eisenärzt und Hammer, eine wichtige Rolle. Durch das Gemeindegebiet verlief ein Salzsäumerweg von Reichenhall nach Traunstein, der erst um 1590 zur Salzstraße ausgebaut wurde. Seit 1618 führte die Soleleitung von Reichenhall nach Traunstein und ab 1809 nach Rosenheim entlang der Roten Traun über Hammer (Brunnhaus) und Siegsdorf (Brunnhaus). Die spätgotische Pfarrkirche "Maria Empfängnis" wurde 1779 barockisiert und mit einem großflächigen Deckengemälde des Trostberger Malers Franz Soll versehen. 1896 wird Siegsdorf an die Eisenbahn angeschlossen, 1936 reicht der erste Bauabschnitt der Autobahn von München bis Siegsdorf. Die Gemeinde Siegsdorf ist in ihrem heutigen Umfang aus mehreren Orten entstanden. Am 1. April 1934 wurde der Gemeindename Obersiegsdorf gleichzeitig mit der Eingemeindung von Untersiegsdorf amtlich in Siegsdorf geändert.[5]

Siegsdorfer Mammut

Am 11. Oktober 1975 entdeckte und barg der damals 16-jährige Schüler Bernard Raymond v. Bredow in einem Bachbett bei Siegsdorf (im Ortsteil Höpfling) eines der größten Mammutskelette der Welt. In die Schlagzeilen geriet Siegsdorf 1985, als Bredow seinen Mammutfund mit dem Filmemacher Ulli Weißbach veröffentlichte. Der Fund war Anlass, in Siegsdorf 1991 das Mammutheum und 1995 das Südostbayerische Naturkunde- und Mammut-Museum zu errichten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1934 wurden die bisherige Gemeinde Untersiegsdorf angeschlossen und der bisherige Gemeindename Obersiegsdorf in Siegsdorf geändert. Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Eisenärzt eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Vogling sowie der südliche Teil der aufgelösten Gemeinde Hochberg hinzu.[5] Am 1. Mai 1978 fand die Gemeindegebietsreform ihren Abschluss durch den freiwilligen Anschluss der Gemeinde Hammer und des südlichen Teils der Gemeinde Haslach.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Siegsdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Siegsdorf liegt direkt an der A 8 von München nach Salzburg und kann über die Ausfahrten Schweinbach oder Siegsdorf angefahren werden. Außerdem liegt Siegsdorf an der Bahnstrecke Traunstein–Ruhpolding.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Gemeinde lebt von Kleingewerbe und Handwerk, mittleren Industriebetrieben sowie teilweise vom Fremdenverkehr und von der Landwirtschaft. Das Anlagenbauunternehmen Brückner Group hat seit 1960 seinen Standort in Siegsdorf. Über die Region hinaus bekannt sind die beiden Mineralwasserbrunnen Adelholzener Alpenquellen und Siegsdorfer Petrusquelle.

Bildung[Bearbeiten]

Siegsdorf besitzt die Volksschule Siegsdorf, untergliedert in Grund- und Hauptschule mit insgesamt ca. 500 Schülern in 21 Klassen und 33 Lehrkräften. Eine Pfarr- und Gemeindebücherei befindet sich im Gebäude der Gemeindeverwaltung. Außerdem gibt es eine Außenstelle der VHS Traunstein.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Peter Angerer (* 14. Juli 1957 in Hammer) ist ein ehemaliger deutscher Biathlet.
  • Axel Bühler (* 14. Juni 1947) ist Professor für Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
  • Bernard Raymond von Bredow (* 23. März 1959), Geophysiker und experimenteller Archäologe.
  • Sepp Ferstl (* 6. April 1954 in Vogling) ist ein ehemaliger deutscher Skirennläufer.
  • Christian Gerhartsreiter (* 21. Februar 1961 in Siegsdorf), ein in den USA wegen Mordes inhaftierter deutscher Hochstapler, der als Clark Rockefeller bekannt wurde.
  • Matthias Engelsberger (* 18. Juli 1925 in Siegsdorf; † 30. Oktober 2005) war ein deutscher Politiker der CSU. Er gehörte von 1969 bis 1990 dem Deutschen Bundestag an.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=189&suchbegriff=1
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111109/174335&attr=OBJ&val=570
  4. suedost-news.de („Traunsteiner Tagblatt online“): „Dauerwohnen im Ferienpark Vorauf“ Artikel vom 3. August 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013
  5. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 581.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siegsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Siegsdorf – Reiseführer