Primetals Technologies

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Primetals Technologies Limited
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Rechtsform Limited
Gründung 2015 als ein Joint Venture von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) und Siemens
Sitz London, Großbritannien
Leitung Vorstand:
  • Yasakuni YAMASAKI, Chief Executive Officer
  • Peter SCHRAUT, Chief Financial Officer
  • Etsuro HIRAI, Chief Technology Officer
  • Dr. Heiner RÖHRL, Chief Operating Officer (upstream)
  • Ryoichi NISHI, Chief Operating Officer (downstream)
Mitarbeiter ca. 9000
Umsatz k.A.
Branche Metallurgie
Produkte Hütten- und WalzwerkstechnikVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.primetals.com

Primetals Technologies Limited mit Sitz in London, (Großbritannien) ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das 2015 durch das Zusammenlegen von Siemens VAI Metals Technologies mit dem japanischen Unternehmen Mitsubishi Hitachi Metals Machinery (MHMM) entstanden ist. Das bei MHI konsolidierte Unternehmen Mitsubishi Hitachi Metals Machinery (MHMM) mit Beteiligungen von Hitachi, Ltd. und der IHI Corporation hält 51 % der Anteile und Siemens 49 % der Anteile an dem Joint Venture.

Weltweit beschäftigt das Unternehmen etwa 9.000 Mitarbeiter.

Konzernüberblick[Bearbeiten]

Primetals Bürogebäude in Linz

Primetals Technologies ist ein weltweit führender Partner für Engineering, Anlagenbau und Lifecycle-Services in der Metallindustrie. Das komplette Technologie-, Produkt- und Leistungsportfolio des Unternehmens umfasst ganzheitliche Lösungen für Elektronik, Automatisierung und Umwelttechnik und deckt alle Schritte der Wertschöpfungskette in der Eisen- und Stahlproduktion vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt ab sowie modernste Walzwerkslösungen für Nichteisenmetalle. Das Portfolio beinhaltet folgende Produkte und Services:

  • Integrated mills
  • Minimills
  • Beneficiation plants
  • Coking plants
  • Sinter and pellet plants
  • Blast furnaces
  • Corex® and Finex® ironmaking plants
  • Direct-reduction plants
  • Converter steelmaking plants
  • Electric steelmaking plants
  • Stainless steelmaking plants
  • Secondary metallurgical facilities
  • Continuous casting plants
  • Arvedi ESP (endless strip production) plants
  • Strip-casting plants
  • Plate and Steckel mills
  • Hot-strip rolling mills
  • Pickling plants
  • Cold-rolling mills
  • Nonferrous rolling mills
  • Bar, wire rod, section, rail, tube and pipe mills
  • Strip-processing and finishing lines
  • Environmental plants
  • Electrics and automation
  • Metallurgical, consulting and financial services
  • Modernization packages

Geschichte[Bearbeiten]

Primetals Technologies kann aufgrund seiner Eigentümer Siemens und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) auf beinahe 170 Jahre Erfahrung zurückgreifen. Das Know-How von Primetals Technologies erstreckt sich aufgrund zahlreicher Akquisitionen über die gesamte Wertschöpfungskette der Eisen und Stahlproduktion. Als bedeutendste Erfindung gilt nach wie vor das LD-Verfahren, nach dem heute über 70 % der Stahlwerke weltweit betrieben werden. Ebenfalls bedeutend sind das Corex und das Finex Verfahren, die auf einer direkten Verwendung von Kohle für die Roheisenerzeugung basieren.

Geschichte von MHMM[Bearbeiten]

  • 2000 – Gründung MHI – Hitachi Metals Machinery, Inc. Gemeinschaftsunternehmen
  • 2002 – Änderung des Firmennamens zu Mitsubishi-Hitachi Metals Machinery, Inc.
  • 2004 – Gründung des Unternehmens Mitsubishi-Hitachi Metals Machinery, Inc. U.S.A
  • 2005 – Akquisition des Unternehmens New Genecoat, Inc., U.S.A
  • 2006 – Vertragsabschluss zwischen MHMM und Jingtang Inc., China über die Lieferung eines Beize und Tandem Kaltwalzwerks
  • 2007 – Gründung des Unternehmens Mitsubishi-Hitachi Metals Machinery, Inc., China
  • 2010 – Inbetriebnahme der endlosen Knüppelschweiß- und Walzanlage bei POSCO, Südkorea
  • 2010 - Gründung des Unternehmens Mitsubishi-Hitachi Metals Machinery South Asia Private Ltd.
  • 2012 – Inbetriebnahme des Warmwalzwerkes bei Usiminas Cubatão, Brasilien
  • 2013 – Integration des IHI Metaltech Rolling Mill Geschäftes
  • 2013 – Beitritt der Concast Ltd. India zur Mitsubishi Hitachi Group
  • 2013 – 100 % Übernahme der Aktien von Hasegawa Gear Works, Ltd.

