Simandl (Sage)
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Simandl ist die scherzhafte Bezeichnung eines unter dem Pantoffel stehenden, d.h. sich der Hausherrin unterordnenden, Ehegatten.
Die Sage erzählt, dass der um 1528 in Krems an der Donau lebende Simon Handl von seiner Gattin derart viel geschlagen wurde, dass die Verballhornung seines Namens sprichwörtlich wurde.
Im Barock bestanden scherzhafte „Simandl-Bruderschaften“ mit dem Hauptsitz in Krems an der Donau (urkundlich 1747), wo es auch einen Simandl-Brunnen gibt.
Je nach Kontext kann das Wort Simandl im Alltag auch als Schimpfwort bzw. Beleidigung verstanden werden. Allerdings tritt Simandl vor allem im Raum Wien und Niederösterreich auch als ganz normaler Familienname auf.
Einer anderen Variante zufolge handelt es sich in manchen Gegenden des Waldviertels (Niederösterreich) beim Simandl um eine angsteinflößende, in Mooren und Sümpfen lebende Sagen- bzw. Märchenfigur, die vorzugsweise junge Mädchen, insbesondere Jungfrauen verschleppt. Gerne setzte man diese Figur im Alltag gegenüber schlimmen Kindern als Kinderschreck ein (vgl. „Na warte, gleich holt dich der Simandl!“).