Simmelsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Simmelsdorf
Simmelsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Simmelsdorf hervorgehoben
49.59693711.33874375Koordinaten: 49° 36′ N, 11° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Höhe: 375 m ü. NHN
Fläche: 40,85 km²
Einwohner: 3137 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91245
Vorwahl: 09155
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 158
Gemeindegliederung: 24 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nürnberger Str. 16
91245 Simmelsdorf
Webpräsenz: www.simmelsdorf.de
Erster Bürgermeister: Perry Gumann (Freie Wahlgemeinschaft)
Lage der Gemeinde Simmelsdorf im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Simmelsdorf ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land. Die Gemeinde besteht heute aus 26 Dörfern und Weilern, darunter auch das namensgebende Simmelsdorf.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Simmelsdorf liegt im nordlichen Teil von Bayern in Deutschland, 30 Kilometer nordöstlich von Nürnberg und gehört zur Metropolregion Nürnberg. Simmelsdorf und die zugehörigen Ortschaften liegen im Schnaittachtal, an Fluss Schnaittach und seinen Nebenflüssen. Entsprechend wurden mehrere Getreidemühlen und Holzsägewerke betrieben, die heute noch elektrifiziert in Betrieb oder als Museum zu besichtigen sind.

Nachbargemeinden von Simmelsdorf sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Betzenstein, Schnaittach, Weißenohe, Gräfenberg, Hiltpoltstein

Geologie und Hydrologie[Bearbeiten]

Simmelsdorf und seine Ortsteile liegen im Schnaittachtal zwischen der Fränkischen Schweiz im Nordwesten und der Hersbrucker Schweiz im Südosten, die beide zur Fränkischen Alb gehören. Geologisch ist die Fränkische Alb eine Fortsetzung des Schweizer Jura und der Schwäbischen Alb. In den Steinbrüchen sind Versteinerungen aus der Zeit vor 150 Millionen Jahren zu finden, als das Gebiet noch von Meer überdeckt war und sich die Kalksteinfelsen durch Sedimente bildeten.

Das Gebiet der Gemeinde Simmelsdorf ist Quellgebiet für die Schnaittach. Von West nach Ost das Haunachtal, das Naifertal und das Achteltal. Die Gewässer haben ein gutes Gefälle und treiben mehrere Mühlen an.

Die Naifer entspringt in einem Quelltopf unterhalb von St. Helena und bildet das Naifertal mit den Ortschaften Obernaifermühle, Mittelnaifermühe, Unternaifermühle und Utzmannsbach. Der Ittlinger Bach entspringt unterhalb von Ittling, und bildet das Ittlinger Tal mit den Orten Ittlinger Mühle, Oberachtel und Unterachtel. Die Naifer und der Ittlinger Bach fließen oberhalb von Diepoltsdorf zur Schnaittach zusammen. Dort befindet sich eine größere Fischzuchtanlage. Die Haunach entspringt innerhalb des Steinbruchs nördlich von Oberndorf, fließt nach kurzen Lauf durch Oberndorf und treibt dort eine Sägemühle an. Anschließend fließt sie durch Hüttenbach mit einer ehemaligen Getreidemühle, durch den Ortsteil Simmelsdorf, wo sie früher den Schlossgraben des Tucher-Schlosses bewässerte, und unterhalb mit der Schnaittach zusammen.

Die Schnaittach fließt durch Diepoltsdorf und betreibt dort eine Hammermühle und eine Getreidemühle. Früher hat sie auch den Schlossgraben gefüllt. Weiter fließt sie nach Simmelsdorf, wo sie oberhalb des Ortes eine Mühle betreibt, und unterhalb des Ortes mit der Haunach zusammenfließt. Die Schnaittach fließt weiter durch das Schnaittachtal, mündet östlich der Stadt Lauf in die Pegnitz, und fließt von dort über die Regnitz, den Main und den Rhein in die Nordsee.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Simmelsdorf besteht aus 26 Gemeindeteilen. Der größte Ort ist Hüttenbach, der auch die beste Infrastruktur aufweist (Grundschule, Lebensmittel, Banken). Der zweitgrößte Ort ist Simmelsdorf mit dem Sitz der Gemeindeverwaltung und dem Bahnhof Simmelsdorf-Hüttenbach.

