Silberglas

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Kerzenhalter aus silberfarbenem „Bauernsilber“
goldfarbener Kerzenhalter aus Silberglas

Silberglas, auch Bauernsilber genannt, bezeichnet ein silbrig, gelegentlich auch golden schimmerndes Glas. Der Begriff Bauernsilber ist dem Umstand zu verdanken, dass sich die Landbevölkerung des 19. Jahrhunderts keine Gebrauchsgegenstände aus Silber leisten konnte und daher mit dem preisgünstigen Silberglas vorliebnahm. [1]

Herstellung und Geschichte[Bearbeiten]

Das Glas wird doppelwandig geblasen und der entstandene Hohlraum mittels einer silbernitrathaltigen Lösung innen verspiegelt, ähnlich einer gläsernen Isolierkanne. Außen wurde das Glas häufig mit gemalten Dekoren, Ätzungen, Gravuren oder Glasapplikationen verziert. Bei Gefäßen wirkt die Innenseite durch einen Amalgamauftrag oftmals goldgelb. Entstanden ist es vorwiegend in den Glaswerkstätten Böhmens und Mährens (vor allem Wilhelm Hofmann in Prag, Hugo Wolf in Iglau und Albert Scheinost in Haida) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurde aber etwa zur selben Zeit auch in England und in den USA hergestellt. [2][3]

Verwendung[Bearbeiten]

Vielfach wurden aus Silberglas Becher, Konfektschalen und sogenannte Versehgarnituren hergestellt. Letztere waren auf diese Art versilberte Kelche, Kerzenleuchter und Heiligenfiguren, die in Zimmern von Sterbenden zur Versehung aufgestellt wurden. [1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_8330.html (abgerufen am 31. August 2010)
  2. http://www.go-star.com/antiquing/mercury_glass.htm (englisch, abgerufen am 31. August 2010)
  3. http://www.glass.co.nz/mercury.html '(englisch, abgerufen am 31. August 2010)