Silencing

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Dieser Artikel beschreibt Geräuschdämpfung an Computern. Für die Regulation von Genen siehe Gen-Silencing

Mit Silencing (von engl. silence = Stille, deutsch sinngemäß: Geräuschdämpfung) werden Konzepte, Umbauten oder Erweiterungen an Personal Computern bezeichnet, die auf eine möglichst geringe Geräuschentwicklung im Betrieb zielen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lärmquellen

Die Lärmquellen in einem Personalcomputer lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen:

  • Kühlung, in erster Linie Lüfter aller Art,
  • Laufwerke, also Festplatten, CD- und andere optische Laufwerke.

Aktuelle Personal-Computer haben oft eine recht hohen Stromverbrauch und können leicht eine Verlustleistung im Bereich über 100 Watt, bei Einsatz leistungsfähiger Prozessoren und Grafikkarten auch über 300 Watt erreichen, die bereits im Gehäuse nahezu vollständig in Wärme umgesetzt wird. Um die verbauten Komponenten vor Schäden durch Überhitzung zu bewahren, werden sowohl die Gehäuse, als auch einzelne Bauteile, wie Prozessor, Netzteil und Grafikkarte) häufig mit entsprechend leistungsfähigen, oft aber auch lauten Lüftern ausgestattet.

Weitere Geräuschverursacher sind vornehmlich Festplatten und optische Laufwerke, die teilweise mit Drehzahlen über 10.000 min-1 arbeiten.

Daneben kann es auch durch Kondensatoren, Drosseln und anderen schwingenden Bauteilen in der Stromversorgung zu Störgeräuschen in unterschiedlichen Frequenzbereichen kommen.

[Bearbeiten] Ziel

Als Ziel vieler Silencer wird ein nicht hörbares System angestrebt. Die Gründe sind einfach nachvollziehbar: Der Computer ist bis zu 24 Stunden täglich in Gebrauch, so dass das Betriebsgeräusch besonders im Wohn- oder Schlafraum störend sein kann. Auch bei der Büroarbeit und bei Mediacenter-PCs im Wohnzimmer kann jede wahrnehmbare Geräuschentwicklung als unangenehm empfunden werden.

Eine besondere Herausforderung ist es, einen leisen und gleichzeitig leistungsstarken Rechner zu erhalten. Durch die teilweise hohe Stromaufnahme der High-End-Komponenten, wie sie zum Beispiel in Computern, die zum Spielen verwendet werden, zum Einsatz kommen, und der damit verbundenen Abwärme ist eine insgesamt bessere Kühlung notwendig.

[Bearbeiten] Maßnahmen

Aufwendiger Kühlkörper einer lüfterlosen Grafikkarte
Aufwendiger Kühlkörper einer lüfterlosen Grafikkarte

Die einfachste und sinnvollste Art, einen leisen Rechner zu erhalten ist, ein speziell leise gebautes Gerät zu kaufen. Das fällt jedoch nicht unter den Begriff Silencing, da hiermit ein aktiver Eingriff in einen gegebenen Rechner gemeint ist. Durch die oft nötigen technischen und baulichen Veränderungen hat Silencing einen deutlichen Bezug zum Case-Modding.

[Bearbeiten] Leise Komponenten

  • Passive oder besonders leise Netzteile
  • Leise Gehäuselüfter (Wegen des subjektiv angenehmeren Betriebsgeräuschs werden im Silencing-Bereich heute hauptsächlich Lüfter mit 120 mm Durchmesser eingesetzt. Um das Optimum an Geräuschlosigkeit zu erreichen wird momentan auch zunehmend auf lüfterlose Systeme gesetzt, diese Möglichkeit ist aber sehr umstritten.)
  • Passive oder besonders leise Kühler für Prozessoren
  • Passive oder besonders leise Kühler für Grafikkarten
  • weitere Teile (z. B. Dämmmatten für das Gehäuse, leise Gehäuselüfter oder eine Wasserkühlung). Eine Wasserkühlung ist nur eine Möglichkeit des Silencing und nicht unbedingt notwendig um einen leisen Rechner zu bekommen. Mitunter kann die nötige Pumpe auch störend auffallen.

Zudem ist die Verwendung von Komponenten mit geringer Verlustleistung sinnvoll. Diese produzieren im Verhältnis zur Leistung eine geringere Abwärme, was dazu führt, dass im Ergebnis weniger aufwendig gekühlt werden muss.

[Bearbeiten] Ein Beispiel aus dem Bereich Festplatten - die Bitumenbox

Bitumenbox
Bitumenbox

Ein Beispiel ist die sogenannte Bitumenbox, bei der eine Festplatte in ein altes 5,25 CD-ROM Gehäuse eingebaut und von speziellen Dämmplatten aus Bitumen umhüllt wird. Diese Dämmmatten werden normalerweise im Akustikbau unter anderem in Autos eingesetzt. Dadurch werden u. a. die hochfrequenten Laufgeräusche der Festplatte deutlich reduziert.

[Bearbeiten] Potentielle Gefahren

Potentielle Gefahren bei der Bearbeitung oder dem Umbau der Komponenten sind

  • Die elektromagnetische Verträglichkeit des Gerätes wird beeinträchtigt
  • Gesundheitsgefahren durch unsachgemäß vorgenommene Arbeiten an Teilen, vornehmlich beim Netzteil. Hier werden häufig die Original-Lüfter durch leisere Varianten ersetzt. Besonders bei geöffneten Netzteilen besteht die Gefahr eines tödlichen Stromschlags selbst dann, wenn diese von der Stromzufuhr getrennt sind.
  • Beschädigung der Hardware und Verlust der Garantieansprüche. Bei Veränderungen der Hardware (z. B. durch das Öffnen von Netzteilen) verliert man meistens die Garantieansprüche. Die eingebauten Komponenten können insbesondere bei nicht ausreichender Kühlung oder unsachgemäßer Behandlung beschädigt werden.

[Bearbeiten] Gehäusedesign

Auch eine gute, saubere Verarbeitung kann in Verbindung mit gutem Gehäusedesign für einen Luftzug (engl. Airflow) sorgen, der insgesamt für eine effizientere Kühlung sorgt, was am Ende wiederum durch einen geringen Geräuschpegel belohnt wird. Letztendlich kann man auch durch individuelle, bauliche Veränderungen am Rechner oder einzelner Komponenten ein geringeres Betriebsgeräusch erreichen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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