Silvretta-Stausee

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Silvretta-Stausee
Silvretta-Stausee von der Bielerspitze(Blick nach Süden)
Silvretta-Stausee von der Bielerspitze
(Blick nach Süden)
Geographische Lage Vorarlberg, Österreich
Zuflüsse Ill, Klostertaler Bach
Abfluss Ill, Druckleitung zum Obervermuntwerk
Daten
Koordinaten 46° 54′ 27″ N, 10° 5′ 35″ O46.907510.0930555555562030Koordinaten: 46° 54′ 27″ N, 10° 5′ 35″ O
Silvretta-Stausee (Vorarlberg)
Silvretta-Stausee
Höhe über Meeresspiegel 2030 m ü. A.
Fläche 1,31 km²f5
Länge 2,47 kmf6
Breite 690 mf7
Volumen 38.600.000 m³f8
Vorarlberger Illwerke AG
Staustufen und Kraftwerke im Montafon
Schematische Darstellung
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Ill-Ursprung Piz Buin 3312 m ü. A.
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Silvretta-Stausee 2030 m ü. A.
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Abfluss zu Ill/Vermunth→Inn
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Kraftwerk Obervermuntwerk 1743 m ü. A.
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Bachüberleitung aus Tirol
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Zuflüsse
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Stausee Kops 1809 m ü. A.
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Überleitung nach Vermunt
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Vermuntsee 1743 m ü. A.
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Kopswerk II und Kopswerk I 1025 m ü. A.
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Vermuntwerk 1025 m ü. A.
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Ausgleichsbecken Partenen 1025 m ü. A.
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Rifawerk 1005 m ü. A.
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Lünersee 1970 m ü. A.
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Ausgleichsbecken Rifa 1005 m ü. A.
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Zuflüsse
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Pumpwasserkanal Lünerseewerk
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Lünerseewerk 992 m ü. A.
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Latschauwerk 985 m ü. A.
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Staubecken Latschau 992 m ü. A.
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Kraftwerk Rodund I und II 645 m ü. A.
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Zufluss von Ill
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Rodundbecken I bis III 645 m ü. A.
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Abfluss zur Ill
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Zufluss Meng
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Walgauwerk 492 m ü. A.
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Abfluss zur Ill

Der Silvretta-Stausee liegt in den österreichischen Alpen im Bundesland Vorarlberg in der Silvretta-Gruppe.

Lage[Bearbeiten]

Der 1,31 km² große Stausee (Oberfläche bei Stauziel) liegt knapp unterhalb der Bielerhöhe auf einer Seehöhe von 2030 m ü. A. in einer Senke der Silvretta. Über die östliche Staumauer verläuft die Grenze zum Bundesland Tirol. Das Klostertal und das Ochsental liegen südlich, die Lobspitzen westlich (höchste Lobspitze ist die Vordere Lobspitze, 2835 m) und die Vermuntalpe mit dem Hohen Rad östlich des Sees. Die Ill entspringt dem nahe gelegenen Ochsentalgletscher, durchfließt das Ochsental und ergießt sich in den Stausee.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Silvretta-Stausee ist der höchstgelegene Stausee der Illwerke. Im Jahre 1938 wurde mit dem Bau der drei Absperrbauwerke begonnen. Der erste Teilstau erfolgte 1943, der erste Vollstau 1951. Beim Bau in der NS-Zeit waren viele Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter eingesetzt. Oberhalb des Stausees steht eine kleine Kapelle (Barbarakapelle) mit Gedenktafeln für die beim Bau Verunglückten.[1]

Von 2009 bis 2012 finden umfangreiche Erhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen an der über 60 Jahre alten Staumauer statt. Diese umfassen im Wesentlichen die Erneuerung der wasserseitigen Abdichtung der Sperre und die Erneuerung der Mauerkrone. Des Weiteren werden in der Zeit des entleerten Silvrettaspeichers im Frühjahr 2011 die Absperr- und Entlassungsorgane erneuert. Ziel ist die langfristige Erhaltung der Funktionstüchtigkeit der Staumauer. Die Maßnahmen umfassen die Erneuerung der Staumauerkrone, die Montage einer Dichtfolie an der Wasserseite der Staumauer, die Erneuerung der Abdichtung im Gründungsbereich durch Mauer- und Untergrundinjektionen, die Erhaltungsmaßnahmen an der Luftseite der Staumauer, sowie die Erneuerung der stahlwasserbaulichen Absperrorgane und Einlaufrechen der Treibwasserführung und der Grundablässe. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Einzugsgebiet: 45 km² (10 km² vergletschert)
  • Stauvolumen: 38,6 Mio. m³
  • Gespeicherte Energie: 134,69 Mio. kWh.
  • Wasserdarbietung im Regeljahr 80 Mio. m³
  • Stauziel: 2030 m ü. A.
  • Absenkziel: 1986 m ü. A.

