Sigrid Weigel

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Sigrid Weigel (* 25. März 1950 in Hamburg) ist eine deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin.

Leben[Bearbeiten]

Sigrid Weigel studierte von 1969 bis 1977 Germanistik, Politologie und Pädagogik an der Universität Hamburg. 1977 wurde sie dort zum Dr. phil. promoviert. Im Folgejahr absolvierte sie das Staatsexamen für das Höhere Lehramt in den Fächern Deutsch und Sozialkunde. Im Anschluss war sie bis 1982 Dozentin am Literaturwissenschaftlichen Seminar der Universität Hamburg. 1986 habilitierte sie sich am Fachbereich Neuere Deutsche Literatur und Kunstwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Von 1984 bis 1990 war sie Professorin am Literaturwissenschaftlichen Seminar der Universität Hamburg. Von 1990 bis 1993 war sie im Vorstand des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen, von 1992 bis 1998 Professorin am Deutschen Seminar der Universität Zürich und von 1998 bis 2000 Direktorin des Einstein Forums Potsdam.

Seit 1999 ist Sigrid Weigel Direktorin des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin, Vorstandsvorsitzende der Geisteswissenschaftlichen Zentren Berlin und Professorin an der Technischen Universität Berlin.

Ehrungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Autorin[Bearbeiten]

  • Flugschriftenliteratur 1848 in Berlin. Geschichte und Öffentlichkeit einer volkstümlichen Gattung. (Dissertation. Universität Hamburg 1977) Stuttgart 1979.
  • „Und selbst im Kerker frei…!“ Zur Theorie und Gattungsgeschichte der Gefängnisliteratur 1750–1933. Marburg 1982.
  • Die Stimme der Medusa. Schreibweisen in der Gegenwartsliteratur von Frauen. Dülmen-Hiddingsel 1987.
  • Topographien der Geschlechter. Kulturgeschichtliche Studien zur Literatur. Reinbek 1990.
  • Bilder des kulturellen Gedächtnisses. Beiträge zur Gegenwartsliteratur. Dülmen-Hiddingsel 1994.
  • Body- and Image Space. Re-Reading Walter Benjamin. London 1996. (Spanische Übersetzung: Cuerpo, imagen y espacio en Walter Benjamin. Una relectura. Buenos Aires u.a. 1999.)
  • Entstellte Ähnlichkeit. Walter Benjamins theoretische Schreibweise. Frankfurt am Main 1997.
  • Ingeborg Bachmann. Hinterlassenschaften unter Wahrung des Briefgeheimnisses. Wien 1999.
  • Literatur als Voraussetzung der Kulturgeschichte. Schauplätze von Shakespeare bis Benjamin. München 2004.
  • Genea-Logik. Generation, Tradition und Evolution zwischen Kultur- und Naturwissenschaften. München 2006.
  • Walter Benjamin. Die Kreatur, das Heilige, die Bilder. Frankfurt am Main 2008.
  • Grammatologie der Bilder (im Druck).
  • Exemplum und Opfer, Blutzeugnis und Schriftzeugnis. Lucretia und Perpetua als Übergangsfiguren in der Kulturgeschichte der Märtyrer, in: Silvia Horsch; Martin Treml (Hg.): Grenzgänger der Religionskulturen. Kulturwissenschaftliche Beiträge zu Gegenwart und Geschichte der Märtyrer (Trajekte). München 2011. S. 25-45.
  • Buchstäblichkeit. Benjamins und Arendts Denken auf den Spuren der Sprache, in: Nicolas Berg (Hg.): Textgelehrte. Literaturwissenschaft und literarisches Wissen im Umkreis der Kritischen Theorie. Göttingen 2011 (im Druck).

