Sigurd Raschèr

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Sigurd Raschèr (* 15. Mai 1907 in Elberfeld, heute Wuppertal als Sigurd Manfred Rascher; † 25. Februar 2001 in Shushan, New York) war ein deutscher Saxophonist in der klassischen Musik im 20. Jahrhundert. Er lebte zeitweilig in Berlin, bis er 1933 nach der Machtergreifung der Nazis nach Dänemark emigrierte. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Schweden, wo er Ann Mari Wigen heiratete. Eine Konzertreise führte ihn 1939 nach Boston und New York und er blieb nach dem Kriegsausbruch in Europa in den USA. Konzertreisen führten regelmäßig nach Europa und USA wie auch Meisterkurse an zahllose Universitäten, Colleges und Musikhochschulen.

Rascher, dem zeitgenössische Komponisten mehr als 200 Werke für Saxophon widmeten, war einer der wichtigsten Förderer des Saxophons als klassisches Konzertinstrument. Er trat als Solist mit mehr als 250 Orchestern und Bläserensembles weltweit auf, unter anderem mit dem New York Philharmonic Orchestra und dem Boston Symphony Orchestra.[1]

1969 gründete er zusammen mit seiner Tochter Carina, Bruce Weinberger und Linda Bangs das Raschèr Saxophone Quartet, das seitdem regelmäßig in den bedeutendsten Konzertsälen der Vereinigten Staaten, Asiens und Europas auftritt.

Sigurd Rascher war der Bruder des deutschen KZ-Arztes und NS-Medizinverbrechers Sigmund Rascher (1909–1945).[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Willy Dähnhardt; Birgit S. Nielsen [Hrsg.]: Exil in Dänemark  : deutschsprachige Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller im dänischen Exil nach 1933, Heide : Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens, 1993 ISBN 3-8042-0569-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.dornpub.com/saxophonejournal/sigurdrascher.html
  2. Hubert Rehm: Der Untergang des Hauses Rascher. Ein Dokumentarroman. Mit sechs Porträtzeichnungen von Frieder Wiech. LJ, Merzhausen 2006. Buchankündigung in: Die Welt, 21. Juni 2006