Silene stenophylla

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Silene stenophylla
Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Gattung: Leimkräuter (Silene)
Art: Silene stenophylla
Wissenschaftlicher Name
Silene stenophylla
Ledeb.

Silene stenophylla gehört zur Gattung der Leimkräuter (Silene) und zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Aus Plazentagewebe von seit 30.000 Jahren im sibirischen Permafrost lagernden unreifen Früchten wurden blühende Pflanzen gezogen.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild und Laubblätter[Bearbeiten]

Silene stenophylla ist eine ausdauernde, dichte Polsterpflanze. Die zahlreichen, aufrechten, unverzweigten und unbehaarten Stängel erreichen eine Wuchshöhe von 5 bis 22 Zentimetern. Die zahlreichen Grundblätter werden bis 1,5 Zentimeter lang; sie sind lang gestielt mit schmal linealischer bis fast fadenförmiger,[2] 1 bis 2 mm breiter, am Rand spärlich bewimperter Blattspreite. Die in drei (bis vier) Paaren[2] gegenständig angeordneten Stängelblätter sind ähnlich, aber kleiner, am Grund verbreitert und mit dem gegenüberliegenden Blatt verwachsen.

Blütenstand, Blüte und Frucht[Bearbeiten]

Die Blüten stehen meist[2] einzeln am Ende des Stängels oder seltener zu zweit bis dritt (bis sechst)[2] in einem traubenähnlichen, zymösen Blütenstand auf Blütenstielen von 10 bis 15 Millimetern Länge. Die bewimperten Tragblätter sind krautig und aus einem breiten Grund plötzlich zusammengezogen. Der unbehaarte, etwas[2] aufgeblasene, verwachsenblättrige Kelch ist glockenförmig bis röhrig-glockenförmig[2] und erreicht eine Länge von 10 bis 15 Millimetern und eine Breite von 5 bis 9 Millimetern. Er ist entweder hell mit sich deutlich abhebenden purpurfarbenen oder braunen Adern oder gänzlich purpurn überlaufen. An der Spitze endet der Kelch in fünf abwechselnd breiten und schmalen Zähnen. Die breiten Zähne sind breit eiförmig und besitzen einen mehr oder weniger breiten Hautrand, bei den schmalen, dreieckigen Zähnen fehlt dieser Hautrand.[2]

Die fünf Kronblätter sind entweder rein weiß und besitzen dann manchmal eine rosa- oder purpurfarbene Aderung, oder sie sind gänzlich rosa, lila oder purpurn gefärbt.[2] Sie sind 1,5 mal länger als der Kelch. Die Platte ist bis über die Hälfte in zwei auffallend breite,[2] verkehrt-eiförmige Lappen gespalten. Kronschuppen fehlen. Die eiförmige Kapsel ist 9 bis 10 Millimeter lang. Sie steht auf einem 3 bis 4 Millimeter langem, flaumig behaartem Karpophor. Die etwa 1,5 Millimeter langen, dunkelbraunen[2] Samen sind nierenförmig und an der Oberfläche gestreift.

Variabilität[Bearbeiten]

Pflanzen aus dem Süden des Verbreitungsgebietes neigen zu breiteren Laubblättern, zu Blütenständen mit mehr Blüten und zu heller gefärbten Kelchen.[2]

Blütezeit[Bearbeiten]

Die Blütezeit dauert von Juli bis August.

Chromosomenzahl[Bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[3]

Vorkommen[Bearbeiten]

Silene stenophylla besitzt ein großes Areal im arktischen und borealen Ost-Sibirien, mit zerstreuten Vorkommen und größeren Lücken.[2] Es reicht vom Fluss Lena im Westen bis zur Tschuktschen-Halbinsel im Nordosten und bis zu den Inseln Sachalin und dem japanischen Hokkaido im Süden.[4]

Silene stenophylla wächst bevorzugt auf eher kalkarmen Unterlagen. Sie besiedelt trockenes, windexponiertes, im Winter weitgehend schneefreies Gelände in baumloser, vegetationsarmer Tundra und auf Geröll. Sie ist oft mit Zwergweiden (Salix), mit Silberwurz (Dryas octopetala) sowie mit Flechten vergesellschaftet. Ihre Höhenamplitude umfasst sowohl die Küste als auch Gebirgslagen.[2]

Taxonomie[Bearbeiten]

Silene stenophylla wurde 1842 von Carl Friedrich von Ledebour erstbeschrieben.[5] Innerhalb der Gattung Silene wird sie in die Sektion Graminifoliae gestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • S. G. Gorschkova: Silene. In: B. K. Schischkin (Hrsg.), N. Landau (Übers.): Flora of the U.S.S.R. Volume VI. Centrospermae. Israel Program for Scientific Translations, Jerusalem 1970, S. 479 (engl.; russ. Original: Izdatel'stvo Akademii Nauk SSSR, Moskau-Leningrad 1936, S. 627) Digitalisat.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Svetlana Yashina, Stanislav Gubin, Stanislav Maksimovich, Alexandra Yashina, Edith Gakhova, David Gilichinsky: Regeneration of whole fertile plants from 30,000-y-old fruit tissue buried in Siberian permafrost. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. Band 109, Nr. 10, 2012, S. 4008–4013, DOI:10.1073/pnas.1118386109.
  2. a b c d e f g h i j k l m B. A. Yurtsev: Silene. In: Aleksandr Innokent'evic Tolmacev, J. G. Packer (Hrsg.), G. C. D. Griffiths (Übers.): Flora of the Russian Arctic a critical review of the vascular plants occuring in the Arctic region of the former Soviet Union. Volume III: Salicaceae – Ranunculaceae. J. Cramer, Berlin, Stuttgart 2000, ISBN 3-443-50024-2, S. 286–287, 290–292 (engl.; russ. Original: Aleksandr Innokent'evic Tolmacev (Hrsg.): Arkticeskaja flora SSSR (Flora arctica URSS): kriticeskij obzor sosudistych rastenij, vstrecajuscichsja v arkticeskich rajonach SSSR. 6. Semejstva Caryophyllaccae - Ranunculaceae. Izdat. Akad. Nauk SSSR, Leningrad 1971.)
  3. Eintrag bei Tropicos.
  4. Hideo Toyokuni: On some Noteworthy Plants from Hokkaidô, Japan. In: Journal of the Faculty of Liberal Arts, Shinshu University. Band 13, 1979, S. 127–133, ISSN 0583-0605, PDF-Datei.
  5. Carl Friedrich von Ledebour: Flora Rossica: sive enumeratio plantarum in totius imperii rossici provinciis Europaeis, Asiaticis et Americanis hucusque observatarum. Band 1, Schweizerbart, Stuttgart 1842, S. 306, Vorschau in der Google-Buchsuche.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Blütenpracht aus der Eiszeit
  • Silene stenophylla Photographie in Tech&trend, Anthony Myers: 30,000 Year Old Fruit Grown From Frozen Siberian Seeds [PHOTOS] [1]