  • Au
Au ist ein Weiler mit 15 Einwohnern.
Bühl liegt auf dem Bergsporn (440 m ü. NN) zwischen Naifer- und Haunachtal. Es entstand um 800 durch eine eichstättische Missionskirche. Große Teile des heutigen Gotteshauses (Mariä Heimsuchung) stammen aus dem 15. Jahrhundert. Das nördliche Kirchenschiff ist von 1472, der Turm von 1558. Bühl besteht im Wesentlichen aus der Kirche mit Friedhof, einem riesigen herrschaftlichen Pfarrhaus und einer Ausflugsgaststätte. Bühl ist Startpunkt für viele Wanderrouten in der Fränkischen Schweiz, zu Fuß in fünf Minuten vom Bahnhof Simmelsdorf aus zu erreichen.
  • Diepoltsdorf
Diepoltsdorf ist eine selbstständige Gemeinde, die am 1. April 1971 die Gemeinde Utzmannsbach aufnahm.[2] Die Geschichte des älteren Schlosses, eines Turmhauses mit Wassergraben, lässt sich bis ins Jahr 1366 zurückverfolgen.
  • Großengsee
Heutiges Pfarrhaus und früherer Herrensitz Großengsee, zuvor Burgstall
Großengsee ist eine selbstständige Gemeinde. Sie gehörte bis zur Gebietsreform am 1. Juli 1972 zum Landkreis Forchheim in Oberfranken. Sie hatte 219 Einwohner (Januar 2006), 475 m ü. NN. Im Jahr 1342 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Im Ort steht das Pfarrhaus der evangelischen Kirche St. Helena.
Hüttenbach liegt im Tal der Haunach und ist mit über 1000 Einwohnern der größte Ort der Gemeinde. Das ehemalige Rittergut Hüttenbach, 1140 erstmals erwähnt, war bis zum 31. Dezember 1971 eine eigene Gemeinde. Der Ortskern an der Haunach entstand rund um die ehemalige Wasserburg. Der Wassergraben ist teilweise noch erhalten. 1528 gelangten Burg und Dorf in den Besitz der Lochner von Hüttenbach, die 1766 anstelle der Burg das heutige Schloss Hüttenbach im Barockstil errichteten und bis 1906 Besitzer waren. Hüttenbach hat eine lebendige jüdische Geschichte. Die Synagoge wurde in der Reichspogromnacht gebrandschatzt, die jüdische Schule ist heute ein Wohngebäude. In den 1950er Jahren war Hüttenbach ein beliebter Fremdenverkehrsort für die Berliner. Heute ist Hüttenbach die größte Teilgemeinde von Simmelsdorf, dort leben 33 % der Einwohner. Die Grundschule Bühl am Ortsrand versorgt alle Gemeindeteile (weiterführende Schulen befinden sich in Schnaittach und Lauf).
  • Ittling
Der Ort wurde erstmals 1011 als Uttilingen in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. an das von ihm gestiftete Erzbistum Bamberg erwähnt. Ittling ist damit der älteste urkundlich erwähnte Ortsteil Simmelsdorfs. Das Dorf liegt ca. 480 m ü. NHN und gehörte bis zum Ende der 1970er Jahre zur Gemeinde Wildenfels im Landkreis Forchheim. Im November 2005 hatte der am Ende des Achteltales liegende Ort knapp 200 Einwohner, von denen die meisten evangelisch waren und zur Kirchengemeinde St. Helena in Großengsee gehörten.
  • Ittlinger Mühle
Ittlinger Mühle ist ein Weiler mit neun Einwohnern, 436 m ü. NN. Er gehörte bis zum 31. Dezember 1977 zur Gemeinde Wildenfels.
  • Judenhof
Judenhof war ein Teil der ehemals selbstständigen Gemeinde Utzmannsbach.
  • Kaltenhof
Der Kaltenhof ist ein einzelner Bauernhof (eine Einöde) mit zwei Bewohnern, 480 m ü. NN. Kaltenhof wurde 1487 erstmals erwähnt. Bis zum 31. Dezember 1971 gehörte der Hof zur Gemeinde Hüttenbach.
  • Mittelnaifermühle
Mitternaifermühle war ein Teil der ehemals selbstständigen Gemeinde Großengsee.
  • Oberachtel
Oberachtel war ein Teil der ehemals selbstständigen Gemeinde Großengsee.
  • Obernaifermühle
Obernaifermühle war ein Teil der ehemals selbstständigen Gemeinde Großengsee.
  • Oberndorf
Oberndorf liegt im Tal der Haunach, 422 m ü. NN. Dort leben 190 Einwohner. Es wurde 1441 erstmals urkundlich erwähnt als das „obere Dorf“ zu Hüttenbach. Durch Oberndorf verlief die Fraischgrenze zwischen der Reichstadt Nürnberg und dem Kurfürstentum Bayern (Rothenberg). Am 1. Januar 1978 wurden Oberndorf mit den Ortsteilen Unter- und Oberwindsberg sowie Sankt Martin nach Simmelsdorf eingemeindet.
  • Oberwindsberg
