Silbermond

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Silbermond
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Silbermond auf dem Donauinselfest (2009)
Silbermond auf dem Donauinselfest (2009)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pop-Rock, Deutschrock
Gründung 1998 als Exakt
Website www.silbermond.de
Aktuelle Besetzung
Stefanie Kloß (* 31. Oktober 1984)
Johannes Stolle (* 23. Juni 1982)
Thomas Stolle (* 23. September 1983)
Andreas Nowak (* 31. Dezember 1982)

Silbermond ist eine deutsche Pop-Rock-Band aus Bautzen in Sachsen, die 1998 als Exakt gegründet wurde. Seit 2002 nennt die Band sich Silbermond.

Zu ihren kommerziell erfolgreichsten Liedern gehören Symphonie (2004), Das Beste (2006) und Irgendwas bleibt (2009). Bislang verkaufte die Band über drei Millionen Tonträger.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung und Vorgänger[Bearbeiten]

Die Mitglieder von Silbermond lernten sich 1998 bei dem musikalischen Jugendprojekt TEN SING des CVJM kennen. Sie bildeten zunächst mit zwei weiteren Mitgliedern (Juliane Katzer, Gesang, und Maximilian Maneck, Keyboards) eine Coverband namens Exakt. Zwei Jahre später fiel die Entscheidung zur Gründung der Band JAST - der Begriff setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der vier zusammen. In der ersten Zeit bestand das Repertoire der Gruppe vornehmlich aus Coversongs und wenigen Eigenkompositionen mit englischen Texten. Mit diesen Titeln nahmen sie an drei Wettbewerben teil. Beim BEAT 2000 belegten sie den 1. Platz. Beim Soundcheck im Juni 2001 wurden sie als zweitbeste Schülerband Sachsens ausgezeichnet. Im August desselben Jahres gewannen sie den Musikförderpreis Music Act.

Die Unzufriedenheit mit ihren englischen Texten führte die Gruppe zu ihrer Muttersprache. Im Herbst 2001 entstanden die ersten deutschsprachigen Lieder, die in den folgenden Monaten durch weitere Kompositionen ergänzt wurden. Gespielt wurden diese, noch unter dem Namen JAST, im Mai 2002 auf dem Hutberg in Kamenz als Vorgruppe der Puhdys, vor dem bis dahin größten Publikum für die junge Band.

Als „Silbermond“[Bearbeiten]

Im Juni 2002 traten die Musiker zum ersten Mal mit dem Bandnamen Silbermond auf, als sie zwei Wochen lang mit Radio PSR sachsenweit auf Tour gingen. Der Name Silbermond war bei der Suche nach einem neuen Namen der erste Vorschlag, der allen auf Anhieb zusagte.

Es folgte der Auftritt am 5. Juli 2002 bei der 10 Jahre Radio PSR Geburtstagsparty in der Arena Leipzig vor mehr als 10.000 Menschen. 2003 erreichten sie den zweiten Platz bei dem Newcomer-Award Lucky Star.

2004–2005: Verschwende deine Zeit[Bearbeiten]

Johannes Stolle und Stefanie Kloß auf der Frankfurter Musikmesse (2005)

Um ihre Erfolgschancen zu verbessern, zogen die Bandmitglieder nach Berlin. Der Umzug wurde vom Fernsehsender Sat.1 in einer Doku-Soap unter dem Titel „Der harte Weg zum Ruhm“ begleitet. Im Januar 2004 begleiteten Silbermond als Vorgruppe die Tournee von Jeanette Biedermann. Im März erschien ihre Debütsingle Mach’s Dir selbst. Das erste Album Verschwende deine Zeit entstand in Zusammenarbeit mit den Valicon-Produzenten Ingo Politz und Bernd Wendlandt, die schon mit Gruppen wie Bell, Book & Candle und Angelzoom arbeiteten. Es erreichte Doppelplatin in Deutschland und Österreich. Neben der Auszeichnung mit dem New Faces Award der Zeitschrift Bunte erreichte Silbermond 2004 eine Top-10-Platzierung ihrer Single Symphonie in den deutschen Charts.

Ab Ende 2004 war die Band fast durchgängig auf Tournee. Im April 2005 veröffentlichten sie ihre erste Konzert-DVD Verschwende deine Zeit–Live, die Goldstatus erreichte. Von Verschwende deine Zeit wurde keine weitere Single mehr ausgekoppelt, stattdessen erschien im März mit Zeit für Optimisten ein neues Lied als Single.

Am 2. Juli 2005 nahmen sie am Live-8-Konzert in Berlin teil, am selben Abend standen sie noch in Münster bei den Jubiläumsfeierlichkeiten des dortigen Bistums auf der Open-Air-Bühne.[2]

2006–2007: Laut gedacht[Bearbeiten]

Am 21. April 2006 erschien – begleitet von starkem Medienecho – unter dem Titel Laut gedacht das zweite Album der vier Musiker. Die erste Singleauskopplung, Unendlich, war am 31. März 2006 erschienen. Nach einer Hallentour im Mai 2006 kündigten sie Meer sein als neue Single an, die am 7. Juli 2006 erschien.

Am 6. Oktober kam mit Das Beste die dritte Single des Albums auf den Markt und als Neueinsteiger sofort auf Platz 1 der deutschen Single-Hitparade. Die Premium/Maxi-CD umfasst vier Versionen von Das Beste (Single-Version, alternative Version, Live in Kamenz, Instrumental) und das Musik-Video. Außerdem ist auf der Premium/Maxi-CD eine Neuaufnahme ihrer 3. Single Symphonie mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg unter der Leitung von Scott Lawton zu finden. Diese Version wurde am 6. Oktober 2005 bei der Comet-Verleihung live gespielt.

Auf der am 8. Dezember 2006 erschienenen Best Of-CD der befreundeten Mittelalter-Rock-Band In Extremo, auf der u.a. Gastgruppen Songs dieser Band in neuem Gewand interpretieren, beteiligten sich Silbermond mit ihrer Version des Titels Die Gier. Am 30. März 2007 erschien die vierte und letzte Singleauskoppelung Das Ende vom Kreis.

2008: Kollaborationen[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 veröffentlichte die Band mehrere erfolgreiche Kollaborationen: Der Deal mit Udo Lindenberg auf dessen Nummer-eins-Album Stark wie zwei und später Bis zum Schluss mit dem Rapper Curse, das als Single erschien und ein Top-Ten-Hit wurde. Ferner erschien eine neue, mit kubanischen Klängen unterlegte Version von Symphonie auf Rhythms del Mundo – Cubano Alemán.

2009: Nichts passiert[Bearbeiten]

Das dritte Silbermond-Album mit dem Titel Nichts passiert erschien am 20. März 2009 und stieg sowohl in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz in der 1. Verkaufswoche auf Platz 1 der jeweiligen Charts ein. Die vorab veröffentlichte Single Irgendwas bleibt war zuvor bereits auf Platz 1 der Verkaufscharts eingestiegen.[3] Die folgende zweite Single Ich bereue nichts erreichte die Top 20 der deutschen Singlecharts, die dritte Single Krieger des Lichts wurde ein Top-Ten-Hit.

2012: Himmel auf[Bearbeiten]

Am 23. März 2012 erschien das Album Himmel auf. Die gleichnamige Singleauskopplung war bereits am 3. Februar veröffentlicht worden. Am 23. Mai 2012 waren Silbermond als Gaststars in der 5000. Folge von Gute Zeiten, schlechte Zeiten dabei. Die zweite Single FdsmH (Für dich schlägt mein Herz) wurde am 6. Juli 2012 ausgekoppelt, am 19. Oktober folgte Ja.

Stil[Bearbeiten]

Silbermond schreiben ihre Musik nach eigenen Angaben selber und spielen Pop-Rock mit deutschen Texten. Obwohl bisher hauptsächlich Balladen wie Symphonie, Unendlich, Durch die Nacht oder Das Beste als Single erschienen, sind auf den Alben auch schnellere Stücke vertreten. Die meisten Titel werden von Schlagzeuger Andreas Nowak und Gitarrist Thomas Stolle für die Band geschrieben und dann gemeinsam ausgearbeitet.[4]

Engagement[Bearbeiten]

Das überwiegend jugendliche Publikum der Band hat vor allem über das Internet zahlreiche Aktionen gestartet, die von der Band unterstützt wurden. Zu nennen ist hierbei die finanzielle Unterstützung der Wohltätigkeitsaktion Fans helfen sowie die Durchführung von Benefizkonzerten. Außerdem fördert die Band junge Bands aus ihrer Region, z. B. indem sie diesen Auftritte im Vorprogramm ermöglichen. Seit 2004 fördern sie die Zittauer Nachwuchsband Jenix, unter anderem mit einem gemeinsamen jährlichen Konzert in Schmochtitz und durch die Auftritte als ihre Vorband bei der Sommertour 2010. Im gleichen Jahr entstand auch das Projekt Silbermond trifft Jenix mit gegenseitigen Coverversionen zugunsten der Opfer des Erdbebens in Haiti. Am 21. August 2007 eröffnete Silbermond mit der Teilnahme an einem Workshop in Leinefelde ein neues Projekt der Stiftung Musik hilft e. V. Bekannte Bands sollen einen Tag lang jungen Nachwuchsmusikern, besonders aus sozialen Brennpunkten, ihr Können vermitteln.

Silbermond ist seit vielen Jahren gegen Rechtsextremismus aktiv, beispielsweise veranstalteten sie Konzerte um Initiativen wie Laut gegen Nazis oder die Amadeu Antonio Stiftung zu unterstützen. Dieses Engagement resultiert unter anderem aus Erfahrungen, die Mitglieder der Bands in ihrer Jugendzeit in Sachsen machten. Nach eigener Aussage spielten sie schon auf Konzerten gegen Rechts, bevor sie Silbermond hießen.[5] Auch zeigt sich die Band solidarisch mit dem sorbischen Volk, indem sie sich u. a. gegen die Kürzung von Fördermitteln ausspricht.

Werke[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkung
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz
2004 Verschwende deine Zeit 2 2-fach Platin
(66 Wo.)
4 Platin
(56 Wo.)
18 Gold
(53 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Juli 2004
Verkäufe: + 440.000
2006 Laut gedacht 1 2-fach Platin
(75 Wo.)
1 Platin
(47 Wo.)
3 Platin
(65 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. April 2006
Verkäufe: + 450.000
2009 Nichts passiert 1 Platin
(71 Wo.)
1 Platin
(46 Wo.)
1 Platin
(29 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. März 2009
Verkäufe: + 250.000
2012 Himmel auf 2
(54 Wo.)
2 Gold
(20 Wo.)
3
(43 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. März 2012
Verkäufe: + 10.000

Solo-Projekte[Bearbeiten]

  • 2005: Alles wird besser (Silly feat. Stefanie Kloß & Thomas Stolle; auf dem Album Silly & Gäste – Tempodrom-Konzert)
  • 2005: SOS (Silly feat. Stefanie Kloß & Thomas Stolle; auf dem Album Silly & Gäste – Tempodrom-Konzert)
  • 2005: Vollmond (Silly feat. Stefanie Kloß & Thomas Stolle; auf dem Album Silly & Gäste – Tempodrom-Konzert)
  • 2011: We Are One (Tom Lüneburger feat. Stefanie Kloß; Position 82 der deutschen Singlecharts)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Comet
    • 2005: Bester Live Act
    • 2007: Bester Song (Das Beste)
    • 2007: Bester Live Act
    • 2007: Erfolgreichster Download Song (Das Beste)
    • 2010: Bestes Video (Krieger des Lichts)
    • 2010: Beste Band
  • ECHO Pop
    • 2005: Newcomer des Jahres national
    • 2007: Hit des Jahres (Das Beste)
    • 2007: Bester Live-Act
    • 2010: Beste Gruppe national Rock-Pop
    • 2010: Bester Live-Act
    • 2011: Radio ECHO (Krieger des Lichts)
    • 2011: Ehren ECHO für soziales Engagement

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Silbermond – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Über 3 Millionen verkaufte Tonträger
  2. kirchensite.de: „Silbermond“ und der wahre Star
  3. media-control.com
  4. Andreas Nowak und Thomas Stolle
  5. Laut gegen Nazis: Silbermond- Ein Interview
  6. Stadt Goslar „Silbermond“ erhält den Paul-Lincke-Ring 2013 der Stadt Goslar, abgerufen am 18. Januar 2013