Herausgeberin[Bearbeiten]

  • Leib- und Bildraum. Lektüren nach Benjamin. Köln u.a. 1992.
  • Flaschenpost und Postkarte. Korrespondenzen zwischen Kritischer Theorie und Poststrukturalismus. Köln u.a. 1995.
  • Genealogie und Genetik. Schnittstellen zwischen Biologie und Kulturgeschichte. Berlin 2002.
  • Märtyrer-Portraits. Von Opfertod, Blutzeugen und heiligen Kriegern. Paderborn 2007.
  • Stéphane Mosès: Momentaufnahmen – Instantanés. Deutsch und französisch, mit Übers. aus dem Franz. von Dirk Naguschewski und Clemens Härle. Berlin 2010.
  • Heine und Freud. Die Enden der Literatur und die Anfänge der Kulturwissenschaft. Berlin 2010.
  • Herausgabe der Schriften von Susan Taubes,Bd. 1: Susan Taubes. Die Korrespondenz mit Jacob Taubes 1950–1951.München 2011.
  • Gesichter. Kulturgeschichtliche Szenen aus der Arbeit am Bildnis des Menschen. München 2013.

Mitherausgeberin[Bearbeiten]

  • Grundordnungen. Geographie, Religion und Gesetz. (Berlin 2013 (im Druck) zs. mit Zaal Andronikashvili)
  • "Escape to Life". German Intellectuals in New York: A Compendium on Exile after 1933 (Berlin/Boston 2012, zs. mit Eckart Goebel)
  • WissensKünste. Das Wissen der Künste und die Kunst des Wissens / The knowledge of the arts and the art of knowledge (Weimar 2011, zs. mit Sabine Flach).
  • Benjamin-Studien 2 (München u.a. 2011, zs. mit Daniel Weidner)
  • Aby Warburg. Werke in einem Band.( Berlin 2010, zs. mit Martin Treml u. Perdita Ladwig.)
  • Benjamin-Studien 1 (München u.a. 2008, zs. mit Daniel Weidner)
  • „fülle der combination“. Literaturforschung und Wissenschaftsgeschichte (München 2005,zs. mit Bernhard Dotzler)
  • Generation. Zur Genealogie des Konzepts - Konzepte von Genealogie (München 2005, zs. mit Ohad Parnes, Ulrike Vedder und Stefan Willer)
  • „Der liebe Gott steckt im Detail“. Mikrostrukturen des Wissens (München 2003, zs. mit Thomas Macho und Wolfgang Schäffner)
  • Zwischen Rauschen und Offenbarung. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Stimme (Berlin 2002, zs. mit Friedrich Kittler und Thomas Macho)
  • Gedächtnis, Geld und Gesetz. Zum Umgang mit der Vergangenheit des Zweiten Weltkrieges (Zürich 2002, zs. mit Jakob Tanner)
  • Gershom Scholem. Literatur und Rhetorik (Köln u.a.2000, zs. mit Stéphane Mosès)
  • Lesbarkeit der Kultur. Literaturwissenschaft zwischen Kulturtechnik und Ethnographie (München 2000, zs. mit Gerhard Neumann)
  • Trauma. Zwischen Psychoanalyse und kulturellem Deutungsmuster (Köln u.a. 1999, zs. mit Elisabeth Bronfen und Birgit R. Erdle)
  • Ingeborg Bachmann und Paul Celan - Poetische Korrespondenzen (Frankfurt/M. 1997, Tb.-Ausgabe Frankfurt/M. 2000, zs. mit Bernhard Böschenstein)
  • 50 Jahre danach. Zur Nachgeschichte des Nationalsozialismus (Zürich 1996, zs. mit Birgit R. Erdle)
  • Nachmärz. Zum Ursprung der ästhetischen Moderne aus einer nachrevolutionären Situation (Opladen 1996, zs. mit Thomas Koebner)
  • Mimesis, Bild und Schrift. Ähnlichkeit und Entstellung im Verhältnis der Künste (Köln u.a. 1996, mit Birgit Erdle)
  • Das Geschlecht der Künste (Köln 1996, zs. mit Corina Caduff)
  • Allegorien und Geschlechterdifferenz (Köln u.a. 1994, zs. mit Sigrid Schade und Monika Wagner)
  • Jüdische Kultur und Weiblichkeit in der Moderne (Köln u.a. 1994, zs. mit Sabine Schilling und Inge Stephan)
  • Gegenwartsliteratur seit 1968 (= Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Bd. 12.) (München 1992, zs. mit Klaus Briegleb)

Weblinks[Bearbeiten]