Siliciummonosulfid

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Strukturformel
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Siliciummonosulfid
Summenformel SiS
CAS-Nummer 12504-41-5
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 60,15 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,85 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

940 °C[2]

Siedepunkt

1090 °C[2]

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Siliciummonosulfid ist eine anorganische chemische Verbindung des Siliciums aus der Gruppe der Sulfide.

Vorkommen[Bearbeiten]

Siliciummonosulfid wurde im interstellaren Raum nachgewiesen.[4]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Siliciummonosulfid kann durch Reaktion von Silicium mit der 1,1 fachen stöchiometrischen Menge an Schwefel bei 650 bis 700 °C gewonnen werden, wobei jedoch zu größeren Teilen auch Siliciumdisulfid entsteht.[1]

\mathrm{ Si + S \longrightarrow SiS}

Alternativ kann es auch durch Komproportionierung von Siliciumdisulfid und Silicium bei 850 °C in monomeren Form[5] oder durch Reaktion von Silicium mit Kohlenstoffdisulfid bei 1000 °C oder mit Eisen(II)-sulfid bei 1200 °C gewonnen werden.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Siliciummonosulfid ist eine gelbe, polymere, amorphe, metastabile Substanz, die sich durch geringste Feuchtigkeitsspuren zersetzt. Es kann in zwei Formen erhalten werden, wobei die faserige Form reaktiver als die glasige ist. Erstere disproportioniert manchmal spontan unter Aufglühen und Aufhellung. Oberhalb etwa 650 °C nimmt die Geschwindigkeit der Disproportionierung zu Siliciumdisulfid und Silicium merklich zu.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 700.
  2. a b c d  William M. Haynes: CRC Handbook of Chemistry and Physics, 93rd Edition. CRC Press, 2012, ISBN 143988049-2, S. 4-88s (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. Jacek Kłos, François Lique: The rotational excitation of SiS by para- and ortho-H2. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 390, 2008, S. 239–244, doi:10.1111/j.1365-2966.2008.13716.x.
  5.  Arnold F. Holleman, Egon Wiberg, Nils Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 311012641-9, S. 917 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).