Sierra Volcánica Transversal

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Die Sierra Volcánica Transversal (auch Eje Volcánico Transversal u. ä. genannt) ist eine etwa 750 Kilometer lange und etwa 50 Kilometer breite ost-westlich verlaufende Gebirgskette in Zentralmexiko. Die im Winter schneebedeckten Berge des – mit nur 120 Kilometern Länge – insgesamt viel kleineren östlichen Teils werden auch als Sierra Nevada bezeichnet.

Die Sierra Nevada als Teil der Sierra Volcánica Transversal mit 6 Vulkanen: Iztaccíhuatl, Popocatépetl, Malintzin, Cofre de Perote, Citlaltépetl und Sierra Negra

Lage[Bearbeiten]

Die Sierra Volcánica Transversal erstreckt sich südlich von Mexiko-Stadt auf einer Linie vom Bundesstaat Veracruz im Osten über die Bundesstaaten Puebla, Tlaxcala, Morelos, Hidalgo, México, Querétaro, Guanajuato im Zentrum bis hin zu den Bundesstaaten Michoacán, Colima, Jalisco und Nayarit im Westen Mexikos.

Geologie[Bearbeiten]

Die Entstehung der Sierra Volcánica Transversal steht möglicherweise im Zusammenhang mit einer sich bildenden Landbrücke und dem Zusammenwachsen des amerikanischen Doppelkontinents. Dadurch entstanden nach Norden gerichtete Schubkräfte im Süden der nordamerikanischen Kontinentalplatte, die letztlich zum Entstehen der Vulkankette führten. Die meisten Vulkane sind bereits vor Jahrtausenden erloschen, einige sind jedoch immer mal wieder aktiv; außerdem bilden sich auch vollkommen neue – so ab dem Jahre 1943 der Paricutín im westlich gelegenen Bundesstaat Michoacán.

Alle aktiven Vulkane Mexikos werden seit den 1980er Jahren seismologisch überwacht um bevorstehende Ausbrüche vorhersagen und eventuelle Evakuierungsmaßnahmen rechtzeitig anordnen zu können. In der Vergangenheit ist dies mehrfach geschehen.

Bedeutung[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den beiden wichtigsten Gebirgszügen im Norden Mexikos, die sich beide in Nord-Süd-Richtung erstrecken (Sierra Madre Occidental und Sierra Madre Oriental), verlaufen die Sierra Volcánica Transversal bzw. die Sierra Nevada in Ost-West-Richtung. Die Berge Citlaltépetl (5636 m), Sierra Negra (4621 m), Cofre de Perote (4282 m), Malintzin (4461 m), Popocatépetl (5426 m), Iztaccihuatl (5230 m), Nevado de Toluca (4680 m) und Colima (4330 m) sind die höchsten des Landes.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits in vorspanischer Zeit wurden die Bergriesen von den indigenen Völkern Mexikos als heilig verehrt und mit Legenden umwoben, von denen allerdings die meisten im Zuge der Christianisierung während der spanischen Kolonialzeit verlorengingen. Ihre Quellen spendeten das lebensnotwendige Wasser und gleichzeitig war das immer wieder auflodernde Feuer in ihnen Zeichen von bedrohlichen Kräften. Obwohl kein dokumentierter Beweis für eine Beziehung zwischen den mesoamerikanischen Tempelpyramiden und den Vulkanbergen vorliegt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Bauweise der Tempelpyramiden Zentralmexikos in gewisser Weise die regelmäßige und majestätische Erscheinung der Vulkanberge nachahmt.

Besteigung[Bearbeiten]

Der spanische Conquistador Diego de Ordás bestieg mit einem kleinen Trupp Soldaten im Jahre 1519 auf dem Zug des Hernán Cortés nach Tenochtitlán den Popocatépetl um dort nach Schwefel zu suchen, welcher zur Herstellung von Schießpulver unabdingbar war.

Die Berggipfel der Sierra Volcánica Transversal können – je nach Wetterlage und vulkanischer Aktivität – im Sommer, wenn die Schneekappe weitgehend oder bei Berggipfeln unter 5000 Metern gänzlich abgeschmolzen ist, mit Wanderschuhen im Rahmen von Eintagestouren bestiegen werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Abhängig von der Quelle schwanken die Höhenangaben leicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Gómez-Tuena, Ma. T. Orozco-Esquivel, L. Ferrari: Igneous Petrogenesis of the Trans-Mexican Volcanic Belt. S. 129–182. In Susana A. Alaniz-Álvarez, Angel F. Nieto-Samaniego (Hrsg.): Geology of México. Geological Society of America, Special Paper 422, 2007 ISBN 978-0-8137-2422-5

Weblinks[Bearbeiten]