Sigyn

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sigyn (Begriffsklärung) aufgeführt.
Loki und Sigyn, M.E. Winge, 1863

Sigyn ist eine Göttin aus der nordischen Mythologie. Ihr Name bedeutet Siegesbringerin. Sie ist die Frau von Loki, mit dem gemeinsam sie den Sohn Narfi hat, und gilt als Sinnbild der ehelichen Treue.

Überlieferung[Bearbeiten]

Erwähnt wird Sigyn in der Älteren Edda (Völuspá 35), wo sie als bei ihrem gefesselten Gatten Loki sitzend erscheint. Im Prosazusatz des Lokasenna wird die Begebenheit näher geschildert: Loki wurde von den Göttern mit den Gedärmen seines Sohnes Nari gefesselt, sein anderer Sohn Ali oder auch Vali wurde in einen Wolf verwandelt, und über Loki selbst platzierte Skadi eine Schlange, deren Gift ihm ins Gesicht tropfte. Sigyn fängt nun mit einer Schale das tropfende Gift auf. Wenn die Schale aber voll ist und sie diese entleeren muss, dann treffen die Gifttropfen auf Lokis Gesicht, wodurch dieser ungeheure Schmerzen empfindet. Dabei erzittert die Erde und Erdbeben treten in Erscheinung.

In der Jüngeren Edda wird Sigyn im Gylfaginning 31 als Frau Lokis und Mutter von dessen Sohn Nari oder Narfi vorgestellt. Im Kapitel 50 wird geschildert, wie Loki durch den Tod Balders die übrigen Götter gegen sich aufbringt. Nach anfänglicher Flucht nehmen sie Loki und anschließend seine Söhne gefangen. Vali verwandeln sie in einen Wolf, so dass dieser seinen Bruder Nari oder Narfi zerreißt. Loki wird mit den Gedärmen, die sich in Eisen verwandeln, an drei Felsblöcke gefesselt, und Skadi bringt eine Schlange über dessen Kopf an, deren Gift ihm ins Gesicht tropft. Sigyn versucht sein Leiden zu lindern, wie es auch in der Älteren Edda geschildert wird. Dies wird andauern bis zur Götterdämmerung.

Im Skáldskaparmál 1 wird Sigyn ausdrücklich als Asin bezeichnet.

Darstellung[Bearbeiten]

Auf dem englischen Gosforth-Kreuz aus dem 11. Jahrhundert ist wahrscheinlich der gefesselte Loki, die Schlange und Sigyn mit der Schale dargestellt. Im 19. Jahrhundert wurde diese Szene mehrmals in der skandinavischen Kunst thematisiert, u.a. von Nils Blommér (1850), Mårten Eskil Winge (1863) und Oscar Wergeland (1879).

Sigyn als Namensgeberin[Bearbeiten]

Nach der nordischen Göttin Sigyn wurden mehrere Schiffe benannt, u.a die schwedische Schonerbark Sigyn aus dem Jahr 1887 und das schwedische Atommüll-Transportschiff Sigyn. In der Antarktis gibt es einen Sigyn-Gletscher.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. W. Haussig (Hrsg.): Wörterbuch der Mythologie. Bd. II Götter und Mythen im Alten Europa. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1973, ISBN 3-12-909820-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sigyn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien