Silbertal

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Wappen Karte
Wappen von Silbertal
Silbertal (Österreich)
DEC
Silbertal
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Vorarlberg
Politischer Bezirk Bludenz (BZ)
Fläche 88,61 km²
Koordinaten 47° 6′ N, 9° 59′ O47.0947222222229.9783333333333889Koordinaten: 47° 5′ 41″ N, 9° 58′ 42″ O
Höhe 889 m ü. A.
Einwohner 889 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 10 Einwohner je km²
Postleitzahl 6780
Vorwahl 05556
Gemeindekennziffer 8 01 23
AT341
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Zentrum 256
6780 Silbertal
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Willi Säly (ÖVP)
Gemeindevertretung (2005)
(12 Mitglieder)
11 ÖVP, 1 FPÖ
Lage der Gemeinde Silbertal
Karte

Silbertal ist eine vom Tourismus geprägte Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bludenz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Der Ort Silbertal ist eine Streusiedlung und liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz auf 889 Meter Höhe im Silbertal in der Verwallgruppe. Der Name Silbertal kommt vom Kupfer- und Silberbau.

31,7 % der Fläche sind bewaldet und 35 % der Fläche Alpen. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Silbertal.

Die Kristbergbahn führt vom Silbertal auf den etwa 1.430 Meter hohen – ganzjährig bewohnten – Ortsteil Kristberg mit Kristbergsattel, ein alter Fußwegübergang nach Dalaas.[1]

Silbertal ist ein Seitental des Montafons mit dem Hauptfluss Litz. In die Litz münden zahlreiche Bäche, wie den Gaflunabach, Gieslabach, Burtschabach, Teufelsbach, Fetzgertobel, Kuanzatobel, Feschatobel, Badtobel, Mesmertobel, Endbach, Röfigraben, Stampftobel, Vermolatobel, Grofatobel, Frauenlobtobel und Bargehratobel.

Das Tal hat zwei Nebentäler, das Gaflunatal mit dem Gaflunabach und dem Wasserstubental mit dem Burtschabach.

Die Nachbarorte sind Schruns, St. Gallenkirch, Gaschurn, St. Anton am Arlberg, Klösterle, Dalaas sowie Bartholomäberg.

[Bearbeiten] Geschichte

Schon vor über 1.000 Jahren wurde hier Bergbau betrieben und die Bergknappen schürften auf den Höhen des Kristberghanges nach Silber, Kupfer und Eisen. In den Gunstlagen am Talgrund siedelten sich die die rätoromanischen Hofjünger des Hofes Bludenz an.

Das Silbertal wurde von den zugezogenen Walsern erstmals im Zeitraum zwischen 1100 und 1200 besiedelt. Den ersten Nachweis liefert eine urkundliche Erwähnung 1319 sowie die Weihe der Kapelle im Silberberg, durch die Walser im Jahr 1332.

Silbertal war bis 1453 Sitz eines eigenen Walsergerichtes und kam 1420 zusammen mit dem Montafon an Österreich.

Das Montafon hatte bis 1806 auf der rechtlichen Grundlage des Montafoner Landsbrauches (seit 1554) eine gewisse Unabhängigkeit. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich.

Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Silbertal seit der Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2006  
2001 873
1991 847
1981 824
1971 774

Quelle: Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2007 der Statistik Austria Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde 873 Einwohnern (inkl. Zweitwohnsitze). Der Ausländeranteil lag 2002 bei 3,3 %.

[Bearbeiten] Politik

Der Gemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern. Die Zusammensetzung nach der Wahl 2005 ist ÖVP: 11 Sitze und FPÖ 1 Sitz. Bürgermeister ist Willi Säly. Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 950.054 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 1.885.650 €. Der Schuldenstand betrug 2001 2.061.740 €.

[Bearbeiten] Wappen

Silbertal

Das Wappen wurde gestaltet von Markus Bachmann. Es ist gespalten von Rot und Weiß und mit drei Sternen in wechselnden Farben belegt. Ein goldener Schlüssel ist gekreuzt mit einem silbernen Hammer, im blauen Schild.

  • Der Balken mit den drei Sternen ist dem Walliser Wappen entnommen und verweist auf die Besiedlung des Tales im frühen 14. Jahrhundert durch die Walser.
  • Der goldene Schlüssel steht für die Zugehörigkeit zum Montafon.
  • Der silberne Hammer erinnert an den Silberabbau am Kristberghang.

[Bearbeiten] Kirchen und Kapellen

Seitenaltar der Pfarrkirche Silbertal
Herbst im Silbertal
Pfarrkirche Hll. Josef und Nikolaus
Diese neugotische Kirche wurde nach dem Plan des Kölner und Wiener Dombaumeisters Friedrich von Schmidt erbaut und zählt gemeinsam mit der Kirche aus Frastanz desselben Architekten zu den schönsten neugotischen Beispielen Westösterreichs.
Dem Architekten gelang es, die strukturellen Qualitäten der Gotik mit der alpinen Topographie in Einklang zu bringen. Man könnte von einer landschaftlichen Schönheit dieser Bauten sprechen, die etwas vom Geist der Bilder der Donauschule beinhaltet.
In beiden Fällen verstärkt der überhöhte Standort die gestische Zeichenhaftigkeit der Gotik.
Bergknappenkapelle St. Agatha am Kristberg, die älteste Kirche des Montafons
Erstmals findet hier ein Kirchenbau in einer Urkunde von 1450 Erwähnung. Dieser spätgotische Bau wurde 1507 von Kasper Schop erbaut. Damals wurden Bergknappen in einem Stollen verschüttet. Unter den Trümmern versprachen die Verschütteten den Bau einer Kirche zu Ehren der Heiligen Agatha. Die Rettung ist gelungen und die Knappen hielten ihr Versprechen.[2]
Außergewöhnlich sind die hölzernen Türstöcke mit eingeschnittenen „Hauszeichen“ von Bewohnern aus einer Zeit, als die wenigsten lesen und schreiben konnten, und damit ihr Werkzeug und Eigentum kennzeichneten. Durch eine von starkem Mauerwerk überwölbte Türe betritt man die kleine Vorhalle, die zum Schutz gegen Wind und Wetter an der Westseite errichtet ist.
Das Langschiff hat - wie in Kirchen dieses Alters und dieser Gegend üblich - keine Fenster an der Nord- und Westseite. Bemerkenswert ist die alte Holzdecke, welche mit maßwerkartig ornamentierten Bändern geschmückt ist. Der Hochaltar ist mit seinen gewundenen Säulen, seinen Ziergiebeln und seiner reichen Gliederung ein prächtiges Barockwerk.[3][4]

[Bearbeiten] Freilichtbühne Silbertal

Mit ca. 20.000 m2 Spielfläche einer der größten Bühnen in Europa. Die Freilichtbühne Silbertal widmet sich dem Kulturgut der Sagen.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Am Ort gab es im Jahr 2003 13 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 61 Beschäftigten und 4 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 399. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt 82.226 Übernachtungen.

[Bearbeiten] Bildung

1949 wurde das heute leerstehende, kleine Schulhaus in Silbertal-Buchen erbaut, das nur bis 1959 in Betrieb war. Ab 1835 wurde an der einklassigen Volksschule Kristberg Unterricht erteilt. Das Schulhaus steht mitten am Kristberghang. Diese Schule wurde 2003 wegen Schülermangels geschlossen. Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 64 Schüler. In Silbertal gibt es zudem einen Kindergarten.

[Bearbeiten] Vereine

  • Im Jahr 1949 wird der Wintersportverein Silbertal gegründet.
  • Bürgermusik Silbertal

[Bearbeiten] In Silbertal geborene oder wirkende Personen

  • Herwig Erhard, mehrfacher Weltmeister bei Bewerben der Forstarbeiter [5]
  • Der NS-Massenmörder Josef Vallaster stammt gebürtig aus Silbertal.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. loccata MP3-Info zum Kristbergsattel
  2. Emil Scheibenstock: Die St. Agatha Bergknappenkapelle am Kristberg. 2004, PDF 506KB.
  3. Onlineauftritt Panoramagasthof Kristberg Emil Scheibenstock: Die St. Agatha Bergknappenkapelle am Kristberg. 2004
  4. Adolf Zudrell (Hrsg.): Kristberg - Silbertal. Montafon. Thurnher, Rankweil 1977
  5. Weltmeister Herwig Erhard

[Bearbeiten] Weblinks

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