Sieper

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Siku ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Siku (Begriffsklärung) aufgeführt.
Sieper GmbH
Logo von Siku
Rechtsform GmbH
Gründung 1921
Sitz Lüdenscheid,
Nordrhein-Westfalen,
Deutschland
Leitung Geschäftsführung:
Britta Sieper
Klaus Galinski
[1]
Mitarbeiter 700[2]
Branche Spielwarenhersteller
Produkte Spielzeugmodelle aus Metall und Kunststoff in diversen Maßstäben (1:50, 1:32 und 1:87) und vielfältigen Themen.Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.siku.de

Die Sieper GmbH[3] ist ein in Lüdenscheid ansässiger Spielzeughersteller, der hauptsächlich für seine Miniaturen aus Metall und Kunststoff bekannt ist. Bekannte Sammelobjekte sind besonders die Modelle, meist Fahrzeuge, der Marken SIKU (Sieper-Kunststoffe) und Wiking.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Lagergebäude
  • Sieper Lüdenscheid GmbH & Co. KG
    • Sieper GmbH, Lüdenscheid SIKU Spielzeugmodelle aus Metall
    • Sicom GmbH, Lüdenscheid Werbung + Communication
    • Wiking-Modellbau GmbH & Co. KG Berlin, Verkehrsmodelle aus Kunststoff, Maßstab H0 und N
      • Tim Toys Ltd, Hongkong, produziert unter anderem SIKU-kompatible Farmer-Fahrzeuge in 1:32, jedoch aus Kunststoff
      • Sieper Spólka z.o.o., Złotoryja, Polen
      • Sieper France SARL, Frankreich
      • Sieper Hardware & Plastic Co. Ltd. Dongguan, China

Geschichte[Bearbeiten]

1052 Mercedes-Benz 500 SEC

1921 gründete Richard Sieper ein Gießereiunternehmen in Lüdenscheid. Es wurde Basis der heutigen Firma SIKU. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden hauptsächlich Konsumgüterartikel und Koppelschlösser gefertigt. Nach Entwicklung von thermoplastischen Kunststoffen wurden daraus Konsumgüter wie Badezimmer-Spiegelschränke und Regale produziert.

1943 wurde eine weitere Produktionsstätte in Hilchenbach-Müsen eröffnet, die diese Kleinmöbel herstellte. 2007 wurden die Müsener Sieper-Werke in die SieBad GmbH umgewandelt. Diese musste 2009 Insolvenz anmelden. Das Werk wurde geschlossen.[4]

Der Aufstieg als Spielzeughersteller begann 1950. Ab 1951 wurden die ersten SIKU-Plastikautos hergestellt. SIKU wurde als Marke eingetragen und gehörte zu den Ausstellern der ersten Nürnberger Spielwarenmesse. Gezeigt wurden erstmals Spielwaren aus Kunststoff. Ab 1951 wurden Spielzeugmodelle, zunächst ausschließlich aus Kunststoff, gefertigt. Ab 1955 wurden 32 SIKU-Spielzeugmodelle im Maßstab 1:60 in das Produktportfolio aufgenommen. Die Produktion von Spielzeugmodellen aus Metall begann 1963. Sie werden im Zinkdruckgussverfahren hergestellt. [5]

1950er Jahre[Bearbeiten]

Henschel HS 170T Tankwagen als Werbemodell Mobil Heizöl V 58
Farmer Serie im Maßstab 1:32

Es wurden zunächst Kunststoff-Spielwaren hergestellt, beispielsweise Bauernhöfe oder Tiere. Die ersten Siku-Modellautos der Plastik-V-Serie im Maßstab 1:60 wurden im Jahre 1954 produziert. Neben den gängigen Automodellen, die in den Jahren auf deutschen Straßen zu finden waren, wurden zum Beispiel auch amerikanische Straßenkreuzer als Modell hergestellt. Zu den verschiedenen Arten von Kraftfahrzeugen wie Lkw, Kräne, Militärfahrzeuge und Flugzeuge wurde auch ein äußerst umfangreiches Zubehörprogramm wie Verkehrszeichen, Figuren, Gebäude und Straßenpläne angeboten.

1960er Jahre[Bearbeiten]

V 180 VW 1500 aus der Plastikserie

1963 fertigte Siku die ersten Modelle aus Zinkdruckguss, die sogenannte Metall-V-Serie, ebenfalls im Maßstab 1:60. Zwar wurden die Modelle der Plastik-Serie weiter produziert, fielen aber nach und nach aus dem Programm, bis 1969 die Plastik-Serie ganz eingestellt wurde. Auch in der Metall-Serie gab es neben den damals aktuellen Fahrzeugmodellen wieder Exoten wie amerikanische Straßenkreuzer oder Rennwagen. Aber auch zerlegbare Gebäude wie eine Garage oder Tankstelle, die auf einem Tieflader verladen wurden, hatte Siku im Angebot.

