Silber(I)-selenid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Silber(I)-selenid
__ Ag     __ Se
Allgemeines
Name Silber(I)-selenid
Verhältnisformel Ag2Se
CAS-Nummer 1302-09-6
PubChem 6914520
Kurzbeschreibung

schwarzer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 294,70 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

8,22 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt

880 °C[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​331​‐​373​‐​410
P: 261​‐​273​‐​301+310​‐​311​‐​501 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 23/25​‐​33​‐​50/53
S: 20/21​‐​28​‐​45​‐​60​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Silber(I)-selenid ist eine anorganische chemische Verbindung des Silbers aus der Gruppe der Selenide.

Vorkommen[Bearbeiten]

Silber(I)-selenid kommt natürlich in Form des Minerals Naumannit vor. Die Verbindung kommt auch in dem bei der Kupferraffination anfallendem Anodenschlamm vor.[5]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Silber(I)-selenid kann durch Reaktion von Silber mit Selen bei 400 °C gewonnen werden.[1]

\mathrm{2 \ Ag + Se \longrightarrow Ag_2 Se}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Umsetzen von löslichen Silbersalzen mit Kupfer(I)-selenid.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Silber(I)-selenid ist ein schwarzer, kristalliner Feststoff. Er besitzt bei 75 °C eine tetragonale (a = 49,8 pm, c = 47,8 pm) und bei 240 °C eine kubische Kristallstruktur.[1] Andere Quellen geben für ersteres eine orthorhombische Kristallstruktur an.[6][7] Er ist ein I-VI-Halbleiter, wird aber wegen seiner geringen Festigkeit und Löslichkeit kaum verwendet.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 1000.
  2. a b c d e Datenblatt Silver(I) selenide, bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 13. April 2014 (PDF).
  3. a b  Perrin Walker, William H. Tarn: CRC Handbook of Metal Etchants. CRC Press, 1990, ISBN 0849336236, S. 1166 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5.  Erwin Riedel, Christoph Janiak: Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 3110225670, S. 437 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6.  Collaboration: Authors and editors of the volumes III/17E-17F-41C: Silver selenide (Ag2Se) crystal structure, lattice parameters. In: O. Madelung, U. Rössler, M. Schulz (Hrsg.): Non-Tetrahedrally Bonded Elements and Binary Compounds I (= Landolt-Börnstein - Group III Condensed Matter. Band 41C). Springer, Berlin/Heidelberg 1998, ISBN 3-540-64583-7, S. 1–4, doi:10.1007/10681727_93.
  7.  Y. I. Aliyev, A. G. Babayev, D. I. Ismayilov, Y. G. Asadov: The structural and thermodynamic aspects of polymorphic transformations in Ag2Se. In: Fizika. vol.XII, Nr. 3, 2007, S. 56–61 (PDF, abgerufen am 17. April 2014).