Geschichte Siemens VAI Metals Technologies[Bearbeiten]

1938 – 1945 Gründung des Hüttenwerkes Linz[Bearbeiten]

Die Geschichte von Siemens VAI ist eng mit der Entstehung des Industrieanlagenbaus verbunden. Das englische Unternehmen Brassert & Co begann 1938 mit dem Bau des Hüttenwerks Linz. Nach Kriegsbeginn 1939 wurden die Planungsarbeiten durch die Hüttenbauabteilung der Reichswerke Hermann Göring fortgesetzt, die ihre Agenden wiederum an die Deutsche Bergwerks- und Hüttenbaugesellschaft (DBHG) weitergab. Das ursprünglich geplante Großhüttenwerk wurde auf den Schwerpunkt Rüstungsindustrie hin modifiziert.

1945 – 1956 Wiederaufbau und LD-Verfahren[Bearbeiten]

Die Luftangriffe der Alliierten ab Juli 1944 fügten den gesamten Werksanlagen schwere Schäden zu, die Produktion war zu Kriegsende praktisch zum Erliegen gekommen. Im Juli 1945 erfolgte die Umbenennung der ursprünglichen „Alpine Montan AG Hermann Göring“ in „Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke“ (VÖEST). Für den Wiederaufbau des Werkes wurden einige Abteilungen zur sogenannten „Neubauabteilung“ zusammengeschlossen, die mit der Wiedererrichtung des Hüttenwerkes Linz betraut worden war. Bis 1949 konnten so die wichtigsten Elemente der Hüttenanlagen wieder in Betrieb genommen werden: Kokerei, Hochöfen, Stahlwerk (Werk mit einem Siemens-Martin-Ofen, benannt nach den Erfindern) und Grobblechwalzwerk (Werk zur Herstellung von Blech mit einer Dicke über 3 mm). Da viele erzeugte Produkte in der Nachkriegswirtschaft eine Mangelware darstellten, erholte sich das Hüttenwerk relativ rasch und investierte kräftig in den Ausbau seiner Anlagen. Die jährliche Stahlwerkskapazität von 220.000 Tonnen erwies sich durch den Mangel an Stahlschrott, der für den Betrieb der damals üblichen SM-Öfen benötigt wurde, jedoch bald als unzureichend. Als Lösung erwies sich ein neuartiger Verarbeitungsprozess: das im eigenen Haus entwickelte LD-Verfahren (Linz-Donawitz-Verfahren, Inbetriebnahme 1952 in Linz und 1953 in Donawitz). Es überzeugte durch Kostenersparnis (nur etwa 65 % der Investitionskosten und 55 % der Betriebskosten eines SM-Ofens) und größerer Produktionskapazität.

1956 – 1961 Aufstieg zum Industrieanlagenbau[Bearbeiten]

Die Erfindung des LD-Verfahrens sowie die Erfahrungen im kompletten Wiederaufbau der werkseigenen Anlagen führten 1956 zum ersten externen Großauftrag im Industrieanlagenbau in Rourkela, Indien. Dessen Erfolg veranlasste zahlreiche Hüttenwerke auf fast allen Kontinenten, die VÖEST mit dem Bau von Werksanlagen zu beauftragen. Der Industrieanlagenbau im Stahlwerkssektor erweiterte sich zunehmend um den Warm- und Kaltwalzsektor sowie den Bau von Hochöfen und Hüttenwerksnebenanlagen wie Schlackenverwertungsanlagen und Dolomitsteinfabriken.