Oberwindsberg ist ein Weiler mit 30 Einwohnern und liegt auf der Albhochfläche auf 527 m ü. NN. Der Ort wurde im Jahr 1195 erstmals urkundlich erwähnt unter den Namen Windsberg, Winsberc, Winesberc. Im Jahr 1205 wurde er als Winesberc superius, Oberwindsberg, genannt. Er gehörte bis zum 31. Dezember 1977 zur Gemeinde Oberndorf.
  • Rampertshof
Rampertshof ist ein kleiner Weiler mit 30 Einwohnern zwischen Simmelsdorf und Diepoltsdorf 381 m ü. NN. Der Ort wurde im Jahr 1343 als Rampretsdorf erstmals erwähnt. Östlich von Rampersdorf am Hang des Hienbergs befindet sich ein mittelalterlicher Burgstall. Bis zum 31. März 1971 gehörte Rampertshof zur Gemeinde Diepoltsdorf.
  • Schindelrangen
Schindelrangen war ein Teil der ehemals selbstständigen Gemeinde Utzmannsbach.
  • Simmelsdorf
Neues Schloss Simmelsdorf
Simmelsdorf liegt am Zusammenfluss der Haunach und der Achtel zur Schnaittach. Urkundlich wird der Ort 1195 als Sumilidorf und 1329 als Symleinsdorf erwähnt. Ein ehemaliger Farbhammer wurde 1701 Papiermühle und 1861 Glasschleiferei. In einer Parkanlage an der Haunach stehen das in neugotischem Stil erbaute Neue Tucherschloss und das aus einer mittelalterlichen Wasserburg entstandene Alte Tucherschloss.
  • St. Helena
St. Helena war ein Teil der ehemals selbstständigen Gemeinde Großengsee. Es ist ein Dorf mit auffallender Kirche. Dort befindet sich die Grabstätte von Christof Wilhelm Friedrich Karl Freiherr Tucher von Simmelsdorf.
  • St. Martin
St. Martin ist eine Einöde, auf einem Bergrücken zwischen einem Seitental des Haunachtals (Windsberger Tal oder Krebsbachtal) und dem Röttenbachtal auf 468 m ü. NN gelegen. Dort leben derzeit zwei Einwohner. Im Jahr 1490 wurde erstmals die Einöde bzw. Kapelle St. Martin genannt. Nach Einführung der Reformation in Bühl 1524/25 durch die Ganerben am Rothenberg wurden die Kapelle und das Bruderhaus nicht mehr benötigt und verfielen. Die Kapelle wurde neu errichtet.
  • Strahlenfels
Strahlenfels war ein Teil der ehemals selbstständigen Gemeinde Großengsee. Dort befindet sich die Burg Strahlenfels.
  • Unterachtel
Unterachtel ist ein Weiler mit 46 Einwohnern. Er liegt im Achteltal auf 468 m ü. NN. Ober- und Unterachtel werden 1390 erstmals in der Forstordnung des Landgerichts Auerbach genannt. Der Ort gehörte früher zur Gemarkung Diepoltsdorf, später bis zum 31. März 1971 zur Gemeinde Utzmannsbach und anschließend bis zum 30. Juni 1971 zur Gemeinde Diepoltsdorf.[2] Am unteren Ortsende liegt das private Seniorenheim Haus Aktivitas, das frühere Kurhaus Kraft.
  • Unternaifermühle
Unternaifermühle war ein Teil der ehemals selbstständigen Gemeinde Großengsee.
  • Unterwindsberg
Unterwindsberg ist ein Dorf mit 220 Einwohnern, heute ein Neubaugebiet. Es liegt an einem Berghang unterhalb von Oberwindsberg beziehungsweise unterhalb von St. Martin in 419 m ü. NN. Der Ort wurde im Jahr 1195 erstmals urkundlich erwähnt unter den Namen Windsberg, Winsberc, Winesberc. Im Jahr 1205 wurde er Winesberc inferius, Unterwindsberg genannt. Er gehörte bis zum 31. Dezember 1977 zur Gemeinde Oberndorf. Auffallend ist ein schlossartig neu gebauter Reitbetrieb in der Ortsmitte.
  • Utzmannsbach
Herrensitz Utzmannsbach
Der auf 406 m ü. NN liegende Ort wurde erstmals 1360 urkundlich erwähnt. 1468 hatte sich um einen Herrensitz eine Siedlung gebildet. Der Hauptort der am Flüsschen Naifer liegenden ehemals selbstständigen Gemeinde hatte im Dezember 2005 47 Einwohner und wurde am 1. April 1971 in die Gemeinde Diepoltsdorf und diese am 1. Juli 1971 nach Simmelsdorf eingemeindet.[2]
  • Wildenfels
Wildenfels ist ein kleiner Ort mit 50 Einwohnern am Fuße der Burgruine Wildenfels.
  • Winterstein
Das ehemalige Rittergut Winterstein war ehemals Teil der selbstständigen Gemeinde Großengsee und Stammsitz eines gleichnamigen Adelsgeschlechtes, kam später in den Besitz der Lochner von Hüttenbach und gehört seit 1662 der Familie von Tucher.

