Signum (Textverarbeitungsprogramm)

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Signum (das Zeichen), programmiert von Franz Schmerbeck war 1986 eine der ersten voll grafikbasierten Textverarbeitungen für den Atari ST. Die letzte erschienene Version ist Signum!4.4 Update 1. Signum!4 und auch Signum!Zwei können nach wie vor noch erworben werden.

Durch eine Vielzahl von Free- und Shareware-Fonts und einen Schrifteditor zur Erzeugung beliebiger neuer Zeichen war die Textverarbeitung sehr universell und galt neben Tempus-Word, WordPerfect, That's write und Papyrus als eine der besten Textverarbeitungen für den Atari.

Signum war insbesondere bei Studenten der Mathematik und der Naturwissenschaften beliebt, weil sich mit dem Programm auch komplizierteste Formeln setzen ließen. Durch die Möglichkeit der freien Platzierung aller Zeichen konnten beispielsweise auch komplizierte Formeln typographisch korrekt eingegeben werden.
Ein weiteres Merkmal war die zur damaligen Zeit einmalige Ausgabequalität des Programms. Die Verwendung von Bitmapfonts, statt der im Drucker fest implementierten Schriftenarten, ermöglichte auch auf den damals gebräuchlichen 9- und 24-Nadeldruckern die Erzeugung von Ausdrucken in Photosatzqualität.

Signum in den Geisteswissenschaften[Bearbeiten]

Signum war nicht nur bei Naturwissenschaftlern und Mathematikern beliebt, es eignete sich ebenso ausgezeichnet auch für die Arbeit von Geisteswissenschaftlern und besonders von Theologen und Orientalisten: die Option, beliebige Zeichen selbst entwerfen zu können führte im universitären Bereich zur Entwicklung von griechischen, hebräischen, arabischen, koptischen und etlichen anderen Zeichensätzen, die im Bereich der klassischen Philologie, der Orientalistik und der biblischen Theologie benötigt wurden, aber mit anderen Textverarbeitungen nicht realisiert werden konnten. Zudem konnte man mit dem „Revers Accessory“ auch von rechts nach links schreiben, was für die semitischen Sprachen natürlich ideal war. Bis weit in die 90er-Jahre hinein gab es im Bereich der IBM-kompatiblen PCs keine Textverarbeitung, die einem Altsprachler auch nur annähernd ähnlich gute Möglichkeiten bot; und zudem war Signum natürlich auch erheblich preisgünstiger als z.B. die Produkte von Microsoft.

Mit dem Rückgang der Anwenderzahl der Atari ST-Computerreihe und der Auflösung von Atari ging zwar auch die Anwenderzahl von Signum zurück, vielerorts wird es aber entweder auf Atari-Rechnern oder auf PCs/Macs mit Hilfe von Emulatoren immer noch benutzt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]