Simca 1000

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Simca 1000 (1961–1968)
Simca 1200 S Coupé (1967–1972)
Simca 1000 (1968–1976)
Simca 1000 Rallye 2 (1972–1976)

Der Simca 1000 ist ein von 1961 bis 1978 produzierter Kleinwagen des französischen Automobilherstellers Simca.

Die Entwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: Vorgestellt wurde die kleine Limousine (Länge 3,80 m, Breite 1,49 m, vier Türen, selbsttragende Karosserie) auf dem Automobil-Salon im Herbst 1961. Der Motor (5 CV) hatte einen Hubraum von 944 cm³ und leistete anfangs 32 PS. Die Motoren waren auf weitere Veränderungsmöglichkeiten hin konzipiert. Die Modelle hießen 1000 und 1000 GL. Der Entwurf wurde von Mario Revelli di Beaumont erstellt.
  • 1962: Auf dem Salon von Genf wird das Simca-1000-Coupé Bertone vorgestellt. Gezeichnet wurde das Coupé von Giorgio Giugiaro.
  • 1963: Der Simca 900 wird im November vorgestellt (einfache Version des Simca 1000).
  • 1965: Der Simca 1000 GL Automatik wird vorgestellt.
  • 1966: Das Modelljahr 1966 wird gekennzeichnet durch eine Überarbeitung des Innenraums der 1000er Modelle (neues Armaturenbrett). Das Modelljahr 66 besteht aus den Typen: 1000L (ersetzte den 900), 1000 GL, 1000 GL Automatik und dem GLS.
  • 1967: In Juni ersetzt das Simca 1200 S Coupé Bertone (auf Basis des 1000) das 1000 Coupé. Es hatte einen Motor mit 1204 cm³ Hubraum und Doppelvergaser sowie Scheibenbremsen an allen Rädern.
  • 1968: Der Simca 1000 erhält eine Modellpflege mit größeren Scheinwerfern und veränderten Blinkern und Heckleuchten. Der 1000 Spezial wird vorgestellt. Er hat den Motor des Simca 1100 mit 1118 cm³ Hubraum und leistete 52 PS.
  • 1969: Die Motorleistung wird auf 40 bzw. 54 PS erhöht.
  • 1970: Der Simca 1000 Rallye 1 mit einem 1294-cm³-60-DIN-PS-Motor (76,7 × 70 mm) wird vorgestellt. Charakteristisch für die Rallyemodelle sind die zwei Rallye-Zebrastreifen, welche quer über das Heck gezogen sind und die mattschwarze Kofferraumhaube vorne. Meistens erhältlich in den Farben Orange, Gelb und Weiß
  • 1972: Der Simca 1100 GLS wird nun auch mit Automatikgetriebe angeboten. Der Simca 1000 Rallye 2 mit 1294-cm³-Motor (82 DIN-PS) und Solex-Doppelvergaser wird im September präsentiert. Meistens in der gelbgrünen (Rallyegrün) und in oranger Lackierung erschienen, unterscheidet er sich äußerlich gegenüber dem Rallye 1 nur durch den Rallye 2 Schriftzug, sowie etwas größeren Cibie Zusatzscheinwerfern und Gummipuffern an der vorderen Stoßstange. Im Gegensatz zum Rallye 1 wurde der Wasserkühler zwecks besserer Gewichtsverteilung vorne in den Bug versetzt. Überdies erhielt der Rallye 2 auch Lockheed Scheibenbremsen an allen 4 Rädern. Speziell war die Michelin-Bereifung mit einer aufgummierten Formel-France-Gummimischung, welche dem Auto trotz der schmalen Bereifung von 145 × 13 gute Bremsverzögerungen und Kurvengeschwindigkeiten ermöglichte.

Motorsportlich besetzte der Rallye 2 eine ähnlich überlegene Position in der damaligen Gruppe 1 bis 1300 cm³ wie der Fiat-Abarth 850 TC Corsa wenige Jahre zuvor in der Gruppe 2 bis 850 cm³; die Teilnehmerfelder glichen einem heutigen Markenpokal.[1] Der Grund lag darin, dass kein anderer Hersteller ein konkurrenzfähiges Auto baute bzw. dass die Homologation der Konkurrenten abgelaufen war.

