Silat

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Silat (deutsch: Tanz) ist ein malaiischer Begriff, der als Überbegriff für verschiedene Arten von Kampfkünsten innerhalb des Malaiischen Archipels, der Indonesien, Malaysia, Singapur, Brunei, Borneo und die Philippinen umfasst, gilt, aber auch eine eigenständige Kampfform bezeichnet. So wie andere Kampfkünste Asiens auch ist Silat eng mit der dortigen Kultur verbunden. Häufig werden Silat-Aufführungen auch von Instrumenten, wie dem Kendang begleitet, und sind dann eine Art Volkstanz, wie es auch beim Arnis, Kali und Eskrima des Öfteren der Fall ist. Auch andere südostasiatische Kampfkünste wie das Muay Thai werden häufig von Musik begleitet.

Bei den Minangkabau, einer Volksgruppe von Sumatra, bezeichnet Silek einen eigenen Kampfstil, der mit musikalischer Begleitung der Bambusflöte Saluang einen Teil des Volkstheaters Randai bildet. Das Silat Pulut ist ein malaysischer Stil. Das Silat Cakak aus Brunei Darussalam wird mit so genannten Gulintangan begleitet. Auch das indonesische Pencak Silat wird häufig von Musik begleitet.

Geschichte[Bearbeiten]

Obwohl wenig über die Ursprünge des Silats bekannt ist, verteilte es sich vermutlich im Malaiischen Archipel im 7. Jahrhundert n. Chr., scheint aber ein rein malaiisches Phänomen zu sein.[1] Es wird allerdings davon ausgegangen, dass die Kunstform durch chinesische und indische Kampfsysteme beeinflusst wurde.[2] Es wurde den Mitgliedern der Kriegerkaste, Maharlika und Sultanen sowie Rajas, beigebracht und diente unter anderem auch als Übung zur Konzentration und spiritueller Erleuchtung. Später, im 14. Jahrhundert, als die Islamisierung Südostasiens begann, wurde die Kunst den Lehren des Islams beigefügt.[3]

Viele sehen in dem epischen Helden Hang Tuah den Vater des Silat.[2]

Viele Menschen glauben, dass Silat während der Kolonialzeit Malaysias, Singapurs, Bruneis und Indonesiens ein Zeichen des Widerstandes gegen die Europäer war.[2]

Im 20. Jahrhundert wurde dem Silat eine kampfsportliche Seite hinzugefügt und nationale Verbände, wie die malaysische Persekutuan Silat Kebangsaan Malaysia (PESAKA), die indonesische Ikatan Pencak Silat Indonesia (IPSI), die Persekutuan Silat Singapura (PERSIS) aus Singapur sowie die bruneiische Persekutuan Silat Brunei Darussalam (PERSIB), wurden gegründet.

Silat ist zudem eine der Sportarten, die in den Southeast Asian Games ausgetragen werden.

Traditionelle Waffen[Bearbeiten]

Aus dem indonesischen Raum sind etliche traditionelle Waffen bekannt, die zum Teil noch heute im Bereich des Silat Melayu genutzt werden. Beispiele dazu sind:

Literatur[Bearbeiten]

  • Sheikh Shamsuddin: The Malay Art Of Self-defense: Silat Seni Gayong. North Atlantic Books, Berkeley CA, 2005, ISBN 1-55643-562-2.
  • Quintin Chambers, Donn F. Draeger: Javanese Silat: The Fighting Art of Perisai Diri. Kodansha International u. a., Tokyo u. a., 1978, ISBN 0-87011-353-4.
  • Donn F. Draeger: Weapons and fighting arts of Indonesia. Charles E. Tuttle Co., Rutland VT, 1992, ISBN 0-8048-1716-2.
  • Donn F. Draeger and Robert W. Smith: Comprehensive Asian fighting arts. Kodansha International, Tokyo u. a., 1980, ISBN 0-87011-436-0.
  • Sean Stark: Pencak Silat Pertempuran.. Volume 1. Stark Publishing, St. Cloud FL, 2007, ISBN 978-0-615-13968-5.
  • Sean Stark: Pencak Silat Pertempuran.. Volume 2. Stark Publishing, St. Cloud FL, 2007, ISBN 978-0-615-13784-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Chambers/Draeger (1979).
  2. a b c See Shamsuddin (2005), S. 7.
  3. Shamsuddin (2005), S. 1.