Sigismund von Preußen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sigismund (vordere Reihe rechts) 1926 in Kopenhagen im Trauerzug für Königin Louise von Dänemark

Sigismund Prinz von Preußen, vollständiger Name August Wilhelm Viktor Karl Heinrich Sigismund Prinz von Preußen (* 27. November 1896 in Kiel; † 14. November 1978 in Puntarenas, Costa Rica) war ein Mitglied des Hauses Hohenzollern.

Leben[Bearbeiten]

Sigismund war der zweite Sohn des Prinzen Heinrich von Preußen (1862–1929) und seiner Frau Prinzessin Irene von Hessen-Darmstadt (1866–1953) sowie ein Neffe des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II. und der letzten russischen Zarin Alexandra Fjodorowna. Er wurde im Schloss in Kiel geboren, wo sein Vater als kaiserlicher Admiral residierte. Am 30. Januar 1897 wurde er getauft, der Kaiser war einer seiner Paten.

Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs besuchte Sigismund die Kieler Hebbelschule, in welcher Ostern 1909 auf Kosten seines Vaters eine eigene ausgewählte Schulklasse zusammengestellt worden war. Zu Ostern 1913 fand seine Konfirmation statt, welche in Kiel als großes gesellschaftliches Ereignis gefeiert wurde. Seine Lehrer bescheinigten ihm zwar Gutmütigkeit, aber auch mangelnde Begabung.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Sigismund umgehend als Freiwilliger, wurde aber zurückgestellt, da er noch keine 18 Jahre alt war. Er besuchte vorerst die Unterprima und bereitete sich auf die Seekadetteneinstiegsprüfung vor. Im Herbst 1914 trat er bei der I. Matrosenartillerie-Abteilung im Fort Falckenstein bei Friedrichsort zur Ausbildung an. Im Mai 1915 wurde er zur Artillerie in Flandern kommandiert, wechselte später zur Marine und fuhr als Wachoffizier auf U-Booten.

Nach Kriegsende und zugleich nach Abschaffung der Monarchie sah er sich dem Zwang ausgesetzt, sich einen bürgerlichen Beruf auszuwählen. 1919 holte er zunächst auf der Oberrealschule I das Abitur nach, um sich daraufhin in Hamburg als Kaufmann ausbilden zu lassen. Am 11. Juli 1919 heiratete er auf dem schleswig-holsteinischen Gut Hemmelmark bei Eckernförde seine Cousine (2. Grades) Charlotte Agnes Prinzessin von Sachsen-Altenburg (1899–1989), die älteste Tochter des letzten Herzogs Ernst II. und der Prinzessin Adelheid zu Schaumburg-Lippe.

1922 löste er offiziell seinen Hofstaat auf und ging für seine Firma nach Guatemala, wo er die Leitung einer Kaffeeplantage übernahm. Von dort ging er 1928 nach Costa Rica, wo er einen Großbienenbetrieb begründete. Die Weltwirtschaftskrise wie auch der Zweite Weltkrieg führten zu ständigen Geldsorgen.

1948 wurde er Mitglied des Corps Brandenburgia-Berlin zu Cleveland/Ohio.[1]

Nachkommen[Bearbeiten]

Sigismund Prinz von Preußen hatte mit seiner Frau Charlotte Agnes zwei Kinder:[2]

  • Barbara Irene Adelheid Viktoria Elisabeth Bathildis (1920–1994)
Christian Ludwig Herzog zu Mecklenburg (1912–1996), Chef des Hauses Mecklenburg ab 1945
  • Alfred Friedrich Ernst Heinrich Conrad (1924–2013)
∞ Maritza Farkas (1929–1996)

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Eschenburg: Prinz Heinrich von Preußen. Der Großadmiral im Schatten des Kaisers. Heide 1989, ISBN 3-8042-0456-2.
  • Jürgen Plöger: Die Anfangsjahre der Kieler Hebbelschule. Ein Blick in die Kaiserzeit. Ludwig, Kiel 2002, ISBN 3-933598-42-7, S. 76 ff.
  • Karin Feuerstein-Praßer: Die deutschen Kaiserinnen. Piper, München 2006.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1971, 146, 47
  2. preussen.de