Absperrbauwerke[Bearbeiten]

Insgesamt drei Staumauern begrenzen den See:

Hauptmauer
Im Nordwesten liegt die Hauptmauer mit Hochwasserentlastung, Grundablass und Umlaufstollen. Die Gewichtsstaumauer mit einer maximalen Höhe von 80 m, einer Kronenlänge von 432 m hat 407.000 m³ Betoninhalt.
Seitenmauer
Ebenfalls im Nordwesten steht die kleinere Seitenmauer mit einer zusätzlichen Hochwasserentlastung. Die Gewichtsstaumauer hat eine maximale Höhe von 31 m, eine Kronenlänge von 140 m und 18.400 m³ Betoninhalt.
Bielerdamm
Im Nordosten, auf einer mächtigen Grundmoräne des Vermuntgletschers liegt der 25 m hohe Bielerdamm, ein Erddamm mit einem Inhalt von 342.000 m³. Die größte Breite am Fuß beträgt 121 m, die Kronenlänge 733 m. Die Dichtung erfolgt durch einen Betonkern mit 18.400 m³ Inhalt. Wasserseitig wird der Damm durch 33.000 m³ Steinwurf geschützt.

Tourismus[Bearbeiten]

Sommer[Bearbeiten]

Im Sommerhalbjahr ist der Silvretta-Stausee über die mautpflichtige Silvretta-Hochalpenstraße zu erreichen. Zudem bestehen Busverbindungen aus Richtung Paznauntal und aus Richtung Montafon zum Stausee.

  • Um den See führt ein gut befestigter Wanderweg, der über die Staumauer, den Bielerdamm und über die großen Zuflüsse führt. Für eine Runde um den See braucht man etwas mehr als zwei Stunden. Alternativ steht für den weiteren Aufstieg ins Gebirge oder für die Wanderung um den See ein gekennzeichneter Umgehungsweg zur Verfügung. Er führt vom Silvretta-Haus bzw. Restaurant Silvretta durch das Silvretta Dorf vorbei am Madlenerhaus zur Seitenmauer. Dieser Wanderweg überbrückt mit leichten Steigungen die Höhe vom Mauerfuß (Haltestelle) bis zur Mauerkrone und ist auch für Kinder geeignet.
  • Von Anfang Juli bis Ende September verkehrt auf dem Stausee das Motorboot Silvretta. Eine Bootsrundfahrt ist ab Anleger unterhalb des Restaurants Silvrettasee möglich. Auf der Mitte der Wanderstrecke befindet sich eine Anlegestelle für das Boot, sodass man die Hälfte mit dem Boot und die andere Hälfte zu Fuß zurücklegen kann. Das Boot ist das einzige in Europa, das in über 2.000 m Höhe zur kommerziellen Schifffahrt verwendet wird.[2] Der Betrieb des Bootes Silvretta ist aufgrund eines Motorschadens aktuell eingestellt.[3]
  • Das Fischen im See ist mit einer zu erwerbenden Lizenz möglich. Die Erlaubnis kann (auch) an den Mautstellen erworben werden[4] (Nr. 132).

Baubedingt kam es im Sommer 2010 und im Sommer 2011 zu Beeinträchtigungen.

Winter[Bearbeiten]

Im Winter ist der Silvretta-Stausee und das Ski- und Tourengebiet Bielerhöhe von Partenen über die Vermuntbahn, einer Seilbahn, von deren es mit Kleinbusse weiter durch den Trominer-Tunnel geht, zu erreichen.

  • Bei genügend dicker Eisschicht führt eine Langlaufloipe über den See.
  • Bei Winterwanderungen sind aktuelle Beschilderungen und Informationen zu beachten. Der Steg über den Klostertaler Bach und der jungen Ill werden für die Schneeschmelze zurückgebaut. Die Staumauerkrone ist in den Wintermonaten gesperrt.

Bilder[Bearbeiten]

Stausee, Buingruppe und Hohes Rad

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Silvretta-Stausee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Silvrettasee, illwerke.at, abgerufen am 7. September 2012.
  2. Zit. Silvretta Hochalpenstraße / Silvretta Bielerhöhe. In: montafon.at. Abgerufen am 16. Juni 2011.
  3. [1]. Bootsbetriebs Silvretta
  4. Silvrettasee. Illwerke Sportfischereiverein.