Silbercarbonat

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Strukturformel
2 Silberion \mathrm{ \ \!\ \Biggl[} Carbonat-Ion \mathrm{ \ \!\ \Biggr]}
Allgemeines
Name Silbercarbonat
Andere Namen

Silber(I)-carbonat

Summenformel Ag2CO3
CAS-Nummer 534-16-7
Kurzbeschreibung

hellgelbes Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 275,75 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

6,08 g·cm−3 (20 °C)[2]

Schmelzpunkt

218 °C (Zersetzung)[3]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (32 mg·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 318
P: 260​‐​305+351+338​‐​313 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​36
MAK

0,01 mg·m−3[1]

Toxikologische Daten
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−505,8 kJ/mol[7]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Silbercarbonat ist eine chemische Verbindung des Silbers aus der Gruppe der Carbonate.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Silbercarbonat lässt sich durch Fällung aus silberhaltigen Lösungen, beispielsweise von Silbernitrat, durch Alkalimetallcarbonate wie Natriumcarbonat gewinnen.[8]

\mathrm{2\ AgNO_3 + Na_2CO_3 \longrightarrow Ag_2CO_3 \downarrow + 2\ NaNO_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Neu hergestelltes Silbercarbonat ist weiß und verfärbt sich schnell gelblich. Wie viele Silberverbindungen ist es lichtempfindlich und sollte daher im Dunklen aufbewahrt werden. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Beim Erhitzen über 218 °C zersetzt es sich unter Abgabe von Kohlenstoffdioxid.[3]

\mathrm{Ag_2CO_3 \xrightarrow{\triangle} Ag_2O + CO_2 \uparrow}

Während die Verbindung in Wasser nur schlecht löslich ist, löst sie sich gut in Säuren wie Salpetersäure oder Schwefelsäure, Kaliumcyanidlösung sowie in Kaliumcarbonatlösungen, wobei sich Doppelsalze bilden.[8]

Verwendung[Bearbeiten]

Silbercarbonat findet in der organischen Synthesechemie Verwendung. Wird es auf Kieselgur aufgetragen, wirkt es als Oxidationsmittel. Eine bedeutende Rolle spielt die Verbindung in der Koenigs-Knorr-Methode. Hierbei werden aus halogensubstituierten Monosaccharid-Derivaten selektiv 1,2-trans-Glycoside gewonnen. Durch das Silber wird das Halogen gefällt, und es kann mit Alkoholen ein Glycosid gebildet werden.[8]

Koenigs-Knorr-Reaktion

Weiterhin wird es für die Gewinnung von Silberpulver[3] und für die Abtrennung von Chlorid, Bromid und Iodid bei der ionenchromatographischen Bestimmung von Anionen in Salzwasser genutzt.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Silbercarbonat bei Merck, abgerufen am 20. Mai 2010.
  2. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-88.
  3. a b c Andreas Brumby et.al.: Silver, Silver Compounds, and Silver Alloys. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. 6. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 2008, doi:10.1002/14356007.a24 107.pub2.
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. a b Gigiena Truda i Professional'nye Zabolevaniya. (Labor Hygiene and Occupational Diseases). Vol. 27(12), Pg. 33, 1983.
  6. a b Eintrag Silbercarbonat bei ChemIDplus.
  7. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-18.
  8. a b c Silbercarbonat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 15. Juli 2014.
  9. Silbercarbonat (Jenachem)