Einwohner[Bearbeiten]

2010 waren in der Gemeinde Simmelsdorf 3121 Einwohner mit erstem Wohnsitz erfasst, 2012 waren es 3140 [3]:

Ort Einwohner 2010 Einwohner 2012
Hüttenbach 0992 1010
Simmelsdorf 0557 0577
Diepoltsdorf 0307 0300
Unterwindsberg 0204 0200
Großengsee 0203 0195
Ittling 0172 0182
Oberndorf 0165 0160
Winterstein 0108 0106
Wildenfels 0050 0048
St. Helena 0049 0051
Strahlenfels 0049 0052
Unterachtel 0039 0034
Oberachtel 0037 0036
Oberwindsberg 0034 0033
Utzmannsbach 0034 0033
Rampertshof 0030 0026
Bühl 0019 0019
Schindelrangen 0017 0025
Judenhof 0016 0014
Ober-, Mittel-, Unternaifermühle 0014 0014
Au 0013 0014
Ittlinger Mühle 0008 0008
Kaltenhof 0002 0002
St. Martin 0001 0001

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1931 wurde ein Teil der bis dahin selbständigen Gemeinde Rabenshof eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Diepoltsdorf hinzu. Am 1. Januar 1972 erfolgte die Zusammenlegung mit der Gemeinde Hüttenbach.[2] Großengsee kam später hinzu. Oberndorf folgte am 1. Januar 1978.

Bereits am 1. April 1971 verlor die Gemeinde Utzmannsbach ihre Selbständigkeit und wurde Diepoltsdorf zugesprochen.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Simmelsdorf setzt sich aus 16 Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister zusammen.

