Siglind Bruhn

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Siglind Bruhn

Siglind Bruhn (* 11. Oktober 1951 in Hamburg) ist eine deutsche Musikwissenschaftlerin und Konzertpianistin.

Leben[Bearbeiten]

Siglind Bruhn wuchs als Tochter des Ingenieurs Ernst Bruhn und der Dolmetscherin Leonore Bruhn, geborene Kieberger, in Hamburg auf. Schon vor ihrem Abitur im Jahr 1970 studierte sie drei Semester in der Klavierklasse von Eckart Besch an der Musikhochschule Hamburg, anschließend in der Meisterklasse von Wladimir Horbowski an der Musikhochschule Stuttgart; 1975 Staatsexamen Musik mit Hauptfach Klavier. Nebenher belegte sie Romanistik, vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität München; 1976 Magister Artium mit einer Arbeit über das Drama Ramón del Valle-Incláns. Während dieser Zeit lernte sie ihren späteren Mann, den Philosophen Gerhold K. Becker, kennen. In den Jahren 1976-78 schrieb Siglind Bruhn ihr erstes Buch, das das pädagogische Vermächtnis ihres Lehrers Horbowski mit ersten eigenen Forschungen verbindet. Nach weiteren vier Jahren beruflicher Tätigkeit immatrikulierte sie sich an der Universität Wien, wo sie im Frühjahr 1985 mit einer interdisziplinären Dissertation in der Fächerverbindung Musikanalyse und Psychoanalyse summa cum laude promovierte. Zwei Jahre später folgte sie ihrem Mann, der inzwischen eine Stelle in Hongkong angenommen hatte, nach Asien und unterrichtete sechs Jahre lang an der Universität Hongkong. Während ihres ersten Sabbatjahres 1993-1994, das sie an der Universität von Michigan, USA, verbrachte, wurde sie ans dortige geisteswissenschaftliche Forschungsinstitut berufen, wo sie inzwischen wissenschaftliche Mitarbeiterin auf Lebenszeit ist.

Berufliche Stationen[Bearbeiten]

  • 1975–1976 Klavierlehrerin, städtische Musikschule Stuttgart
  • 1977–1978 Klavierlehrerin, Conservatoire de Musique, Genf
  • 1978–1982 Musikalische Leiterin, Musikschule Unterhaching
  • 1982–1987 Leiterin und Dozentin, Institut für Musikalische Interpretation, Dinkelsbühl
  • 1984–1987 Leiterin und Dozentin, Pianisten-Akademie, Ansbach
  • 1987–1994 Studiendirektorin Musik, School for Professional and Continuing Education, The University of Hong Kong
  • 1993–1997 Research Associate, Institute for the Humanities, The University of Michigan, Ann Arbor
  • seit 1997 Life Research Associate, Institute for the Humanities, The University of Michigan, Ann Arbor

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Buchpublikationen (deutsch)[Bearbeiten]

Englische Buchpublikationen hier

Herausgebertätigkeit[Bearbeiten]

Als Mitautorin publizierte Aufsatzsammlungen

  • Messiaen's Language of Mystical Love. New York: Garland 1998. ISBN 0-8153-2747-1 - bei Google
  • Encrypted Messages in Alban Berg's Music. New York: Garland 1998. ISBN 0-8153-2480-4 - bei Google
  • Signs in Musical Hermeneutic [The American Journal of Semiotics 13/1-4], 1998. ISSN 0277-7126
  • Voicing the Ineffable: Musical Representations of Religious Experience. Hillsdale, NY: Pendragon Press 2002. ISBN 1-57647-089-X - bei Google
  • Sonic Transformations of Literary Texts: From Program Music to Musical Ekphrasis. Hillsdale, NY: Pendragon Press 2008. ISBN 1-57647-140-3
  • Seit 2000 Betreuung der bei Pendragon Press publizierten Buchserie “Interplay: Music in Interdisciplinary Dialogue” (zusammen mit Magnar Breivik, Universität Trondheim, Norwegen) - Interplay

Konzerttätigkeit[Bearbeiten]

Erste Klavierabende und Soloauftritte mit Orchester ab 14 Jahren. Seither Konzerttätigkeit solistisch und in verschiedenen Kammermusikbesetzungen in 23 Ländern auf allen Kontinenten, Rundfunkaufnahmen mit den meisten westdeutschen und mehreren ausländischen Radiosendern.

  • Maurice Ravel: Histoires Naturelles, Modest Mussorgski: Songs and Dances of Death. Cornelia Kallisch, Mezzosopran; Siglind Bruhn, Klavier. LM-M E 2011 (1984).
  • Paul Hindemith: Fünf Sonaten für Streichinstrumente und Klavier. [a] Andrew Jennings, Violine; [b] Yizhak Schotten, Viola; [c] Bruce Smith, Viola d’amore; [d] Anthony Elliott, Violoncello; [e] Derek Weller, Kontrabass; Klavier: Siglind Bruhn, [a], [c], [e], Katherine Collier [b], Anton Nel [d]. Equilibrium 1995.
  • Paul Hindemith: Fünf Sonaten für Holzblasinstrumente und Klavier. [a] Leone Buyse, Flöte; [b] Harry Sargous, Oboe; [c] Fred Ormand, Klarinette; [d] Harry Sargous, Englischhorn; [e] Richard Beene, Fagott; Klavier: Siglind Bruhn, [a], [b], [e], Anton Nel [c], [d]. Equilibrium 1995.
  • Paul Hindemith: Fünf Sonaten für Blechblasinstrumente und Klavier. [a] Charles Darval, Trompete; [b] Bryan Kennedy, Horn; [c] Charles Darval, Althorn; [d] H. Dennis Smith, Posaune; [e] Fritz Kaenzig, Tuba; Klavier: Siglind Bruhn, [a], [b], [e], Robert Conway [c], Anton Nel [d]. Equilibrium 1996.
  • Paul Hindemith: Ludus tonalis und Reihe kleiner Stücke. Siglind Bruhn, Klavier. Equilibrium 1996.

Seit 2007 organisiert sie in der südwestdeutschen Stadt Waldkirch die Kammerkonzerte "Am Bruckwald".

Weblinks[Bearbeiten]