1970er Jahre[Bearbeiten]

1975 gab es dann die nächsten Umstellungen, unter anderem wurde der Maßstab der neuen Modelle auf 1:55 geändert. Modellnummern wurden vierstellig, die sogenannte 1000er-Serie oder auch Super-Serie; die V-Modelle hatten noch eine dreistellige Modellnummer gehabt. Zwar wurden noch einige Modelle der V-Serie mit in die 1000er-Serie übernommen, so dass anfangs quasi zwei verschiedene Maßstäbe im Programm waren, diese fielen aber bis Mitte der 1980er Jahre nach und nach raus. Der Maßstab 1:55 besteht teilweise noch heute.

1980er Jahre[Bearbeiten]

1062 Morgan plus 8
1041 Audi 200 5T/ 1043 Peugeot 505 STI, 1982 bis 1988 gebaut

Neben der Super-Serie hat Siku auch seit 1983 eine Farmer-Serie im Programm; davor gab es in Deutschland nur Farmmodelle von Britains Ltd., die seit 1948 Traktorenmodelle und Zubehör im Maßstab 1:32 herstellen, ebenso von Hausser Elastolin, vereinzelt auch von Ertl. Diese ist im Maßstab 1:32 ausgelegt und bietet ein umfassendes Programm an aktuellen Fahrzeugen aus der Landwirtschaft. 1984 wurde das traditionsreiche Berliner Unternehmen Wiking Modellbau übernommen. Von Wiking werden detailgetreue Verkehrsmodelle aus Kunststoff im Maßstab 1:87 und parallel dazu auch in 1:160 gefertigt. Außerdem kam nun eine große Welle von neuen deutschen Pkw ins Sortiment.

1990er Jahre[Bearbeiten]

2827 Unimog-Winterdienst (U 1500); 1992 bis 2002 gebaut

1993 wurde das Firmenlogo geändert. Vorher war dies ein weißer Kreis, der mit den Regenbogenfarben umrandet war. Von nun an war dies ein roter Kreis mit der weißen Inschrift SIKU. Die Siku-Modelle wurden nun detaillierter bedruckt, dank Plastikbodenplatten auch leichter und weniger scharfkantig. 1995 wurde ein Logistikzentrum mit vollautomatischem Hochregallager in Lüdenscheid gebaut. 1998 startete die Serie SIKU-Junior mit Spielzeugmodellen aus Kunststoff in großem Maßstab.

2000er Jahre[Bearbeiten]

Porsche Diesel Super 308 aus der Farmer Classic-Serie im Maßstab 1:32 (Modell 3461)
Magirus-Deutz Feuerwehrfahrzeug aus der Super-Classic-Serie im Maßstab 1:50

Im Jahre 2003 erschienen erstmals in der Farmer-Classic-Serie zwei klassische Traktorenmodelle und ein Anhänger. Bis jetzt wurden die verschiedensten Schleppermodelle, die früher das Landleben prägten, im Maßstab 1:32 herausgebracht, dazu die entsprechenden Anbaugeräte und Anhänger.

Seit 2003 wurden auch Modelle im H0-Maßstab 1:87 gefertigt (Siku M87).

Seit einigen Jahren werden vor allem Baufahrzeuge, aber auch Lkw- und Pkw-Modelle im Maßstab 1:50 hergestellt. Bei den Pkw gibt es Schwankungen zwischen 1:50 und 1:60, um die Modelle an die Verpackunggröße anzupassen. In diesem Segment, das von den Herstellern NZG, Conrad, Joal, Norscott und anderen besetzt ist, liegt der Maßstab in der Regel bei 1:50.

Ein neues Feld betrat Siku mit der fernbedienbaren Infrarot-Control-Serie im Jahre 2004 (ab 2007: funkferngesteuert). Seit 2005 werden nun auch Siku-Super-Modelle der Classic-Serie angeboten. Es handelt sich um Nachbauten von historischen Vorbildern; die Serie wurde mit zwei Magirus-Deutz-Feuerwehrfahrzeugen gestartet. Allerdings werden auch diese Modelle nicht mehr im Maßstab 1:55, sondern im Maßstab 1:50 gebaut.