1961 – 1974 Wachstum und Konjunktur[Bearbeiten]

Mit den wachsenden Aufgaben musste die Neubauabteilung zur „Industriebau Werksausbau“ umgewandelt werden, deren Aufgabe die Bearbeitung schlüsselfertiger Projekte war. 1964 erweiterte die VÖEST ihr Portfolio mit dem Chemieanlagenbau, bereits zwei Jahre später betrug dessen Umsatzanteil mehr als zwei Drittel des Gesamtumsatzes. Ein weiterer Meilenstein war 1967 die Einführung der Stranggießtechnologie für die Herstellung von Brammen. Viele laufende Aufträge und der stetige Ausbau der werkseigenen Anlagen veranlassten die VÖEST, ihre Rohstahlproduktion von bis dato 2,3 auf 3,1 Mio. Tonnen pro Jahr zu erhöhen.

1974 – 1985 Stahlkrise und Umstrukturierungen[Bearbeiten]

Als 1974 die Ölkrise ausbrach, bekam dies die Hüttenindustrie der ganzen Welt zu spüren. Die Folgen waren ein erheblicher Preisverfall auf dem Stahlsektor, was sich auch auf den Anlagenbau auswirkte. Dennoch entwickelte sich der Bereich Technik (Industrieanlagenbau und Finalindustrie) in den kommenden Jahren zu einem immer wichtigeren Standbein des Unternehmens. So betrug der Umsatzanteil der Hütte 1973 noch 80 %, während der Anteil des Final- und Anlagenbaubereiches 1976 bereits 45 % ausmachte. Das Unternehmen befand sich in steten Umstrukturierungsprozessen, Neuorientierungen und lukrierte die bislang umfangreichsten Projekte. Anfang der 80er Jahre setzte der Chemieanlagenbau erste Schritte in Richtung Biotechnik, was 1986 zur Errichtung eines Biomasseverwertungstechnikums in Linz führte. Weitere Anpassungen an die Markterfordernisse nahm der Chemieanlagenbau durch diverse Umweltschutzeinrichtungen vor. Als besonders wichtiger Schritt sollte sich der Erwerb der Korf Engineering GesmbH als 100 %-Tochter erweisen, inkludierte dies doch die Rechte am COREX-Verfahren. Die weiterhin hohe Auftragslage milderte die Verluste durch die nach wie vor andauernde Stahlkrise, welche 1985 jedoch bedrohliche Ausmaße annahm. Außerdem wurde in den Jahren zuvor starker politischer Einfluss auf das verstaatlichte Unternehmen zur Arbeitsplatzsicherung ausgeübt. Der zum Mischkonzern angewachsene Betrieb erlitt im Jahr 1984 einen Rekordverlust von 25 Milliarden Schilling (siehe Intertrading-Skandal).

1985 – 1995 Aufsplittung und erneuter Aufschwung[Bearbeiten]

Im Herbst 1986 wurde das Konzept VOEST-ALPINE NEU eingeführt, wonach das Unternehmen einen marktorientierten Technologiekonzern auf Basis des im Kernbereich Stahl angesammelten Wissens darstellt. Damit wollte man das Unternehmen schnellstmöglich aus der Verlustzone führen. Im Bereich des Anlagenbaus bemühte man sich um Ausbau der bestehenden Stärken im Hinblick auf Qualität und Technologie, kreative Projekte von Mitarbeitern wurden gefördert. So verbesserte man beispielsweise die COREX-, Horizontal-Stranggieß- und Bandgießtechnologie, Konverter- und Elektroofenprozesse wurden weiterentwickelt und der Elektrolichtbogenofen eingeführt. 1988 wurde schließlich der VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau (VAI) eine eigene GesmbH im Rahmen der neugegründeten Maschinen- und Anlagenbauholding AG unter der Dachgesellschaft ÖIAG.

1995 – 2005 VA Tech[Bearbeiten]

1995 wurde die VAI aus der voestalpine AG herausgelöst und eine 100 %-Tochter der damals neu gegründeten VA Technologie AG (kurz VA Tech). Die VA Tech wiederum ging aus dem Mischkonzern Austrian Industries hervor.

2005 – 2014 Siemens VAI[Bearbeiten]

Bürogebäude der Siemens-VAI in Linz

2005 wurde die VA Tech von Siemens gekauft und die VAI als Siemens VAI Metals Technologies in den Siemens-Konzern eingegliedert. Im Mai 2014 gab Siemens bekannt, dass die VAI wieder aus dem Konzern herausgelöst wird und in ein Joint Venture mit Mitsubishi Heavy Industries eingebracht wird. Siemens wird an diesem Joint Venture eine Minderheit von 49% halten.

07.01.2015 – Gründung Primetals Technologies[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]