CSU FWG die UNABHÄNGIGEN FDP Grüne
1996 6 4 4 1 1
2002 6 5 5
2008 6 5 5

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Scheibenberg, Sachsen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Zwischen Simmelsdorf und Hüttenbach befindet sich das Tucher-Mausoleum

Bekannt ist der Hienberg, um den sich die Autobahn A9 in eine nordöstliche und eine südwestliche Fahrbahn aufteilt und die wegen ihrer Steigung im Winter regelmäßig in den Staumeldungen erwähnt wird.

Die Talbrücke Schnaittach, mit 1288 m Länge die zweitlängste Autobahnbrücke Bayerns, bildet südlich von Simmelsdorf im Schnaittachtal eine optische Grenze zur Gemeinde Schnaittach.

Schlösser und Burgen[Bearbeiten]

Sehenswert ist das Alte Tucherschloss in Simmelsdorf. Dieses alte Wasserschloss, 1830-41 gotisierend umgebaut durch Leonhard Schmidtner, ist noch heute der Stammsitz des Adelsgeschlechts derer von Tucher (auch bekannt durch die Tucher Brauerei).

Das Schloss Hüttenbach49.610311.3315 ist ein Barockschloss aus dem 16. Jahrhundert und steht in Ortskern von Hüttenbach. Erste Zeugnisse einer Burg stammen aus dem Jahre 1140. Viele Generationen war Hüttenbach im Besitz der Lochner, die 1766 an Stelle der Burg ein Barockschloss errichten. Heute ist das Schloss im Besitz des Verein Schloss Hüttenbach e.V. und wurde von diesem aufwändig restauriert.

Im Ort Wildenfels befindet sich die Burgruine Wildenfels.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Simmelsdorfer Mühle-Theater (ehemals Fahrrad-Mühle, ein überregionaler Fahrradhändler)

Kirchen[Bearbeiten]

Barockkirche „Mariae Heimsuchung“, Bühl[Bearbeiten]

Außenansicht
Altar

Die katholische Pfarrkirche in Bühl ist von der Autobahn A9 schon von weitem gut erkennbar (nachts beleuchtet). Sie liegt auf dem hohen und weit ins Schnaittachtal ragenden Bergsporn unmittelbar oberhalb von Simmelsdorf. Die Gegend war schon um die Jahrtausendwende missioniert, die erste Erwähnung war 1227. Die heutige Bühler Kirche mit befestigtem Bergfriedhof stammt aus dem Jahre 1472. Der spitze Turm und der gotische Chor gehen auf diese Zeit zurück. 1714 bis 1755 wurde das Gebäude barockisiert. Johann Michael Doser fertigte die Kanzel und den Barockaltar mit fünf lebensgroßen Figuren; im Mittelpunkt Maria mit Strahlenkranz. Der linke Seitenaltar ist St. Wolfgang, der rechte St. Johannes gewidmet. Erwähnenswert sind die Grabinschriften der Adelsfamilie Lochner von Hüttenbach sowie das Grabmal des Hans Türriegel aus dem Jahre 1551. Der Bischof verlieh Bühl mit umfangreichem Landbesitz als Pfründe an Bamberger Domherren.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat einen Haltepunkt an der Schnaittachtalbahn.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Der Ort liegt direkt an der Autobahn A 9 Nürnberg–Berlin, drei Kilometer von der Ausfahrt Simmelsdorf entfernt. Die Ortsteile sind ab dem Bahnhof mit den Buslinien 340 und 341 erreichbar.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Albflor Milchwerke, Tochter der Naabtaler Milchwerke und 2011 geschlossen.
  • Reitsportanlage Simmelsdorf, ehemals Steckenpferd.
  • mehrere Kalksteinbrüche
  • mehrere Mühlen und Sägewerke

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Simmelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seiten 509 und 510
  3. Einwohnerzahlen Simmelsdorf, http://www.simmelsdorf.de/index.php?id=770,2