Ab 2006 wurden einfach konstruierte Pkw-Modelle hergestellt, welche den Matchbox- und Hot-Wheels-Autos ähneln. Diese tragen Bezeichnungen wie zum Beispiel Siku-Lightning oder Siku-Hurricane und nicht den Namen des realen Vorbilds und unterscheiden sich in kleinen Details von diesen. Beispielsweise hat der Siku-Desert-Lion, der offensichtlich dem Hummer H1 nachempfunden wurde, eckige statt runde Scheinwerfer und keinen Kühlergrill auf der Motorhaube. Außerdem sind nun auch Militärmodelle im Angebot. Seit 2010 gibt es landwirtschaftliche Modelle auch im Maßstab 1:50.[6]

Am 27. Juni 2012 wurde die Siku/Wiking-Modellwelt in Lüdenscheid eröffnet, in der auf ca. 500 m² über 3.500 Ausstellungsstücke gezeigt werden.[7]

Auf der Int. Spielwarenmesse in Nürnberg 2013 wurde die neue SIKURACING-Serie mit dem ToyAward und dem Trader's Favourite ausgezeichnet. SIKURACING sind spurungebundene fernsteuerbare Rennwagen im Maßstab 1:43.[8]

In 2013 wurde das Spielsystem SIKUWorld herausgebracht. Hier können mit verschiedenen bedruckten Grundplatten "Spielwelten" aufgebaut und mit SIKU Modellen im Maßstab 1:50 bespielt werden.[9]

Produktsortiment[Bearbeiten]

Das Produktsortiment[10] umfasst Spielzeugmodelle aus Metall und Kunststoff in diversen Maßstäben und vielfältigen Themen: SIKUSuper umfasst alle PKW-Modelle und deckt hauptsächlich die Themenbereiche Stadt, Rettung, Baustelle und Sonderfahrzeuge in den Maßstäben 1:50, 1:55 und 1:87 ab. Alle landwirtschaftlichen Modelle (z.B. Traktoren, Erntemaschinen und Anbaugeräte) in den Maßstäben 1:87, 1:50 und 1:32 fallen unter SIKUFarmer. Die SIKUControl32-Serie umfasst alle fernsteuerbaren Modelle (z.B. Traktoren, Lkw und Anbaugeräte) im Maßstab 1:32 auf Funktechnologie. SIKUracing ist eine Rennserie und umfasst ferngesteuerte Rennwagen aus Zink im Maßstab 1:43. Die Rennwagen können frei fahren und sind nicht an Spuren oder Schienen gebunden. Die SIKUWorld-Serie [11] umfasst ein Spielsystem, bei dem aus verschiedenen Grundplatten eine Spielwelt aufgebaut werden kann auf denen die bestehenden SIKU Modelle verwendet werden können. Hier werden die Themenbereiche Stadt, Landwirtschaft und Feuerwehr abgedeckt.

Sikuautos als Sammelobjekt[Bearbeiten]

4911 Pistenbully mit Seilwinde aus der Super-Serie im Maßstab 1:50
1001 Porsche Carrera GT
3732 Setra Doppelstock-Reisebus
2926 Mercedes SK Müllwagen aus Frankreich

Durch die hohe Qualität und den Detailreichtum, in Verbindung mit umfangreichem Zubehör, waren die Produkte von Siku von Anfang an bei Sammlern beliebt. Einige Sammler haben sich auf eine bestimmte Serie spezialisiert, z. B. auf die frühen Plastikmodelle, Super-Serie, Werbemodelle, Auslandsmodelle oder nur auf Farmermodelle. Aber es gibt auch Liebhaber, die nahezu alles sammeln, vom Modell über die Verpackung bis zum Werbematerial. Dies können Kataloge, Preislisten oder Aufkleber/Poster sein. Es finden sich aber auch Handtücher und Golfbälle mit dem Siku-Emblem.

Neben den normalen Serienmodellen gibt es auch noch Modelle, die speziell für ausländische Märkte gefertigt wurden und auch nur in den jeweiligen Ländern zu haben waren, mit ein Grund dafür, dass frühe Auslandsmodelle heute gesuchte Raritäten sind. Mittlerweile kann man die meisten der aktuellen Auslandsmodelle auch über den hiesigen Fachhandel erwerben. Echte Auslandsmodelle, sieht man von den heutigen, in Fernost gefertigten Modellen mal ab, sind die Nachbauten der Firma Rei aus Brasilien, die in den 1970er/1980ern ausgediente Gussformen und Bauteile von Siku bezogen hat. Diese Modelle sind äußerst selten und nur schwer zu finden, dennoch tauchen immer wieder neue Varianten auf. Ähnlich verhält es sich mit den Nachbauten der ungarischen Firma Metchy, die ebenfalls in den 1980ern Siku-Produkte in neuen Farben und Made in Hungary hergestellt hat. Außerdem werden auch noch Siku-Autos für Australien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Spanien und die USA gebaut. Dazu gibt es auch noch eine gemeinsame Euroserie, die seit 2004 existiert.