  • 1973: Der Motor mit 40 PS Leistung wird eingestellt.
  • 1976: Die Baureihe wird zum letzten Mal überarbeitet und erhält eine neue Motorhaube und neue Scheinwerfer. Der in den Farben Giftgrün und Rot erhältliche Rallye 2 erhält einen Heckspoiler sowie eine schwarze Motorhaube und einen seitlich nach vorne gezogenen Rallye-Schriftzug. Die Motorleistung des 1294-cm³-Motors wird von 82 auf 86 PS erhöht. Die 1000er Reihe besteht nun aus 1005 (5 CV, 944 cm³, 41 PS), 1006 (6 CV, 1118 cm³, 54 PS) sowie dem 1000 SR, Rallye 1 und Rallye 2 (mit 7 VC, 1294 cm³, 60 PS).
  • 1978: Im Januar wird der Simca 1000 Rallye 3 als letztes Modell der Baureihe hauptsächlich in der Farbe Ibizaweiß vermarktet. Die aufgenieteten Kotflügelverbreiterungen geben dem Simca ein wesentlich bulligeres Aussehen. Zwei Doppelvergaser von Weber steigern die Motorleistung auf 103 PS bei einer Drehzahl von 6200/min. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 183 km/h, das 870 kg schwere Auto kann in 10,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Allerdings wurden vom Rallye 3 nur 1000 Exemplare hergestellt. Viele Rallye 2 wurden in der Folge auf Rallye 3 umgebaut. Im April 1978 wird die Produktion nach 1.650.000 gefertigten Einheiten eingestellt. Ursprünglich war geplant die Produktion des Simca 1100 einzustellen und durch den Simca Horizon zu ersetzen. Da aber mit dem SUV-Vorläufer Matra-Simca Rancho und des 1100 Citylaster ohnehin die Produktion teilweise aufrecht gehalten worden wäre, erschien der Simca 1100 in überarbeiteter Form und mit günstigerem Preis um damit ein Einstiegsmodell als Ersatz des Simca 1000 bieten zu können. Nachdem Simca-Talbot mittlerweile zu Chrysler Europe gehört und 1978 von PSA Peugeot Citroën übernommen wird, gibt es erst 1981 mit dem Talbot Samba einen Nachfolger im Kleinwagen-Segment.

Zeitleiste[Bearbeiten]

Zeitleiste der Clement Talbot/Automobiles Talbot/Talbot (PSA)/Chrysler Europe/Simca/Rootes/Matra-Modelle von 1945 bis 1986
Typ SIMCA bis 1957,
Rootes Group bis 1967 unabhängig
Einstieg von Chrysler, Bildung von Chrysler Europe Ab Ende 1978 Teil von PSA (Peugeot)
40er 50er 60er 70er 80er
5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Kleinwagen Imp / Imp Californian / Husky4 Sunbeam5 Sunbeam5
Chamois4
Stiletto4
5 / 6 1000/900/1005/1006 Samba8
Kompaktklasse Avenger5 Avenger5 Avenger5
8 / 8/1200 11007 11007
Horizon7 Horizon7 Horizon7 Arizona
Mittelklasse Minx (Mk I-Mk VII) / Husky Mk I Minx / Husky (SI-SIII)1 Minx / Super Minx / Husky2 New Minx / Hunter3 Hunter3 Hunter3
SM 1500 Hunter Gazelle1 Gazelle / Vogue2 New Gazelle/Vogue3
Ten/2L 80/90 (MkI) 90 (MkII) Mk III Rapier (SI–V)1 New Rapier / Rapier H1203
Sceptre I+II2 New Sceptre3 Solara6 Solara (GB: Minx / Rapier)6
Hawk (Mk I–III) Hawk (Mk IV–VI) Hawk (SI–IV) Alpine6 Alpine6 Minx / Rapier6
9 Aronde Aronde Aronde (P60) 1300/1500 1301/1501 1301/1501 1307/13086 15106 15106
Obere Mittelklasse Snipe / Super Snipe (I–III) Super Snipe (VI) Super Snipe (SI–V)
Baby Ariane 160/180 160/180/2L 1610/2L 1610/2L Tagora9
Oberklasse Pullman / Imperial (Mk I IV) Imperial
Record Vedette
Coupé / Cabrio Imp Sport4
1000 Coupé 1200 S
Alpine MkI/III Alpine SI–IV / Tiger New Alpine3
Comète America
Sportwagen T26 Grand Sport / Saoutchik Sport DJET JET 530 Bagheera Bagheera Bagheera Murena
SUV Rancho Rancho
Kastenwagen 1100 VF2/VF3 Citylaster Citylaster
Talbot-Lago, 1959 an Simca verkauft SIMCA: Lizenz- produktion von Fiat SIMCA: 1954 von Ford France SA hinzugekauft SIMCA: teilweise auf Basis von Fiat oder Ford weiterentwickelt Chrysler- Simca Humber, Marke der Rootes- Gruppe, wird 1976 eingestellt Sunbeam- Talbot, Marke der Rootes- Gruppe bis 1953 Sunbeam, Marke der Rootes- Gruppe ab 1953, wird 1976 eingestellt Singer, Marke der Rootes- Gruppe seit 1956, wird 1970 eingestellt Hillman, Marke der Rootes- Gruppe Chrysler Automobiles René Bonnet Sportwagen Matra Matra- Simca Talbot- Matra Talbot- Simca Talbot, Marke wird 1986 eingestellt

1gemeinsame Plattform der Rootes-Gruppe auf Basis des Hillman Minx 1956
2gemeinsame Plattform Audax der Rootes-Gruppe auf Bais des Hillman Super Minx
3gemeinsame Plattform Arrow der Rootes-Gruppe
4gemeinsame Plattform der Rootes-Gruppe auf Basis des Hillman Imp
5gemeinsame Plattform – Chrysler Avenger, Projekt 424
6gemeinsame Plattform – Chrysler Projekt C6
7gemeinsame Plattform – Chrysler Projekt C2
8gemeinsame PSA-Plattform mit Peugeot 104 und Citroën LN
9Chrysler Projekt C9, Technik weitgehend aus Peugeot 504/505/604

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Simca 1000 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.simca-heckmotor-ig.de/Frisieren.PDF