Die oft nur in deutlich geringerer Stückzahl als die Serien- oder Auslandsmodelle gefertigten Werbemodelle genießen bei Sammlern eine besondere Wertschätzung. Es handelt sich dabei um Modelle, die Siku im Auftrag von Kunden nach deren Vorgaben fertigt. Diese Modelle können normale Serienmodelle sein, bei denen Firmennamen aufgedruckt werden oder es können aufwändig bedruckte und in Sonderfarben lackierte Modelle sein, die sogar in besonderen Werbekartons verpackt werden. Schon von Anfang an gab es bei Siku diese Industrieaufträge, so wurde die Entwicklung der ersten 32 Siku-Modelle mit den Erlösen aus der Produktion von sogenannten Margarine-Werbefiguren verwirklicht. Zwar gab es in allen Siku-Serien bereits Werbemodelle, der breite Durchbruch der Siku-Autos als Werbeträger kam jedoch erst in den 1980er Jahren. Es wurden vom Pkw bis zum großen Mähdrescher die verschiedensten Modelle für Firmenjubiläen oder Messen hergestellt, teilweise hatten sie reale Vorbilder, teilweise waren es Phantasiefahrzeuge. Zuvor gab es nur recht wenige Werbemodelle, die heute nicht selten mehrere hundert Euro wert sein können.

Auch hier gibt es Raritäten, die der Großteil Sammler nur aus dem Sammlerkatalog oder dem Internet kennt. Einige dieser Modelle sind kaum zu beschaffen, da sie von den Industriekunden nur an Geschäftspartner ausgegeben wurden und/oder die Auflage nur sehr gering war. Ebenso gibt es aber auch Werbemodelle, deren Auflage bei 10.000 Stück und mehr liegt und die weit unter dem Preis des Serienmodells zu haben ist. Dazwischen ist die Vielfalt, aber auch die Preisspanne, sehr groß.

Seit 2006 bietet Siku limitierte Sondermodelle zu besonderen Anlässen an, wie z. B. zur IAA. Diese sogenannten Blackline-Modelle sind schwarz, in einem besonderen Karton verpackt und mit einem Aufdruck, z.  B. IAA 2006, versehen. Für die IAA 2007 hatte Siku fünf Pkw in schwarzer Sonderlackierung, verpackt in schwarzen Schachteln, angefertigt. Es handelte sich um folgende Modelle: Porsche Carrera GT, Bugatti Veyron und Mercedes Mc Laren SLR. Zusätzlich gab es den Porsche 911 und VW Transporter T5 auch in Schwarz mit Flammendruck.

Daneben gab es erstmals auch zum Truck Grand Prix 2008 ein Sondermodell. Hierbei handelte es sich um eine MAN-Zugmaschine vom Typ TGA XXL im blacklineflames-Design.

Das privat geführte Siku Museum in Stadtlohn stellt die komplette Modellgeschichte der Marke Siku in einer Dauerausstellung aus.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.siku.de/de/siku/impressum-kontakt.html
  2. Firmendaten und Unternehmensgeschichte (PDF; 729 kB)
  3. http://www.siku.de/de/siku/impressum-kontakt.html
  4. Sieper-Werke bald Geschichte. Abgerufen am 10. September 2012.
  5. Unternehmenswebsite
  6. http://www.siku.de/de/siku/chronik.html
  7. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten zur Eröffnung der Siku/Wiking-Modellwelt
  8. http://www.siku.de/de/news/product/toyaward-2013.html
  9. http://www.siku.de/de/sortiment/sikuworld.html
  10. http://www.siku.de/de/sortiment.html
  11. http://www.siku.de/de/news/product/neuheiten-2014.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Biene: Die SIKU-Story: lebendige Autoträume aus Kindertagen. Delius Klasing, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-7688-3491-9.
  • Siku Sammlerkatalog Rawe 2006, ISBN 3-9802941-6-1 (Nachschlagewerk aller Modelle von 1954 bis 2005 mit Abbildungen und Bewertung)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SIKU – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.2148567.646549Koordinaten: 51° 12′ 53″ N, 7° 38′ 48″ O